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Laufberichte

Sagenhaft

 

Für Ultraläufer ist der Thüringer Rennsteiglauf Kult. Mindestens einmal müssen die ca. 73 km von Eisenach nach Schmiedefeld unter die Füße genommen werden. So kommt es, dass viele Läufer danach glauben, den Thüringer Wald bestens zu kennen.

Neue Läufe haben es da schwer, sich zu etablieren. Trotzdem hat Mirko Leffler aus Suhl, leidenschaftlicher Ultraläufer, ein neues Projekt am Start: den Südthüringen Trail, im Thüringer Wald. Unter dem Motto „Trail mit Herz“ und dem Hinweis auf die Sagenwelt der Umgebung, werden 3 verschiedene Distanzen angeboten: der Wichteltrail (17,4 km, 554 Hm), der Riesentrail (47,5 km, 1932 Hm) und der Heldentrail, eine Kombination aus den beiden kürzeren Läufen (64,9 km, 2491 Hm). Um das Ganze noch interessanter zu machen, gibt es für die Finisher der längeren Distanzen UTMB Punkte.

Für mich hört sich das attraktiv an und so entscheiden Norbert und ich den Riesentrail anzugehen. Beim Heldentrail erscheint mir das Limit zu sportlich, obwohl man in der frühesten Startgruppe 9 Stunden für die ersten 47 Kilometer eingeräumt bekommt. Man kann nämlich aus 3 Startzeiten auswählen. Das erscheint mir zwar machbar, setzt mich aber von vorne herein unter unnötigen Druck. Unsere Tochter Laura will den Wichteltrail versuchen und so machen wir uns am Freitag zu dritt auf nach Suhl.

Am Wettkampfgelände im Gewerbepark Simson gibt es ausreichend Parkplätze. Hier darf sogar gezeltet werden. Startunterlagen gibt es in der offenen Halle der „greentoner“ Firma wta. Die Zeitmessung erfolgt mittels eines Chips in der Startnummer und zur Sicherheit noch mit einem Transponder in einem blauen Band, das tunlichst nicht geknickt werden sollte. Für Riesen- und Heldenläufer wird zusätzlich noch ein Tracker ausgegeben, mit dem jeder Läufer online verfolgt werden kann. Bei den Wichtelläufern benötigt man hierfür ein Smartphone und eine speziellen App, die installiert werden muss. Die Handhabung der technischen Gadgets wird zunächst von den Helfern und zusätzlich noch schriftlich, auf einem Beiblatt in den Startunterlagen, eingehend erklärt.

Am Freitag ist ab 15 Uhr Startnummernausgabe, von 17 bis 19 Uhr Pasta-Party, für Läufer kostenlos, und um 18 Uhr Briefing. Mirko Leffler erklärt eingehend die Beschilderung und die Verhaltensregeln und verspricht, dass der für Samstag angekündigte Regen nicht vor 16 Uhr eintreffen wird. Anschließend werden noch weitere Fragen der Läufer beantwortet. Dann wird es gemütlich: „Weltläufer“ Stefan Schlett stellt in einem Vortrag seine Lauf-Reise durch alle 7 Kontinente vor.

 

 
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Am nächsten Morgen, pünktlich um kurz nach 6 Uhr 30, erreichen Norbert und ich erneut das Startgelände. Laura kann ausschlafen, der Start des Wichteltrails ist erst um 11 Uhr. Wir aktivieren den Tracker und verstauen ihn sicher im Rucksack. Kurz vor 7 Uhr ruft Mirko Leffler die Läufer an den Start; und dann geht es auch schon los. Einen Bogen um den Parkplatz, über eine kleine Brücke, und schon sind wir im Wald. Es geht leicht bergauf.

Das Feld zieht sich schnell auseinander. Norbert gibt ebenfalls Gas. Ich bin ziemlich weit hinten, das ist okay so. Ich plane mit einer Laufzeit von rund 8 Stunden. Dafür muss ich jetzt noch nicht hetzen. Der Wald öffnet sich und wir können links unten die A71 rauschen hören. Rechts unter uns liegt Suhl im frühen Morgenlicht. Es ist zwar bewölkt, aber mit 13 °C doch angenehm warm.

Simone und Ilona wollen heute ihren ersten Ultra laufen. Sie sind einmal vor dann wieder hinter mir. Erneut im Wald geht es nun zum ersten Mal steil bergauf. Von hinten kommt Roland mit schnellem kräftigen Stockeinsatz an uns vorbei gestiegen. Bald ist er unserem Blick entschwunden. Nun geht es auf einen Singeltrail, wie aus dem Bilderbuch. Hoch und runter führt der schmale Pfad, dass es nur so eine Freude ist. Ein Fotograf liegt auf der Lauer und bekommt von mir ein lachendes Gesicht.

 

 
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Plötzlich taucht vor mir zwischen den Bäumen ein Gebäude auf. Es handelt sich um die Ottilienkapelle, wo bereits die erste VP liegt. Aber Flatterbänder versperren mir den Weg und die Streckenmarkierung beschreibt hier einen Bogen. Nein, für mich kommt noch nicht die erste VP. Es geht weiter nach oben. Der Fotograf von vorhin kommt mir nun entgegen. Nanu, wo war denn da die Abkürzung? Unterwegs informiert eine Schautafel über den Bergbauwanderweg Domberg-Sauerberg. Ilona und Simone haben mich inzwischen mal wieder eingeholt und zusammen erreichen wir den Bismarkturm auf dem 675 m hohen Gipfel des Domberg. Die 104 Stufen auf den 21 m hohen Turm schenken wir uns, schöner Ausblick hin oder her. Zu dieser frühen Stunde ist das Naherholungsgebiet hier oben mit Turm, Spielplatz und Biergarten noch verwaist.

Die Markierungen weisen uns auf einen unscheinbaren Pfad, der uns schnell wieder nach unten bringt. Jetzt bin ich auf den richtigen Weg zur VP. An der Ottilienkapelle (km 8) treffe ich auf Silke. Sie hat gerade die Aussicht vom Ottilienstein genossen und gemeinsam begutachten wir nun das reichhaltige Angebot am Verpflegungstisch. Ich lasse meine Flasche füllen. Becher gibt es während des gesamten Laufs keine, so, wie es auch in der Ausschreibung angekündigt war. Käse, Würstchen, Apfel, Banane und Kekse will ich keine, denn noch bin ich nicht hungrig. Ich nehme ein Stück Schokolade und mache mich auf den Weg nach unten.

Die schön bemalte Ottilienkapelle stammt aus dem Jahr 1843, wurde allerdings 1945 in Brand gesteckt, 1953 wieder aufgebaut und ist innen mit Darstellungen aus der Sagendichtung bemalt. Ursprünglich soll hier der „Heilige Burkhardt“ auf einer alten heidnischen Kultstätte das Heidentum bekämpft haben. Seit dem 16. Jahrhundert wurden Bergmannsfeste gefeiert und Gottesdienste abgehalten, so dass die Kapelle auf dem ausgesetzten Felsen zum Suhler Wahrzeichen wurde.

Hinunter in den Ort geht es auf ausgetretenen Treppen und steilen Wegen. Die wenig befahrenen kleinen Sträßchen führen uns kreuz und quer bis wir den Marktplatz erreichen. Hier steht das Denkmal des Waffenschmieds mit Schmiedehammer und Degen, das bekannte Symbol der Stadt Suhl. Suhl ist ja bekannt als Bergbau- und Waffenstadt. Es ist belegt, dass bereits die Kelten in der Region Roteisenerze abgebaut haben. Um Suhl finden Ortskundige noch immer Spuren von über 1000 Bergwerken. Hieb und Stichwaffen waren der Anfang, dann kamen Handfeuerwaffen und Hakenbüchsen. Trotz Plünderung im 30-jährigen Krieg war Suhl im 17. Jahrhundert in Europa führend in der Waffenherstellung. Einige dieser Firmen oder zumindest ihr Markenname stehen heute für qualitativ hochwertige Jagd- und Sportwaffen.

Hinter dem Marktplatz geht es wieder bergauf. Etwa auf halber Höhe leuchtet am Gegenhang die Ottilienkapelle herüber. Silke ist mittlerweile zu mir aufgelaufen. Wie unter Läufern üblich, stellt sich schnell ein angeregtes Gespräch ein. Gemeinsam erreichen wir eine Straße. Helfer sichern den Übergang und feuern uns an. Im Wald geht es weiter bergauf. Bald können wir ungewöhnliche Geräusche vernehmen. Im Tierpark unter uns geht es tierisch laut zu. Die Ziegen riecht man bis zu uns.

 

 
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Nach einem scharfen Rechtsknick führt uns ein steiler Trail auf die Skipiste am 760 m hohen Döllberg. Hier ist es steil wie ein Dach. Von oben hat man dann einen atemberaubenden Rundblick auf Suhl. Das Zentralkrankenhaus liegt direkt zu unseren Füßen vor der grünen Kulisse der umliegenden Höhenzüge. Wir laufen auf einem federnden grünen Singletrail, dann wechseln wir für ein paar Kilometern auf Waldwege, dann wieder schmale Trails. Es wird kälter und es beginnt zu regnen. Nach einem längeren Singletrail bergab überqueren wir eine Straße und gelangen auf den Parkplatz an der Hütte am Rimbachbrunnen. Es regnet heftiger und ich muss meinen Regenschutz überziehen. Die Mädels an der VP sind super drauf und richten mir sogar einen Gruß von Norbert aus. Schön, ich freue mich. Auch Ilona und Simone leisten uns Gesellschaft.

Die besorgten Helferinnen erinnern uns daran, dass es nun 14 km ohne weitere Verpflegung zu bewältigen gilt. Zur Pflichtausrüstung des Riesentrails gehören daher ein Rucksack sowie eine Trinkblase mit Fassungsvermögen von mindestens einem Liter. Meine Trinkblase habe ich bereits vor dem Start gefüllt, so dass ich hier nichts zusätzlich auftanken muss. Etwas Schokolade und Keks, jetzt fühle ich mich gut gerüstet. Sofort befinden Silke und ich uns wieder auf einem weiteren feinen Singeltrail.

Wir ergänzen uns prächtig. Die Zeit vergeht wie im Flug. Meist können wir nur hintereinander gehen oder laufen. Abwärts bin ich etwas schneller, bergauf holt sie mich dann flott wieder ein. So kommen wir gut voran. Im Pfanntal ist der Weg fast zugewachsen und ich bin froh, dass ich mich für eine lange Laufhose entschieden habe. Die Sträucher und Brennnesseln sind hüfthoch. Bald wir der Weg zu einem Matschloch. Wir haben zwei Optionen: am Wegrand entlang balancieren mit dem Risiko, in den Matsch zu rutschen oder gleich mitten hindurch. Wir entscheiden uns für mitten durch. Sofort sind die Füße nass.

Obwohl es jetzt steil bergauf geht, sind wir froh, das nasse Tal zu verlassen. Oben geht es weiter auf einem breiten Weg. Ein Hinweis des Veranstalters warnt uns vor Thüringens steilsten Skihang. Vom Salzberg hinunter führt eine der „schwärzesten Skipisten nördlich der Alpen“. Vorsichtig treten wir an die Kuppe. Der schmale Pfad hinunter ist gut zu erkennen. Wird das funktionieren? Ich versuche ein paar Schritte. Der Untergrund ist erstaunlich griffig. Silke rät mir seitlich zu gehen. Das ist besser. Ausrutschen ist hier keine gute Idee. Silke kommt hinterher. Zwischendrin, ich brauche mal eine Verschnaufpause, machen wir einen Fotostopp. Silke ruft: „Halt Dich gerade, so wird das Bild nichts!“ Ich schüttle mich vor lachen. Dann machen wir uns kichernd weiter nach unten auf den Weg.

Irgendwann, die Schenkel brennen schon, wird es tatsächlich etwas flacher und man kann unten eine Hütte liegen sehen. Das letzte steile Stück geht dann noch ganz gut. Endlich sind wir unten. Silke findet ein Bänkchen und leert ihre Schuhe aus.  Ich laufe schon mal weiter, da es eh bergauf geht. Bald hat sie mich wieder eingeholt.

 

 
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Während wir so bergauf steigen, wir das Wetter richtig unangenehm. Zum Regen gesellt sich böiger Wind, vor uns biegen sich die Tannen. Wolken drücken vom Tal nach oben und wir sind mitten drin. Ein kurzes, freies Stück laufen wir, obwohl es eigentlich bergauf geht, nur um hier schnell weg zu kommen. Ausnahmsweise geht es dann einmal fast flach auf einem breiten Wanderweg weiter. Bevor wir einen belebten Parkplatz erreichen, zeigen Schilder nach links es geht erneut steil bergauf.

Silke macht mich auf die Heidelbeeren aufmerksam, die rechts und links des schmalen Pfades wachsen. Bei genauem Hinsehen kann ich mehrere Früchte entdecken. Hier könnte man reiche Ernte machen. Nanu, kommen da Läufer von hinten? Nein, es sind Wanderer auf dem „sieben Gipfel Wanderweg“. Ich will sie gerade passieren lassen, da haben wir schon das Gipfelkreuz des 944 m hohen Fichtenkopfes erreicht. Wir machen ein Gipfelfoto und tauschen uns mit den Wanderern aus. Auch ihr nächstes Ziel ist die Suhler Hütte. Aufgrund des starken Windes suchen wir schnell das Weite. Es geht nun bergab.

Erstaunlich schnell sind wir auf dem Anstieg zur Suhler Hütte. Hier scheint vor kurzem massig Wasser herunter gekommen zu sein. Das Bachbett ist mehrfach ausgewaschen. Oben warten Helfer der Bergwacht und ein paar Läufer winken uns zu. Noch ein letzter großer Schritt und wir stehen auf dem Weg unterhalb der Suhler Hütte. Leider dürfen wir nur einen Blick auf die VP werfen. Wir müssen noch eine längere Schleife laufen, bevor wir und bedienen können. Also den Weg weiter bergauf.

Zunächst kreuzen wir den Rennsteig und die Schmücker Straße. Anschließend geht es zunächst auf einen Weg und dann auf einem schmalen Pfad wellig, tendenziell bergauf. Zur Abwechslung gönnen wir uns einen kurzen Abstecher auf die Teufelskanzel, einem mit Geländer gesicherten Felsvorsprung mit grandiosem Blick über die Gipfelregion des Thüringer Waldes. Im Nebel wirkt das Ganze unwirklich, märchenhaft. Wir können uns kaum losreißen, müssen aber irgendwann doch weiter.

Es geht abermals bergauf. Unverhofft taucht über unseren Köpfen schemenhaft im Nebel ein Turm auf. Sollte das bereits der Gipfel des Schneekopfs sein? Er ist mit 978 m Höhe der höchste Punkt des Laufs. Tatsächlich. Ein Hinweisschild gibt die Bestätigung. Es geht zum Gipfel. Gerade freue mich, da  werde ich vom Wind fast weggeblasen. Ich bin gewarnt und nehme einen zweiten Anlauf. Wo geht es weiter? Der Nebel ist dicht und die Schilder kaum zu erkennen. Aus- und Fernsicht sind kein Thema, wir blicken in eine weiße Wand. Eine Schleife führt uns zum Turm zurück. Der Schneekopf ist hinter dem 5 m höheren großen Beerberg der zweithöchste Gipfel des Thüringer Waldes. Mit dem 2008 gebauten Turm auf dem Schneekopf ist nun die 1001 m hohe verglaste Aussichtsplattform der höchste Punkt im Thüringer Wald.

Trotz der unwirtlichen Umstände sind einige Gäste in und um die etwas tiefer liegende Gehlberger Hütte anzutreffen. Auch das nun folgende Bergabstück ist vergleichsweise stark frequentiert. Wir traben gemächlich bergab, froh, dem Sturm entkommen zu sein, queren erneut die Schmücker Straße und finden uns bald an der Suhler Hütte bei der VP wieder.  31 km sind geschafft, es folgen noch knappe 17. Zeit für eine Pause. Die Helfer machen ein Foto und schicken es über Whatsapp direkt zum Ziel. Dort werden die Bilder auf einen Monitor für alle sichtbar angezeigt. Für die Zuschauer ist das sicher interessant.

 

 
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Frisch gestärkt verlassen wir die Suhler Hütte. Ein breiter Wanderweg führt gemächlich bergab. Immer wieder öffnet sich der Wald und lädt mit jetzt genialer Aussicht zum Verweilen ein. Obwohl top ausgeschildert, hätte ich fast den Abzweig auf den kleinen Trail übersehen. Schmal führt er am Berghang entlang. Auch hier laden Bänkchen ein, sich einfach mal die tolle Aussicht anzusehen.

Nach ein paar Kilometern auf herrlichen Trails kommen wir auf eine asphaltierte Straße, die mir jetzt ungewöhnlich hart erscheint. Weil es steil bergab geht, kann ich jedoch einigermaßen laufen. Vermutlich wird nun der Rest der Strecke so sein. Eine Mitarbeiterin vom Rennsteig Fernsehen winkt mir aus dem Auto aufmunternd zu. Es geht in einem Wohngebiet bergab. Die vierspurige L3247 muss nun überquert werden. Ich merke erst nach einer Weile, dass die Fußgängerampel ausgeschaltet ist – Laktat macht dumm. Vorsichtig wandere ich zuerst über die eine Fahrbahnhälfte und dann über die andere. Noch einmal Zickzack im Wohngebiet, und ich werde herzlich an der VP empfangen. Hier gibt es sogar Bier, nochmals Schokolade und ein Stück Müsliriegel. Nur noch knappe 9 km liegen vor mir.

Ich könnte vor Freude hüpfen, denn es geht ganz unerwartet wieder in den Wald zurück. Der breite Forstweg bereitet keine Probleme. Kann es noch besser werden? Ja, ein weiterer wunderbarer, unwegsamer Trail kommt mir unter die Füße. Es geht auf und ab dann wieder auf den Weg zum nächsten Trail. Unter mir müsste irgendwo in großen Tunnelröhren die A71verlaufen. Nochmal wird es steil, und sogar ein wenig rutschig, man muss immer aufpassen. Dafür verlieren wir auch rasant an Höhenmetern. Plötzlich ist der Wald hinter mir und ich finde mich auf einer grünen Anhöhe. Unter mir liegt der Suhler Stadtteil Albrechts.

In der Ferne kann ich die riesige Autobahnbrücke erkennen, darunter befindet sich mein Ziel: das Gewerbegebiet Simson. Mein Weg führt mich hinunter in den Ort. Es geht mitten durch, an der Kirche vorbei. Ich traue meinen Augen kaum: Pfeile zeigen nach links. Im Näherkommen suche ich den Weg. Ein schmaler Graspfad steigt steil an den Häusern entlang nach oben. Dort wird es flach. Ich laufe oberhalb des Ortes entlang bis zu einer Wiese, wo Pfeile die Laufrichtung steil bergab anzeigen. Das gefällt mir. Unten gibt es abermals Wald.

Mich irritiert, dass ich immer noch relativ hoch bin. Unter mir kann ich die Straße erahnen. Hier müsste demnächst der Abzweig ins Gewerbegebiet kommen. Mittlerweile mündet mein Weg auf eine asphaltierte Straße. Mein Gefühl sagt mir, dass ich in die falsche Richtung laufe; die Pfeile sind aber eindeutig. Da taucht vor mir die ersehnte Brücke auf und ich bin immer noch zu hoch im Wald. Das kommt mir komisch vor. Ich laufe jetzt unter der Brücke durch. Erst einige Zeit später zweigt die Strecke nach rechts ab.

 

 
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Wunderbar führt der Weg durch üppiges Grün, aber gefühlt in die falsche Richtung. Ich kann bereits die Lautsprecherdurchsagen von unten hören. Im Ziel ist wohl gerade Siegerehrung. Da taucht eine weitere riesige Brücke auf. Wie, es gibt zwei? Auch diese Brücke wird unterquert. Langsam entferne ich mich immer weiter vom vermutlichen Ziel. Als ich schon fast umkehren will, zeigen Pfeile endlich in einer Kehre bergab. Ich verlasse den Wald und über eine Wiese geht es hinunter. Dann erkenne ich Laura auf der Brücke. „Wo bleibst du nur?“ werde ich begrüßt. Aber das ist natürlich nicht so gemeint. Zusammen laufen wir zum Ziel. An den Tischen vorbei werde ich noch mal richtig angefeuert.

Den Zeitmessmatte unter dem Zielbogen überquere ich dann alleine und werde sofort von einem ganzen Team begrüßt und beglückwünscht. Eine einzigartige Medaille aus Holz wird mir umgehängt und eine Trinkflasche überreicht. Zu Essen und Trinken gibt es noch genügend. Norbert kommt gerade von der Dusche zurück, die sich einen Kilometer weiter in einem Fitness Studio befindet. Jeder wird persönlich mit einem Shuttle dorthin gebracht und wieder abgeholt. Silke läuft kurze Zeit später auch ins Ziel. Auch die beiden Ultranovizen Simone und Ilona kommen noch in die Wertung.

Ein besonderes Highlight war der Lauf für Marion und Jochen Konradt. Das Ehepaar hat heute seinen hundertsten Marathon gefinisht – auf dem Heldentrail. Herzliche Gratulation. Diese tolle Leistung war dem Veranstalter einen Sonderpreis wert.

 

 

 

Fazit:

Ich habe einen neuen Lieblingslauf! Aber Vorsicht: die Strecke ist anspruchsvoll. Für mich gerade noch machbar, ohne mich zu überfordern. Stöcke sind empfehlenswert. Die Verpflegung ist genau nach meinem Geschmack, Gels und Riegel habe ich ja zusätzlich immer dabei. Die Organisation ist schon bei der Erstaustragung perfekt. Dazu kommt eine überaus familiäre Atmosphäre und herzliche Helfer. Erst im Ziel gibt es das Finishershirt mit dem Aufdruck der jeweils gelaufenen Strecke.

Laura war vom Wichteltrail ebenfalls begeistert. Für nächstes Jahr habe ich mir unbedingt den Heldentrail vorgenommen. Ich darf dann aber nicht an jedem Aussichtspunkt Fotos machen.

 

Informationen: Südthüringentrail
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