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Málaga-Marathon – Weihnachtsstimmung unter Palmen

 

Im Marathon-Wettbewerb der Leichtathletik-WM 1997 in Athen setzten sich zwei Spanier schnell vom restlichen Feld ab. Martin Fiz leistete über viele Kilometer die Führungsarbeit und wurde erst im Zielsprint von seinem knapp hinter ihm laufenden Landsmann Abel Antón überholt. So kann's gehen.  Jetzt, beim vierten Málaga-Marathon, treten beide - nunmehr über fünfzigjährig - wieder an.

Nach dem schönen Dezember-Marathon 2012 in Pisa haben wir uns diesmal Südspanien ausgesucht und zufälligerweise auch noch einen sehr günstigen Flug ergattert. Dank Sturmtief Xaver landen wir allerdings mit neun Stunden Verspätung im sonnigen Andalusien. Gerade noch rechtzeitig vor dem Verlassen der Wohnung am Freitagabend bekamen wir eine Mail der norwegischen Airline, dass sich der Abflug verzögern würde. Statt langer Wartezeit auf dem Flughafen konnten wir also noch eine kurze Nacht zu Hause verbringen.

Málaga ist mit über 550.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Provinz Andalusien. Hier befindet sich der Flughafen für die Ferienregion Costa del Sol. Ich bin sehr gespannt, was mich in Spanien erwartet, sind wir doch eher Italien-Marathonis, von Madrid 2012 mal abgesehen.

Der Flughafenbus bringt uns ins nahe Zentrum. Wir haben das nette Hotel California gewählt, am Strand in La Malagueta gelegen und nur einen Kilometer vom Start- und Zielbereich entfernt. Da kommt noch mehr Urlaubsfeeling auf als in den Stadthotels. Dann geht es per Bus wieder fast zurück zum Flughafen, zum Estadio Ciudad de Málaga, wo die Marathonmesse stattfindet. Die Teilnehmer erhalten ein schönes Laufshirt, ein T-Shirt der örtlichen Victoria-Brauerei, allerlei Knabbereien, einen Hühnersuppenfondant (drei Stunden köcheln) und ein Energiegel. Im Ziel wird es noch ein Finisher-Funktionshemd geben. Nicht schlecht für den moderaten Teilnahmepreis von 40 € plus 5 € Meldegebühr beim Verband. Der Chip ist in die Startnummer integriert, und diesmal ertönt bei der Kontrolle sogar eine Stimme, die Nummer und Namen ausruft. Naja, mit spanischer Betonung. Ansonsten gibt es einige wenige Stände, unter anderem vom Titelsponsor, dem heimischen Sportartikelhändler Cabberty, und  - für uns neu - einem Sportfriseur.

 
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Beim Sightseeing im Anschluss sind wir recht beeindruckt von der gepflegten Altstadt mit den vielen Gässchen und den schönen Häusern. Und es ist wunderbar warm: 20 Grad zeigt das Thermometer. Am nagelneu gestalteten Hafen Muelle Uno (Mole 1) treffen sich die Spanier zu einem Spaziergang oder zu einem Schwätzchen im Lokal mit Blick auf große Yachten.

Abends noch schnell was Kleines gegessen und dann um 21:00 Uhr ins Bett. Das Aufstehen um 3:30 Uhr früh fordert seinen Tribut. Erkenntnis des heutigen Tages: Die Spanier essen um 15:00 Uhr zu Mittag und um 18:00 Uhr sitzen sie gemütlich bei Kaffee und Kuchen. Fortsetzung folgt dann erst kurz vor Mitternacht...

Der Marathonstart ist für 8:30 Uhr anberaumt. Wir sind um 7:15 Uhr am „Palmeral de las Sorpresas“ („Palmenhain der Überraschungen“) und noch ziemlich alleine. Es ist stockdunkel. Die Sonne geht erst um 8:15 Uhr auf, dafür aber auch erst um 18:30 Uhr unter. In Spanien erwägt man zurzeit, in die längengradmäßig „korrekte“ Zeitzone zu wechseln. Dann wäre man gleichauf mit Portugal und Großbritannien.

Richtig viel Betrieb kommt erst ab 8:00 Uhr auf. Alles ist gut organisiert. Das Kreuzfahrtschiff “Hamburg“, das gestern hier noch vor Anker lag, ist abgefahren, sonst hätte es sicher viel Ärger wegen der lauten Musik gegeben.

Ich bekomme eine Presseakkreditierung mit schickem rotem Umhang mit der Aufschrift „Prensa“  und kann in dieser Ausrüstung ungestört fotografieren und die Läufer auf dem Rad begleiten. Leider haben sich meine Rückenschmerzen als eine Stressfraktur im Kreuzbein herausgestellt. Der Arzt meinte lapidar: „Sechs Monate nicht laufen“. Die ersatzweise möglichen Medikamente wollte er mir nicht verschreiben. Radeln und Schwimmen wären doch auch schön. Haha.

Kurz vor dem Start geht die Sonne zwischen den Hochhäusern auf. Wunderbar. Noch ist es mit 8 Grad sehr frisch und man sieht viele Läufer schlottern.

Der Bürgermeister hatte bis um 3 Uhr morgens im Konflikt zwischen Reinigungsgesellschaft und Müllmännern vermittelt, um einen vorweihnachtlichen Streik zu verhindern. Jetzt, zwei Minuten vor dem Start, schüttelt er seelenruhig die Hände der Läuferinnen und Läufer in der ersten Reihe. Zum Startschuss ist er dann nicht mehr in der Lauflinie.

 
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Der erste Kilometer führt über die Muelle 1 in Richtung Leuchtturm, dem Wahrzeichen von Málaga. Die “farola“ hat als einer von zwei Leuchttürmen in Spanien einen weiblichen Artikel (normalerweise heißt es „faro“), und darauf ist man ganz stolz.

Es folgt eine Schleife um einen Park herum und dann geht’s an der Küstenpromenade nach Osten. Wunderbar - die Morgensonne auf der Palmenallee. Ich kürze über die Promenade ab und erlebe die schnellen Läufer - beeindruckend. Nach einigen Kilometern dann die Ortschaft Pedregalejo. Dort gibt es am Strand viele schöne Lokale. Kurz vor der Autobahn die Wende. Zuschauer sind um diese Tageszeit noch Mangelware.

 
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Auf einmal sehe ich über den Läufern eine kleine Drohne. Na wenigstens Luftbilder werden gemacht! Judith hat mich eingeholt und wir kommen mit einer Dänin ins Gespräch. Die ist so wie wir extra für den Marathon hier her gekommen, bloß halt ganz alleine. Außerdem fällt uns mit der Nummer 666 Miguel Angel Garcìa Moreno auf. Der hat eine kleine Actioncam dabei und filmt sich selber, wie er die Strecke erlebt. Dabei bleibt er oft stehen, kommentiert viel und fragt auch Mitläufer nach ihrem Befinden.

Der Málaga-Marathon kann bei seiner vierten Auflage einen Teilnehmeranstieg um 105% auf fast 2.000 Melderinnen und Melder verzeichnen. 314 davon kommen aus dem Ausland, da man auf einigen Marathonmessen, so auch in Berlin, die Werbetrommel rührte. Dieses Jahr waren alle Infos noch sehr spanischlastig. Lediglich die Läuferinformationen im Vorfeld konnten auf Englisch heruntergeladen werden, falls man den Link fand. Die Infos vor Ort, die Beschriftungen am Start und der Laufstrecke sowie die Moderation erfolgten ausnahmslos auf Spanisch. Da besteht noch etwas Optimierungsbedarf. Wobei viele Spanier gut Englisch sprechen und man am Verpflegungsstand eine Banane ja auch ohne Spanischkenntnisse (Plátano) entdeckt.

Doch nun zum Innenstadtteil des Marathons: Wir kommen zur Stierkampfarena „La Malagueta“, in der zurzeit eine Verkaufsmesse mit  regionalen Lebensmittel-Spezialitäten stattfindet. Rechts über uns die Festung Alcazaba, die auf eine maurische Anlage aus dem 11. Jahrhundert zurückgeht. Über den Paseo del Parque, die Hauptverkehrsachse, erreichen wir die breite Einkaufsstraße Larios, deren Weihnachtsbeleuchtung nachts stimmungsvoll funkelt. Ich schmuggle mal ein Bild vom Abend in die Bilderserie, das macht mehr Eindruck!

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