marathon4you.de

 
  • MeldungenMeldungen
  • LaufberichteLaufberichte
  • TermineTermine
  • MagazinMagazin
 

Laufberichte

Wann kommt der Frühling?

18.03.06

Mir kann man´s auch nie recht machen

 

Marienwerda ist ein Ort, 20 km nördlichöstlich vom Berliner Ring / Autobahndreieck Schwanebeck entfernt. Mit Berliner Ring ist die Bundesautobahn A10 gemeint, die einen geschlossenen Autobahnring von fast 200 km Länge um Berlin bildet. Die Anfahrt folgte daher problemlos, da auch bei schlechten Witterungsverhältnissen die Autobahnen durch die Autobahnmeistereien sehr gut gewartet werden.

 

Zwar sorgte kein erneuter Schneefall für schlechte Bedingungen, dennoch war der gefallene Schnee vom letzten Wochenende noch nicht weggetaut, sodass ich mich wieder umstellen musste. Umstellen? Noch eine Woche zuvor lief ich in der spanischen Hauptstadt Madrid, wo ich mir bei Temperaturen bis zu 20 °C noch einen kleinen Sonnenbrand holte. Mir kann man's auch nie recht machen: natürlich habe ich auch dort auf das Wetter geschimpft und mir etwas niedrigere Temperaturen gewünscht. Aber gleich wieder 25 °C weniger, das hatte ich so nicht gemeint.

 

Ändern konnte ich eh nix, außer dass ich daheim geblieben und nicht gelaufen wäre. Da ich aber kein Schönwetterläufer bin, stellte ich mich mental schon auf der Hinfahrt auf die winterlichen Verhältnisse ein, obwohl ich schon vom Winter Abschied genommen hatte. Da half nur, dass ich mir warme Gedanken machte und zwar in Form des Rom-Marathons am 26. März.

 

Als ich in Marienwerda ankam, war die Temperatur knapp unter 0 °C, aber die gefühlte Kälte hatte sibirisches Niveau. Die Startnummernausgabe und die Nachmeldung verliefen problemlos. Das war auch gut so, da sich der Organisationsbereich vor dem Vereinsgebäude befand. Für uns war es kein Problem, da wir uns im Vereinsgebäude umziehen und duschen durften, aber für die Helfer war es sicherlich eine Qual.

 

Bevor es losging, bleib der Fahrer eines Wohnmobils an dem Banner des Start/Zielbereichs hängen. Seine Frau kletterte gleich auf das Dach des Wohnmobils und behob den Schaden. Für die Schaulustigen war es eine nette Einlage und wir hatten das Gefühl, dass die Frau des Wohnmobilfahrers ein solchen Malheur nicht das erste Mal behob.

 

 
Schon Routine?
© marathon4you.de 2 Bilder

Der Start erfolgte für alle Distanzen kurz nach 10.00 Uhr. Da wir auf einer 10,55 Kilometer-Runde liefen, hatte der Veranstalter die Möglichkeit gegeben, die Strecke ein- bis viermal zu laufen. Letztere Rundenzahl bedeutete die Marathondistanz, für die ich mich entschieden hatte.

 

Der Veranstalter präparierte die Strecke so gut es ging. Nur an einigen Stellen, wo Pfützen den Weg blockierten, mussten wir auf den Wegrand ausweichen. In der ersten Runde drängte sich das noch dichte Läuferfeld durch das so entstandene Nadelöhr, aber in den nachfolgenden Runden konnten wir die Gefahrenstelle schnell passieren.

 

Der Weg führte komplett auf Forstwegen oder Radwegen durch bewaldetes Gebiet und war noch mit Schnee und Eis bedeckt. Zwar waren nur die letzten zwei Kilometer der Strecke schneefrei, aber der Veranstalter hatte hier gestreut, sodass es sich einwandfrei laufen ließ.

 

 
Nadelöhr
© marathon4you.de 2 Bilder

Nach 6 Kilometern kam der erste Verpflegungspunkt auf der Strecke, an dem es Haferschleim, Schmalzstullen, Tee und Obst gab. Die Helfer wurden von Runde zu Runde blasser und ich war mit der Lauferei noch gut bedient, obwohl mir auch kalt war. Schon als ich vor zwei Jahren erstmals mit Haferschleim in Kontakt gekommen war, empfand ich diese Läufernahrung als wahrlich abartig. Diesmal wollte ich mich wieder auf einen Versuch einlassen. Ich weiss nicht warum, aber es hat wunderbar geschmeckt - ein wenig wie Grießbrei – nicht nur sehr lecker, sondern auch warm.

 

Nach ca. 8 Kilometern führte der Kurs auf einen asphaltierten Weg in Richtung Start/Ziel, vorbei an Wiesen, wo Kühe grasten, die gerade Nachwuchs hatten. Leider war mir zu kalt, um kurz zu verweilen und mir die Kälber genauer zu betrachten. Ich erinnerte mich in diesem Moment an den Osnabrücker Landmarathon, der bei Agrarökonomen auf reges Interesse gestoßen wäre. Ich hatte bei keinem Lauf zuvor so viele unterschiedliche Kuharten gesehen, und bis dahin nicht gewusst, dass es so große Unterschiede gibt.

 

Bevor wir für die fehlende Rundendifferenz noch ein Pendelstück laufen mussten, verlief die Strecke parallel zum alten Finowkanal, der komplett zugefroren war. Ich empfand die letzten zwei Kilometer als schönsten Streckenabschnitt, da er für reichlich Abwechslung sorgte. Naturliebhaber hingegen wären mit den ersten 8 Kilometern auch sehr zufrieden gewesen – ich hingegen bin kein großer Fan von monotonen Strecken.

 

 
Ein Lob an die frierenden, aber immer freundlichen Helfer
© marathon4you.de 2 Bilder

Nachdem ich dreimal durch das Ziel gelaufen war und mir schon nach der ersten Runde das Zielfinish herbei gesehnt hatte, war es nach der vierten Runde auch bei mir soweit, dass ich die Marathondistanz erreicht hatte und aufhören konnte. Ein wahres Glücksgefühl, da mir während des gesamten Laufs sehr kalt war. Die Umstellung vom sonnigen Spanien hat mir doch arg zu schaffen gemacht.

 

Ansonsten bleibt festzuhalten, dass der Lauf sehr gut organisiert war. Die Helfer, die stundenlang in der Kälte ausharrten und dennoch immer freundlich waren, boten eine perfekte Infrastruktur. 

 

Siegerliste:

 

Marathon Männer:

1. Karlheinz Wild M50  2:26:14
2. Jens Scheffler M30 2:59:20
3. Detlef Voss  M50 3:00:34

 

Marathon Frauen:

1. Simone Berndt W 30 3:57:57
2. Simone Stegmeier W 40  3:59:11
3. Daniela Dilling W 40 4:11:56

 

Teilnehmer:

Marathon: 64
Dreiviertelmarathon: 43
Halbmarathon: 108

Viertelmarathon: 98

 

Streckenbeschreibung:

Vier Rundenkurs; außer ein paar kleinen Wellen am Anfang sehr flach; 2/3 Waldwege und 1/3 Asphaltwege

 

Gratifikation:

Urkunde, Finisher-Shirt für alle Finisher; Medaille hingegen nur für die drei Erstplatzierten der Altersklasse

 

Drumherum:

Elektronische Zeitmessung; Duschen und Umkleidemöglichkeiten im Vereinshaus; Parkmöglichkeiten unweit vom Start/Zielbereich auf einer Wiese

 

Verpflegung:

Zwei Verpflegungspunkte: 1. VP Start/Zielbereich, 2. VP bei Kilometer sechs / Tee, Haferschleim, Schmalzbrote, Wasser, Äpfel, Bananen  

 

Informationen: Naturmarathon
Veranstalter-WebsiteE-MailErgebnislisteHotelangeboteOnlinewetterGoogle/Routenplaner

 

Anzeige

Das M4Y-Buch

Das M4Y-Buch bestellen

Aktuelle Print-Ausgabe

Das marathon4you.de Printmagazin
 
  • MeldungenMeldungen
  • TermineTermine
  • LaufberichteLaufberichte
  • MagazinMagazin