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Medical Park Marathon in Bad Rodach. Am Tag der Deutschen Einheit laufen wir mehrmals über die frühere Grenze zwischen Bayern und Thüringen. Ein echter Geheimtipp, familiär organisiert. Und man bietet dem Teilnehmer allerhand. Lest weiter.

24 Jahre besteht nun schon die Deutsche Einheit, was für uns Läufer die Gelegenheit gibt, das ein oder andere Läufchen auf die Agenda zu nehmen. Den Lauf der Deutschen Einheit im thüringischen Mühlhausen gibt es schon einige Jahre nicht mehr, dafür findet der Medical Park Marathon in diesem Jahr zum neunten Mal statt. Was beiden Veranstaltungen betrifft: Die ehemalige Grenze und der Eiserner Vorhang wurde und wird tangiert oder sogar überquert. Hier in Bad Rodach wird der Kurs für die Marathonis vier Mal die Bundesländer wechseln. Eine großartige Idee, den Feiertag auf sportlichem Weg zu begehen.

Ein Mitstreiter, nein, ein Mitläufer, will mit mir kommen: Der Franz Steichele, der neuen Strecken stets aufgeschlossen ist. Das Navi schickt mich zuerst über Bamberg, dann über die Provinz der Haßberge bis wir quasi über verschlungene Wege über Heldburg nach Bad Rodach ankommen. So kann ich den Franz gleich einen sehenswerten Punkt auf unserer Anfahrt zeigen. Und die Veste Heldburg werden wir später während unseres Rennens zwar nicht aus allernächster Nähe, doch vom Tal aus genau sehen.

 

Vor dem Start

 

Wir sind relativ zeitig dran, so erwischen wir noch einen Platz für die Karre im Parkhaus für die Mitarbeiter. Man geht praktisch heraus über die Straße und steht direkt vor dem Medical Park. Im weitläufigen Gebäude sind die Wege für Anmeldung, Umkleide und was der Läufer sonst noch so braucht, klar und deutlich ausgeschildert. In der Anmeldung brummt schon der Laden, Nummern werden ausgegeben, Starttüten verpackt und Fragen beantwortet. Mit fast 400 Anmeldungen erreicht man das Niveau des Vorjahres.

 
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Die Initiative Rodachtal tritt als Veranstalter auf. Der Verein hat sich als Ziel gesetzt, die Region des Rodachtal mit den Städten Bad Rodach, Seßlach, Bad Colberg-Heldburg, Ummerstadt sowie einigen Gemeinden touristisch, wirtschaftlich, sozial und regional weiter voran zu bringen. Die Mitbürger, Politiker und Wirtschaft wollen ihre gemeinsame fränkische Heimat zukunftsorientiert gestalten. Die Themenfelder Kommune/Infrastruktur, Kultur/Bildung, Tourismus, Natur/Landwirtschaft und Regionale Kommunikation werden dabei „beackert“. Im Vorstand der Initiative sind daher Bayern und Thüringer in gleicher Sache tätig und ziehen an einem Strang.

Für die Teilnehmer und Begleiter wird vieles geboten: Marathon, Staffelmarathon (zu viert) sowie Halbmarathon für die Aktiven. Im Zielbereich gibt es eine Hüpfburg sowie ein eigenes Programm für die Kinder. Sambashow, eine Tanzdarbietung mit der Gruppe „Dancing For Ever“ sowie eine Zumba-Einlage komplettieren das Angebot. Für Interessierte wird auch eine Besichtigung des Medical Parks angeboten.

Die Startgebühr ist günstig, sie geht von 18 EUR für den Staffelteilnehmer bei Vormeldung bis hin zu 38 EUR, die als Nachmeldung beim Marathon fällig werden. Neben der üblichen Infrastruktur erhalten alle Voranmelder ein Funktionsshirt, Onlineurkunde, zwei Gutscheine für Essen und Trinken während der Siegerehrung sowie einen freien Eintritt in die Rodacher ThermeNatur an einem beliebigen Tag. Heute können wir uns nach unserer Aktivität im Wellnessbereich des Medical Parks einschließlich des Schwimmbad und der Sauna erholen und relaxen. Massagen werden ebenfalls angeboten.

Geschäftsführer Christian Grunow begrüßt als Gastgeber die Teilnehmer und Gäste und dann geht es in wenigen Minuten nach einem Count-Down auch schon auf die Strecke.

 

Erste Kilometer

 

Durch ein großes Zufahrtstor, heute gleich als Marathontor genutzt, geht es sehr gefällig die Allee hinunter zur Hauptstraße. In den letzten Informationen wurden wir darauf hingewiesen, es geht nämlich am Ende des Laufes da wieder hinauf. Die Sonne scheint, die Temperatur bleibt noch unter der Zehn-Grad-Marke, vereinzelt sehe ich sogar Handschuhe. Auch wenn es mir jetzt noch in die Pratzen friert, das ist in wenigen Minuten vorbei, wenn der Kreislauf angesprungen ist. Ich mache einige Bilder, verliere kaum Zeit und sehe aber schon den Besenwagen. Das Feld rollt schnell hinunter, aber die werden schon noch langsam werden. Und wenn es bei Kilometer 30 ist!

 
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Der Kurs streift das Rodacher Stadtgebiet nur ganz kurz, dann führt unser Weg wieder Richtung des Medical Park, aber kurz danach laufen wir gerade aus und nicht den Anstieg hoch Richtung Therme. Erst 1972 wurde die 34 Grad warme Thermalquelle erschlossen. Schon kurz danach begannen die Planungen für ein Thermalbad, welches 1976 eröffnet wurde. 1999 wurde Rodach als Heilbad anerkannt und zugleich in Bad Rodach umbenannt.

Viele Zuschauer werden wir heute nicht zu sehen bekommen. Die meisten treiben sich an den Wechselpunkten, an den Versorgungsstellen und in den Ortschaften herum. Doch die am Kurs stehen, motivieren uns und treiben uns weiter.

Die zu belaufende Strecke ist meist auf kleineren Straßen, die zwar nicht für den öffentlichen Verkehr gesperrt sind, doch eine Tempobeschränkung meist auf 50 km/h sorgt für ein wenig Sicherheit. Doch wir werden immer auf Schildern hingewiesen, dass die Straßenverkehrsordnung auch für uns gilt. Also sollte man die Augen auf den Wegen offen halten und nicht unbedingt mit einem Knopf im Ohr den Verkehrslärm ausblenden.

 

Hinüber nach Thüringen

 

Kilometer drei: Auf der Anhöhe des 449 Meter hohen Straufhain ist die gleichnamige Burg zu sehen. Der Hain ist die höchste Erhebung des Heldburger Landes. Vorher tangieren wir kurz Rudelsheim (Kilometer vier), den letzten fränkischen Ort. Die wenigen Zuschauer am Abzweig klatschen artig, als ich ihnen ein lautes „Guten Morgen miteinander“ hinschmettere.

 
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Neidisch werde ich auf Oliver Malowitz. Seine schwarz-rot-goldene Kopfbedeckung hat es mir angetan. Zu kaufen gibt es das Ding nicht, informiert er, das hat ihn seine Vermieterin gehäkelt und vermacht.

Wir werden die Burg Strauf rechterhand liegen lassen, doch warten auf uns rund 20 bis 30 Höhenmeter auf befestigten Feld- und Waldwegen zum Wald hin und drinnen. Direkt am Waldrand ist der frühere Kolonnenweg noch zu erkennen, jetzt können da Wanderer in friedlicher Absicht zwischen beiden Ländern ihrem Hobby nachgehen. Die Burg war zur Zeit der deutschen Teilung von den Grenztruppen der DDR besetzt, von oben beäugte man den Klassenfeind und traute ihm nicht über den Weg. Die damals verlegten Minenfelder sind längst geräumt und heute weisen zahlreiche Wanderschilder auf lohnende Ziele hin.

Ein lohnendes Ziel dürfen wir im Wald anlaufen, die erste Versorgungsstelle. Wasser, Mineraldrinks, warmer Tee, jetzt schon Cola, Bananen, Äpfel. Verhungern braucht hier keiner, denn alle fünf Kilometer sind die Tankstellen gelegt und in der zweiten Hälfte sind die Abstände noch kürzer. Frühzeitig werden diese angekündigt, damit jeder sich darauf einstellen kann.

Recht gefällig verlassen wir den Wald und rennen auf Seidingstadt zu, das wir ebenfalls nur kurz berühren. Unser Kurs dreht jetzt nach Süden.

Kilometer neun: Von vorne höre ich von einem Läufer „Brotzeit“ und er holt sich ein Gel aus seiner Tasche. „Jetzt müsste dann dein Turbo zünden“, darf er sich von mir anhören. Er will jedoch noch warten, nicht dass gegen Ende hin der Streckenvermesser herhalten muss, weil die Kilometer zu lange werden.

Der erste Wechselpunkt wird bereits einen Kilometer in Völkershausen angekündigt. Dort ist Remmidemmi. Die einen haben fertig, schnaufen aus, die anderen machen sich an ihr Tageswerk. Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr löschen heute kein Feuer, sondern unseren Durst. Sie machen einen Top Job.

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Informationen: Medical Park Marathon
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