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Der Kyffhäuser hat es in sich!

10.04.10
Autor: Joe Kelbel

Einige der m4y-Leser mögen sich erinnern, wie ich in Marburg mit Professor Bobby aus Jena im Bierkeller über Kaiser Friedrich II philosophierte („Schlaflos in Marburg, 03.07.09). Kaiser Friedrich II, der mehr als 100 Kinder hatte, war einer, wie kein anderer Herrscher.  Er war eine überragende Persönlichkeit. Er sprach mehrere Sprachen und verknüpfte Traditionelles mit einer zukunftsweisenden Verwaltungsstruktur.

Als Friedrich die durch Reichtum, Üppigkeit und Sittenlosigkeit entartete Kirche kritisierte, begannen die Auseinandersetzungen zwischen ihm und dem Papst. Fortan galt er beim Klerus als Ketzer, während er beim Volk als politischer Messias galt. Der Papst prophezeite ein gewaltiges, göttliches Strafgericht über Friedrich. Aber  solches Unheil  blieb aus, und von nun an glaubte niemand mehr daran, daß Friedrich jemals sterben könnte.

In den folgenden Jahrhunderten  herrschte großer Streit, ob Friedrich gestorben sei oder nicht. Ende des 13. Jh betraten sogar einige „falsche Friedriche“ die politische Bühne, ein Mythos war geboren. Das Volk träumte von der  Wiederkehr des großen Kaisers. Um dieses zu unterbinden, errichtet die Kirche im 14 Jh eine Wallfahrtskapelle auf der Reichsburg Kyffhausen -  nach dem Motto, gibt es erst einen Wallfahrsort, wird man auch an seinen Tod glauben. Der Schuß ging allerdings nach hinten los, denn numehr glaubte das Volk den Beweis zu haben, daß Friedrich II  sich hier tief im Kyffhäusergebirge, unterhalb der uralten Reichsburg verborgen hält.

Es erstanden zahlreiche Schriften, die diesen Glauben festigten, und die Gestalt Friedrichs  II vermischte sich mit der Gestalt seines Großvaters Friedrich I Barbarossa, die Barbarossasage war geboren.

Am Vorabend des Bergmarathons, im Festzelt, als die meisten Läufer schon weg sind, ist Barbarossa vergessen, denn Ingo Naumann, der örtliche Santana, orgelt die E-Gitarre. Und was er da rausholt, grenzt an ein Zauberwerk. Erst nach Samba Pa Ti und einigen Schwarzbier schließe ich das Festzelt hinter mir ab.

 
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Der schiefste Kirchturm der Welt, die Ruine der Oberkirche, ist ein wunderbarer Orientierungspunkt für meine Suche nach der Turnhalle. Ein Kontrollgang muss ja sein, zwischen all den Verrückten! Und tatsächlich erwische ich  Sigrid bei ihrem heimlichen Schlummertrunk.

Samstag, viel Leben im Festzelt, denn draußen ist es unangenehm kühl. Etwa 300 Marathonläufer treten erst wenige Minuten vor 9 Uhr in den Startblock. Wir werden 700 HM überwinden müssen,  nicht  schockierend, aber: der Kyffhäuser hat es in sich!

 
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Schnell ist das Läuferfeld auseinandergezogen und man kann frei laufen. Auf der rechten Seite das  Kyffhäusermassiv, kaum eine Pflanze wächst hier. Jenes Meer, aus dem der Salzstock im 20 km entfernten Sondershausen(Untertagemarathon) entstand, hinterließ hier ein versteinertes Schlammgemisch, welches nun vom Regenwasser durchhöhlt wird.  Das Wasser fliesst durch den karstige Untergrund, ohne dass Pflanzenwurzeln es nutzen könnten,  bildet gewaltige Höhlen, die einbrechen und die Oberfläche mitreissen. Auch Gebäude wie die Oberkirche, sowie die Strasse auf der wir laufen, versinken langssam im Untergrund.

 
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Informationen: Kyffhäuser Bergmarathon
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