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Laufberichte

Laufend spenden für Diabetes-Nannys

25.05.13

Schon seit 5 Jahren veranstaltet der Lions-Club mit Lauf-KulTour eine Laufveranstaltung in Chemnitz und unterstützt damit soziale Projekte in der Region. Die Chemnitzer Lions veranstalten dieses Lauf-Event nicht um Geld zu verdienen, sondern sie spenden für jeden gelaufenen Kilometer 1€ und unterstützen damit jedes Jahr verschiedene soziale Organisationen.

Wieder zieht es mich mit meinem Lauffreund Dieter in die Neuen Bundesländer, diesmal nach Sachsen. Wir sind Gast in Chemnitz, das von 1953-1990 Karl-Marx-Stadt hieß. Die damalige DDR-Regierung hatte beschlossen, dass K-M-S die einzige Stadt auf der ganzen Welt wird ohne echte Innenstadt sein soll. Aber es gibt eine schöne Altstadt, kombiniert mit modernen Gebäuden. Wenn der Chemnitzer Karl-Marx-Stadt sagt, hört sich das ungefähr so an: "Gorll-Morggs-Stodd". Oft  benutzt er ein „no’r“ als Füllwort, was mir besser gefällt, als ein „äh“ oder „ähm“.

Heute leben in Chemnitz knapp 250.000 Einwohner. Der Fluss gab der Stadt den Namen. Die Chemnitz entsteht in der Stadt aus dem Zusammenfluss von Zwönitz und Würschnitz und fließt nach 37km in die Zwickauer Mulde.

Chemnitz erreicht man auf der A4 ziemlich in der Mitte zwischen Gera und Dresden. Schon bei der Anfahrt merkt man, Chemnitz ist eine grüne Stadt. Links und rechts der Straße gibt es ausgedehnte Grünflächen und Parkanlagen. Hinter dem Eissportzentrum schließt sich der Küchwaldpark an mit über 20km langen Wegen, die intensiv von den Joggern genutzt werden.

 
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In der Galerie Roter Turm, einem großen Einkaufszentrum,  befindet sich die Startunterlagenausgabe, die von 14 bis 20 Uhr geöffnet ist. Dieter meldet sich nach und bekommt sogar seine Startnummer mit Namen bedruckt. Toller Service. Das Startgeld für den Marathon beträgt 42,19 € und als Nachmelder 50€. Da ja für jeden gelaufenen Kilometer 1 Euro gespendet wird, geht das Startgeld der Marathonis komplett in den Spendentopf. Supersache.

Beim Meldeschalter werden wir herzlich von Martin Arzt begrüßt und man hat sofort das Gefühl, hier ist man als Marathoni ganz besonders willkommen. Die  Pasta ist besonders lecker und wird sehr liebevoll serviert. Nachschlag wird gerne gereicht, man freut sich, wenn’s schmeckt. Die Getränkeauswahl ist riesig. Am Nachmittag gab es noch ein Show- und Musikprogramm, erzählt uns  Dirk Lange von LaufKulTour e.V.

Hinter der Galerie sieht man den Roten Turm, der vermutlich im späten 12. oder dem beginnenden 13. Jahrhundert erbaut wurde und älter als die Stadtmauer ist. Heute ist er ein Museum.

Dirk und sein junges Team sind sehr engagiert, damit es den Läufern an nichts fehlt und man gerne wiederkommt. Was ich nicht wußte: Die Lauf-KulTour ist ein 4.000 Kilometer langer Staffellauf rund um Deutschland. 12 Studenten der TU-Chemnitz umrunden in 16 Tagen zu Fuß Deutschland. Dirk hatte 2005 die Idee bei einem 100 Kilometerlauf um Jena. Seit dieser Zeit organisiert er diesen Event. Durch ein ausgeklügeltes Wechselsystem ist es möglich, täglich ca. 250 Kilometer zurückzulegen.

Näheres Infos unter: www.lauf-kultour.de

Samstag, Marathontag: Früh aufstehen muss nicht sein, denn der Marathonstart ist um 10 Uhr. Danach werden der Bambinilauf, der Schülerwettkampf und um 11:00 Uhr der HM, VM, MM, Teamlauf und Teammarathon gestartet.

Wir parken unser Auto in der Nähe vom Bahnhof und gehen so gegen 9 Uhr zum Neumarkt. In einem Zelt gibt es die letzten Startunterlagen und für die spätentschlossenen Läufer bzw. Läuferinnen die Möglichkeit einer Nachmeldung. Auf dem Platz hat Radio Chemnitz eine Bühne aufgebaut und wird den Tag für Unterhaltung sorgen. Außerdem stehen hier der Future Truck der TU Chemnitz mit vielen weiteren Attraktionen, sowie diverse Stände mit Produkten aus dem Umland.

 
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Dirk ist bereits wieder im Einsatz, nach nur 2 Stunden Schlaf im Auto. Er fragt  nach unseren Wünschen. Ja, wir wollen trockenes Wetter, aber die Wettervorhersage spricht von 70% Regenwahrscheinlichkeit.

Beim Gang über den Platz fallen einem die vielen schönen Gründerzeit- und Jugendstilhäuser auf. Leider wurden über 250 Baudenkmäler in den Jahren 1990-2007 abgerissen. Das wohl bekannteste Wahrzeichen der Stadt ist der in ca. 100m Entfernung stehende „Nischel“. So nennen  die Einwohner den über 70t schweren und 7,10m hohen Karl-Marx-Kopfes nennen.

Die Marathonis versammeln sich zwischen dem Siegertschen Haus und dem Rathaus. Das Doppelrathaus besteht aus dem spätgotischem alten Rathaus und dem immerhin auch schon 100 Jahre alten neuen Rathaus. Im Rathausturm wurde als Hochzeitsportal das sogenannte Judith-Lucrezia-Portal eingebaut. Ursprünglich schmückte dieses Renaissanceportal eines der Bürgerhäuser auf der anderen Marktseite. In der Inneren Klosterstraße befinden sich 4-5 stöckige Wohn- und Geschäftshäuser. Besonders sticht hier das Siegertsche Haus hervor. Die in rosé gefasste Fassade aus dem des 16. Jh. hat wunderschöne barocke Verzierungen um die Fenster sowie am Dachgiebel goldene Wappen und eine goldene Krone.

 
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Pünktlich erfolgt der Startschuss und 80 Marathonis verlassen den Marktplatz. Die Strecke führt uns durch eine schmale Gasse am Rosenhof vorbei auf die lange Annaberger Straße. Der Uferstrand der Chemnitz ist verwaist, bei schönem Wetter sonnt man sich hier.  Wir überqueren den Fluss (km 1) und sehen im Gras die  die Skulptur „Antrieb-Auftrieb“.

Schon kurz nach dem Start komme ich mit Carsten Koczor ins Gespräch. Wir wollen heute beide um die 5:30 Stunden laufen. Ich will wie immer viel fotografieren und mich auch mit den Streckenposten unterhalten. Das passt ihm auch gut in seinen Plan und so traben wir bis zum Ende gemeinsam.

Über die Bundes- und Reichsstraße geht es leicht aufwärts. Bei der Bahnunterführung begrüßen uns die „Drummed Boxes“ . Sie sitzen auf ihren Boxen und feuern die Läuferschar super an.

Ehemalige Trabi-Garagen erinnern an alte Zeiten. Auch wer zu DDR-Zeiten keinen Trabi hatte, hatte oft so einen Schuppen, in dem, wenn kein Auto, dann Produkte aus dem eigenen Garten gelagert wurden. Dann sind wir auch schon in einem Grüngürtel der Stadt.

Kurz hinter Km 2 weisen uns Schilder und Helfer den Weg auf die große Runde von 10.548,75 Meter. Das Überqueren der Straße erfolgt unter großem Lärm, denn vier Frauen vom trommel-projekt-querschlag bearbeiten eifrig mächtige Ölfässer. Auf der folgenden Begegnungsstrecke ist natürlich noch kein Gegenverkehr.

Der Supersound der Trommlerinnen treibt uns weiter im Stadtpark am kleinen Teich vorbei zum Rosengarten. Die Bronzefigur eines Mädchens mit den ausgestreckten Armen schaut aus, als wolle es trockenes Wetter für uns erflehen. 

Hinter dem Garten ist die erste Versorgungsstelle. Hier werden wir herzlichst empfangen und mit Wasser, Apfelschorle und Obst versorgt. Wir überqueren eine Straße, die durch die Polizei gesichert ist und tauchen unter großen Bäumen tiefer in den herrlichen Stadtpark ein.

Dann kommt wieder eine Streckenteilung, wir biegen rechts ab. Freundliche Streckenposten machen ein Verlaufen unmöglich. Es geht weiter unter herrlichem Grün bis zur nächsten Wasserstation in der Nähe des Sportcenters, dann zum  idyllischen Stadtparkteich.

Am Ende des Teiches kurz vor dem Südring, der hier den Park begrenzt, geht es zurück durch den Park. Wegen des kühlen Wetters ist nicht viel los, es gibt nur wenige Spaziergänger, aber alle feuern die Läufer an.

Der Otto-Werner Garten empfängt uns mit lautem Rauschen, das das 3-stufige Chemnitz-Wehr mit Fischtreppe verursacht. Ab km 6,7 sind wir aus der Schleife raus und wieder auf dem Begegnungsstück. Kurz vor den Trommlern am Ende des gemeinsamen Stückes kommen uns die schnellen Marathonis entgegen, sie laufen schon ihre 2. Runde. Kurz vor der Chemnitz kommt uns die riesige Schar der Läufer vom Halb-Marathon, Viertel-Marathon, Mini-Marathon sowie die Teilnehmer des Teamlaufes und vom Teammarathon entgegen. Auf dem Weg über die Annaberger Straße zurück bis zur Bahnhofstraße wird es jetzt etwas eng. Den Läufern folgen auch ein paar Handbiker.

 
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Wir passieren das ehemalige Lichtspielhaus „Weltecho“ und kurz vor der Bahnhofstraße kommen uns Dieter mit Yvette und Mario entgegen. Beim Überqueren der Bahnhofstraße macht mich Carsten darauf aufmerksam, dass im Museum im Dietz versteinerte Bäume sehen kann. Gleich sind wir am neuen Rathaus und sehen die 4,75m hohe Rolandsfigur, Symbol für Freiheit und Gerichtsbarkeit.

Dann der Neumarkt, wo die Staffeln ihr Personal wechseln. Die Wartenden fiebern ihrem Einsatz entgegen. Wir laufen über Kopfsteinpflaster eine Runde vorbei an der Galerie Roter Turm sowie am futuristischen Gebäude eines großen Klamottenladens. Dabei umlaufen wir fast komplett das Neue Rathaus. Auf der Rückseite kommen wir an der Sankt Jacobi Kirche vorbei. Die Laufstrecke verläuft entlang des Langhauses, das als gotische Hallenkirche nach dem Stadtbrand von 1333 wieder aufgebaut wurde.

Gleich ist die erste Runde geschafft, die angestrebte Zeit passt, kurz trinken und ab in die 2. Runde.

Unter der Eisenbahnbrücke trommeln die Drummed Boxes unentwegt für die Läufer. Dann sind wir auch schon wieder im Grünen. Das Wetter hält, es wird langsam wärmer. Der versprochene Regen bleibt zum Glück aus.

Bei  km 16,5 sind die Ölfässer von trommel-projekt-querschlag wieder in Aktion. Ein Fass ist nicht besetzt und ich so muss ich einfach mal einspringen. Entschuldigung für mein unrhythmisches Schlagen, aber es hat verdammt viel Spaß gemacht.

Das langgezogene Feld der Viertel- und Halbmarathonläufer kommt uns jetzt entgegen. An der Versorgungsstelle wird gegrillt. Läufer und Helfer genießen den Tag.

Auch die 2. Runde ist geschafft und damit Halbzeit. Alles ist im Plan, auch die Zeit. Die 3. Runde gehe ich etwas langsamer an. Es wird teilweise etwas sonnig und gleich auch warm. Der „Sommer“ hält aber nicht lange, gegen Ende der Runde gibt es Schauer. Die Trommler haben sich wieder und die Eisenbahnbrücke verzogen. Unter leichtem Regen geht es in die Innenstadt – Neumarkt, St. Jakobi, großer Rote Bogen, fertig.

Nun noch die vierte, die letzte, die Ehren- und Abschiedsrunde. Das angesammelte Zeitpolster wird für ein Schwatz da, ein Foto dort und vor allem für ein bereits auf der ersten Runde versprochenes Bier aufgebraucht. Danke, liebe Chemnitzer, ihr seid wirklich Klasse.

 
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Auf den letzten 200 Metern kommt uns im Regen Dirk entgegen und begleitet uns durchs Ziel. Echt super. Dann überreicht er uns auch noch persönlich die Medaillen. Übrigens, die sind aus  Holz, werden im Erzgebirge in einem Kleinkunstbetrieb hergestellt, und haben auf der Rückseite den Nischel eingebrannt.

Die angestrebten 2.000 Teilnehmer hat man leider nicht erreicht, woran das Wetter nicht ganz unschuldig sein dürfte. Auch der zeitgleich stattfindende Rennsteiglauf wird Teilnehmer gekostet haben. Das ändert aber nichts am Resümee:  Die Veranstaltung ist perfekt und sehr empfehlenswert. Gerade als Marathoni wird man hier besonders herzlich empfangen und auch betreut. Die Pasta gehört zu den schmackhaftesten, die mir in meinem Läuferleben angeboten wurden. Hierher komme ich gerne wieder.

Im Ziel: Marathon 74, Halbmarathon 274, Viertelmarathon 348 sowie rund 600 weitere Teilnehmer auf den anderen Strecken.

Marathonsieger:
Männer
1. Denny Richter  Chemnitz  2:43:43
2. Sven Vogt  Frankenberg  2:44:32
3. Benjamin Köhler Lauf-KulTour  2:53:15

Frauen
1. Dorothea Frey  Leonberg  3:07:48
2. Anke Grümmert  Limbach-Oberfrohna 4:02:27
3. Yvette Maciolek  Neunkirchen  4:39:42

 

 

Informationen: Chemnitz-Marathon
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