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Merkwürdige Geheimnise im Burgwald

28.08.11
Autor: Joe Kelbel

Ein Riese wohnte oben auf dem Rauschenberg, ein anderer gegenüber auf dem Burgholz. Sie besaßen eine gemeinsame Axt, die warfen sie sich gegenseitig zu, wenn einer sie brauchte. Als das zu langweilig wurde, warfen sie Steine. Im Westhessischen Berg-und Senkenland liegen die Steine im Verborgenen. Am bekanntesten sind die zwei Steine bei Caldern und der in Wiera (Schwalmstadt), an allen dreien erkennt man deutlich die Fingerabdrücke der Riesen.

Weniger bekannt ist der Stein von Langenstein. Er gab dem Ort seinen Namen. Langenstein liegt 5 km vor Rauschenberg, dem Austragungsort des Marathons. Der Stein steht direkt an der Ostseite des Kirchhofes, aber extra außerhalb der Kirchhofsmauer. Einst war er sechs Meter hoch, bis ein Blitz ihn spaltete. Wie tief er reicht, ist unbekannt.

Es sind Menhire, Kultsteine aus der Jungsteinzeit. Die meisten wurden zerstört, einige wie der in Langenstein wurden „christianisiert“.

Langenstein und Rauschenberg  liegen an einer uralten Handelsstrasse. Nach den Steinzeitbewohnern kamen die Kelten, die ihre Fluchtburgen auf den Bergen hinterließen, die größte ist auf dem Christenberg. Dann kamen die  germanischen Chatten, der Name Hessen geht auf diesen Stamm zurück. Sie verehrten an diesen Steinen den Gott Wotan. Ein kleines Relief an der Kirche von Langenstein zeigt Wotan in Begleitung seiner Wölfe Geri und Freki, daneben ein keltisches Sonnensymbol. Ein weiterer Stein ist mit einer Schreckensmaske Wotans verziert. Die mittelalterlichen Friedhofssteine bilden eine Art Stonehenge. Sehr merkwürdige Gegend.

 
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Missionare errichteten an Wotanheiligtümern Jakobuskirchen, so auch die Jakobuskirche in Langenstein. Jakobus ist der Schutzheilige der Handelsreisenden, Wanderer und Marathonläufer.

Rauschenberg liegt eingebettet in grüne Wälder und hüglige Felder. Idyllisch am Waldrand auf einem Gipfel thront die imposante Kirche aus dem 13. Jahrhundert. Neben der Kirche das alte Schloßtor. Gut erkennbar die Gleitbahnen des Fallgitters. Im Durchgang des Schloßtores der Abdruck eines Pferdehufes. Hier wurde Anna Martha Falk ermordet.Es wird erzählt, das Pferd des Mörders hätte sich durch den Todesschrei des Mädchens so erschreckt, dass es austrat und hier den Abdruck hinterließ.

Auch interessant, wie der Landgraf, der im Schloß wohnte verstarb: Vor 500 Jahren war es üblich, sich den Bauch so zu schnüren, daß er gewaltig vortrat, um größer, stärker und furchterregender auszusehen. Er hatte übertrieben.

Glücklicherweise habe ich so eine Schnürung nicht nötig.

Der Weg zum Schloß wird immer schmaler, bis er gänzlich unsichtbar wird. Anscheinend meiden die Einwohner Rauschenbergs die Ruinen. Ein seltsamer Felsenkeller. Grundlos wurde das Schloß gesprengt, drohend stehen blieb nur der Teil aus dem 13. Jahrhundert.  Aus dem uralten Fenster blickt man hinunter zu „Riemenschneiders Loch“. Riemenschneider war ein übler Typ, den nicht mal die Erde haben wollte. Und so wurde sein Leichnam jahrelang bei Regen an die Oberfläche getrieben. Noch heute wird er manchmal in seinem weißen Totenkleid gesichtet. Merkwürdig,  dass dies in der Grundschule durchgesprochen wird.
Auch merkwürdig: 1780 wurde das Kaffeetrinken verboten, und ein Jahr später musste jeder Bürger jährlich 12 Spatzenköpfe beim Bürgermeister abliefern.

 
© marathon4you.de 26 Bilder

Heinz Kalestch  wohnt gegenüber am anderen Hang, am Galgenberg. Jahrelang hingen die Erhängten zur Abschreckung gut sichtbar über dem Dorf, bis sie zerfielen. Damals lebte in Rauschenberg Catherine Thielen. Die Verhandlungen gegen sie liest sich wie ein Hexenprozeß. Am 04.August 1661 hat sie morgens hinter ihrem Haus Flachs geschlagen. Zweimal ging ihr die Laterne aus. Beim dritten Mal fing der Flachs Feuer und einige Häuser brannten ab. Sie trug während des Brandes ihre Wertsachen in den Keller, ohne sich um den Brand zu kümmern.

Daß Heinz letzte Nacht nicht viel geschlafen hat, liegt nicht an den  Überresten der Erhängten unter seinem Haus, auch nicht daran, daß er der Veranstalter des Burgwald Marathons ist, denn das hat er reibungslos und ruhig hinbekommen. Es muss ein anderer Grund gewesen sein. Merkwürdigerweise hörte der Regen  über Nacht auf und Heinz stand total übermüdet vor dem Starttor, als um 8:30  der Startschuß fiel. Merkwürde, dass sich DiDiDieter mit einer merkwürdigen grünen Hose und einem seltsamen Stirnband mit drittem Auge an den Start begibt.

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Informationen: Burgwald-Marathon
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