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Laufberichte

Wetterfeste Bottwartäler

20.10.13

Bereits beim 1. Bottwartal-Marathon 2004 kamen 3177 Sportler ins Ziel; darunter stattliche 796 Marathon-Finisher. 2006 wurde erstmals die 4000 Teilnehmer-Marke geknackt. Wobei die Teilnehmerzahlen beim Halbmarathon und 10 km Lauf mit großem Zuwachs den damals überall einsetzenden Schwund beim Marathon mehr als ausgleichen konnten.

Der 8. Bottwartal-Marathon im Jahr 2011 war der letzte, den der Organisationschef Werner Neumann als Verantwortlicher leitete. Er gab den Stab weiter an Gerhard Petermann. Die Kellerei der Bottwartaler Winzergenossenschaft war in diesem Jahr auch zum letzten Mal Standort des Laufevents. Neuer Startort in 2012 wurde Steinheim.

Da wir den Lauf letztes Jahr verpasst haben, sind wir umso gespannter auf den neuen Bottwartal-Marathon. Genügend attraktive Wettbewerbe gibt es ja: am Samstag den Bambini Lauf, den Werkstättenlauf für Behinderte, die Schülerläufe, den 1/10Marathon und diverse Walking-Wettbewerbe. Dann am Sonntag den 10 km Lauf, den Halbmarathon, den Marathon mit Staffel- und Teamläufen. Außerdem in diesem Jahr zum ersten Mal einen Ultra.

Wir sind gut in der Zeit, als mein Mann Norbert und ich Steinheim a.d. Murr erreichen. Verkehrsschilder weisen bereits frühzeitig auf die umfangreichen Streckensperrungen hin. Vorbildlich und nicht zu übersehen sind die Parkplatzschilder, um problemlos zum Eventgelände zu gelangen. Mehrere Parkplätze stehen zur Auswahl. Helfer koordinieren hier den  PKW-Verkehr.
Für die letzten 200 m zu Fuß reihen wir uns in den Strom der Sportler ein. Gemeinsames Ziel ist die Blankensteinhalle beim Freizeitbad Wellarium. Hier auf der Höpfigheimer Straße ist auch der Startbogen aufgebaut.

In der großzügigen Sporthalle gibt es die Startunterlagen für die verschiedenen Wettbewerbe. Auch Nachmeldungen sind möglich. Nur der MZ-Urmensch Ultra mit seinen 99 Startplätzen ist schon seit Wochen ausgebucht. Es herrscht reger Betrieb, ohne aber überfüllt zu sein. Zügig erhalten wir die Startnummern mit dem freundlichen Hinweis, wo das im Startgeld inbegriffene Langarm- Funktionsshirt abzuholen sei. Dort gibt es auch noch ein Fläschchen Wein vom zuvorkommenden Helfer.

Auf der Bühne ist der Gottesdienst gerade zu Ende. Nun folgt eine Ehrung für Starter, die zum 10. Mal dabei sind. Es sind doch einige, die bisher an jedem Bottwartal-Marathon teilgenommen haben. Draußen wird es laut: Punkt 9 Uhr erfolgt mit lautem Kanonenböller der Start des MZ-Urmensch Ultras unter dem Startbogen. Den Läufern steht dabei zunächst ein 29 km langer Trailrun mit zahlreichen Höhenmetern bevor. Dann treffen sie in Gronau auf die Strecke des Bottwartal-Marathons um die letzten 21 km gemeinsam mit den Halb- und Marathonis zu laufen.

 
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Die Stimmung in der Halle ist locker. Die letzten Startvorbereitungen werden getroffen. So um die 400 Starter für den Marathon, dazu noch die Läufer für den Team-, und den Staffelmarathon stehen pünktlich um 9 Uhr 30 hinter dem Startbogen. Angefeuert von einer ganzen Reihe Zuschauer machen sie sich auf den Weg.

Es geht die Höpfigheimer Straße hinunter. Hier hat quer über die Strecke „Radio Ton“ ein Zelt aufgebaut, da geht es hindurch. Unten angekommen, führt die Strecke erst mitten durch den Ort , dann ins Industriegebiet. Es geht unter der L1100 durch. Rechts liegen Felder, links fließt die Murr, durch hohe Bäume vom schmalen Radweg getrennt, auf dem wir laufen. Vor uns taucht der Kirchturm der Gemeinde Murr auf. Langsam finden wir unser Tempo und können die Idylle genießen.

Hinter Murr geht es auf die Felder. Dort beschreibt die Strecke ein großes Rechteck und kommt an anderer Stelle im Wohngebiet von Murr wieder an. Inzwischen hat es angefangen zu regnen. Auf dem ungeschützten Weg ist das ziemlich ungemütlich. Trotzdem stehen unterwegs immer wieder Zuschauer, die uns anfeuern. Besonders im Wohngebiet sind es viele kleine Kinder mit ihren Eltern, die der Witterung trotzen.

 
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An der ersten Getränkestelle laufe ich noch durch. Bei so viel Wasser von oben brauche ich noch nichts zu trinken. Bei km 7 erreichen wir den Ortskern von Murr. Hier werden wir mit Live-Musik, Jubel und Applaus begrüßt. Ein Moderator macht Stimmung. Das folgende Gefälle spornt zusätzlich zu Höchstleistungen an. Als Kontrastprogramm landen wir wieder auf den Feldern. Selbst hier steht Publikum und klatscht. Frisch motiviert laufen wir auf einem kleinen Radweg, der uns dann auf einer überdachten Holzbrücke über die Murr bringt.

Der Radweg verläuft zwischen Murr und L1100. Der dichte Baumbestand lässt uns glauben, dass wir im Wald sind. Dann öffnen sich der „Wald“. Rechts liegen abgeerntete Felder, links zeigen die Bäume ihre kräftige Färbung - Herbstidylle pur. Plötzlich hören wir wieder Musik. Eine Band hat sich unter einem Partyzelt eine trockene Stelle verschafft und unterhält die Läufer und Zuschauer mit flotten Rhythmen. Noch lange können wir den Klängen lauschen. Es geht nochmal unter der L1100 hindurch und weiter an grünen Wiesen und Feldern entlang. Bei km 10 können wir in der Ferne die ersten Häuser von Steinheim erkennen, wo wir ja gestartet sind.

Eine Brücke bringt uns über die Murr in den historischen Stadtkern von Steinheim. Hier ist eine Wechselzone für die Staffeln und entsprechend viel los. Auf der gesperrten Kleinbottwarer Straße ist die zweite VP aufgebaut. Gerade wird um die Ecke der 10 km Lauf gestartet. Wenn man genau aufpasst, kann man einen Blick auf die Läufer werfen. Sie laufen dieselbe Strecke, die wir hinter uns haben. Nur, dass sie dann von hier aus direkt ins Ziel laufen können.

Nun geht es leicht bergauf. Wir verlassen den Ort. Die für den Autoverkehr gesperrte Straße führt direkt an der Murr entlang. Wir erreichen Kleinbottwar. Plötzlich kommen uns Läufer entgegen. Das Rätsel ist schnell gelöst. Bei km 13 ist ein Wendepunkt. Gleich dürfen wir auch zurück. Da kommt mir schon Marathon4you-Kollege Daniel Steiner entgegen. Er ist heute als Pacer für 4h15 unterwegs. Super gelaunt läuft er locker mit seiner Gruppe vorbei. Ich versuche kurz dran zu bleiben. Aber das ist sowieso nicht mein Tempo und so lasse ich ihn ziehen. Dafür genießen ich noch den Applaus der wenigen, aber dafür gut gelaunten Zuschauer. Dann verlassen wir den Ort über einen Radweg, der nahezu parallel zur K1702 verläuft.

 
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Die Landschaft ist wunderschön. Rechts Weinberge, links der herbstliche Wald – ein Anblick, der mich entzückt. Wir überqueren die L1115, erreichen Großbottwar und laufen die wenig frequentierte Kreuzstraße hinauf. Erstaunlich, dass auch hier Zuschauer kräftig anfeuern. Hinter einer Lederwarenfabrik kommt die VP. Es schüttet - trotzdem sind die Helfer gut gelaunt. In der Ferne liegt im Dunst die Burg Lichtenberg, das Wahrzeichen des Bottwartals.

Wir sind auf einer schmalen Straße unterwegs. Das Örtchen „Hof und Lembach“ kommt in Sicht. Auch hier stehen vereinzelt,  diese bestens gelaunte Zuschauer, die jeden vorbeikommenden Läufer anspornen. Herbert und Peter kommen von hinten. Die beiden M55 Läufer feiern heute ihr Marathondebut. Sie haben sich bei gleichem Tempo zusammengefunden, ohne sich vorher zu kennen und sind  locker unterwegs. Ein kurzes Stück kann ich mithalten. Dann lassen sie mich, im Gespräch vertieft, einfach stehen. Respekt, Respekt!

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Informationen: Bottwartal-Marathon
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