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Laufberichte

Bärenfels am Heiligen Morgen

24.12.09

Bereits am Abend vorher hieß es, Vorbereitungen für dieses Abenteuer zu treffen. Silas durfte bei der Omi übernachten und es ging früh in die Koje, denn der Wecker klingelte wie gewohnt um 4.30 Uhr. Pünktlich um 6 Uhr fuhr ich mit Torsten zusammen in Uly, die Mädels im Gepäck nach Neubrücke. Da wir viel zu früh ankamen, verfuhr ich mich noch ein bisschen, denn draußen war es ziemlich kühl in der Früh. Nachdem uns der Feller-Junior unseren Parkplatz zugewiesen hatte, stiegen wir aus und waren überrascht welche Schneemenge uns hier erwartete, war doch zuhause im schönen Saarländle bereits am Vortag das meiste von der weißen Pracht weggeschmolzen...

Wir holten unsere Startnummern, staunten über deren künstlerischen Wert, begrüßten die weiteren Frühankömmlinge und stapften zurück zu Uly, um uns noch ein wenig im halbwarmen aufhalten zu können. Komischerweise wollte Torsten trotz des zeitlich passenden Anlasses nicht meine Weihnachts-CD hören. Eine halbe Stunde vorm Start vertrat ich mir noch mit den Mädels die Füße und beschloss eins davon mit auf das Abenteuer Marathon zu nehmen.

Es dämmerte allmählich, man erkannte die anderen Läufer, die sich um den Startbereich tummelten. Wir machten uns startklar und bibberten so vor uns hin, voller Hoffnung, gleich in Bewegung kommen zu können, damit uns endlich wieder warm wurde. Von oben war es glücklicherweise trocken, doch ein Blick in Richtung Strecke ließ uns die Schneemassen erkennen, welche uns erwarteten.

Nach kurzer Ansprache der Fellers gings los auf die Strecke. Gemächlich reihten wir uns ziemlich hinten ein und schoben uns vorwärts in den doch noch sehr dunklen Wald. Die Läufer waren teilweise sehr angespannt und es gab wenig zu plaudern, jeder war vorerst damit beschäftigt, den ersten Teil der Runde zu bewältigen, der doch recht rutschig war. Doch nach dem ersten richtigen Anstieg wurde alles besser. Die Verpflegungsstelle tauchte im Halbdunkel vor uns auf und die gute Laune derer, die uns von dort anfeuerten, steckte an.

Von da an ging es immer noch bergan, jedoch jetzt durch den wunderbar winterlichen Tiefschnee immer schön in den Spuren, die Tags zuvor der Fellersche Geländewagen für uns gezogen hatte. Plötzlich hörten wir Glöckchengebimmel. Das Christkind samt dreier Rentiere befand sich ebenfalls auf der Strecke und wir ließen uns kurzerhand zum Fototermin mit Joe einladen. Weiter ging es bergan bis zum höchsten Punkt und von dort in sanften Kurven teilweise steil bergab, so dass man sich wirklich sehr konzentrieren musste, die Abfahrt nicht auf dem Hosenboden zu nehmen.

 
© marathon4you.de

Nicht mehr weit, dann kam die Verpflegungsstelle wieder in Sicht, wo erst mal das erfreulich vielseitige Angebot begutachtet und getestet wurde. Nun ging es weiter bergab, die 2,5 km bis zum Wendepunkt über das rutschige Geläuf, wo wir froh waren, endlich die Runde 1 geschafft zu haben. Die erste Runde kam mir unendlich lang vor. Aber gut, wir hatten noch vier vor uns, und schwächeln gilt ja bekanntlich nicht. Also weiter im Programm.

Die Füße beschwerten sich mittlerweile schon ein wenig und das nach der „kurzen“ Strecke von 10 km. Es ging an den steilen Abschnitten nur mühsam vorwärts, bei einem Schritt vor rutschten wir einen halben zurück. Mittlerweile war es hell im verschneiten Winterwald, die Runde um den Gipfel des Bärenfels war traumhaft schön mit schneebedeckten dichten Tannen. Die Stille wurde nur durch die stapfenden Läufer unterbrochen.


Ein Stück weit lief ich allein und lernte dabei Joe kennen, der mir unheimlich imponierte. Noch keine Woche zuvor, war er einen Ultra über 55 km im dichten Schneetreiben gelaufen und jetzt zog er bei seinem insgesamt 83. Marathon hier in Neubrücke seine Runden. Vor allem erzählte er von allen möglichen wahnsinnigen Ultraläufern, von denen auch einige hier am Start waren, teilweise  aus Hamburg und aus anderen Teilen Deutschlands angereist, um durch den Schnee zu stapfen. Herrliche Menschen!

Bei der nächsten Ankunft an der Verpflegungsstelle wurde erstmals der Glühwein ausgepackt und mit dem heißen Tee vermischt, so dass einige der Läufer im wahrsten Sinne des Wortes einen im Tee hatten. Weiter unten im Tal war bereits der Startschuss der Kurzdistanz abgegeben worden, also kam uns beim Abstieg die flotte Läuferschar der 8,5 km Strecke entgegen. Teilweise waren hier einige bekannte Gesichter darunter. Allerdings war es durch den Gegenverkehr eine noch schlimmere Rutschpartie als bei der ersten Runde. Dennoch kamen wir wieder unten am Wendepunkt an. Dort wartete unsere Begleitung für die nächsten Runden mit dem Ausspruch: „Wenn ich gewusst hätte, dass ihr noch nicht zur dritten Runde gestartet seid, hätte ich mich noch länger im Zelt versteckt.“ Aber zu spät, mitgehangen mitgelaufen. „Also Alex, los geht’s!“

Mittlerweile hatten sich meine Füße an das rutschige Gelände etwas gewöhnt und so gings auf zum dritten Streich die ersten 3 km bergan. Auf halber Strecke kamen schon die ersten schnellen Kurzstreckler zurück und wir konnten sie auf ihrer Zielgerade anfeuern während wir selber mühsam den Berg hoch stapften. Der ausgeruhte Alex schwebte vor uns her und die Stimmung stieg kilometrisch. Ende der dritten Runde durfte ich endlich meinen Lieblingsspruch loswerden, von dem Alex allerdings behauptet, ich solle mir nun einen neuen einfallen lassen, weil dieser ein alter Hut sei. „Es ist nicht mehr so weit wie es schon war.“

Langsam machte sich der kleine Hunger bemerkbar und die Salzbrezeln und Kekse wurden mit Genuss verzehrt. Gemütlich joggend kamen uns nun die Kurzstreckler bei ihrem Auslaufen entgegen, so konnten wir teilweise mit Jens und Anne sprechen, die uns weiterhin viel Glück und Spaß wünschten und uns schließlich wieder allein ließen. Wenigstens hatte man nun mehr Platz auf der Strecke, das machte sich vor allem auf den schwierigen Schneematschpassagen bemerkbar, die durch die vielen laufenden Füße bei jeder Runde schwieriger wurden. Dennoch tat das der guten Stimmung keinen Abbruch.

Die Abstände zwischen den Läufern und Läufergrüppchen hatte sich vergrößert und man traf sich meist an der Verpflegungsstelle wieder, wo eifrig heißer Tee, warmes Wasser mit oder ohne Glühwein, Kekse, Plätzchen, Gummibärchen konsumiert und natürlich auch jedes Mal ein nettes Pläuschchen mit den Fellers gehalten wurde, bevor es weiterging auf die Strecke. Zwischendurch trafen wir immer wieder das Christkind und die klingelnden Rentiere, die ihrerseits ebensoviel Spaß hatten wie wir. Schließlich gings auf zum Endspurt und die letzte der fünf Runden lag vor uns. Da wir es nicht eilig hatten, wurde immer aufeinander gewartet, um den Lauf gemeinsam beenden zu können.

Als das letzte Mal die 3 km Anstieg bewältigt waren, besiegten die Endorphine alle aufkommenden Ermüdungserscheinungen und ich hätte während dem Laufen die ganze Welt bepassen können. Zum Glück war die Mosel nicht in der Nähe, also brauchte ich keine Angst haben dort hinein geschubst zu werden. Gut gelaunt und glücklich kamen wir ins Ziel, fielen uns in die Arme und stellten uns zum Zielfoto auf. Kaisu, welche nun auch eine echte Marathoni war, zeigte keinerlei Anzeichen der Anstrengung, während wir schon froh waren, uns über die selbstgebackenen Malibuschen Weihnachtsplätzchen hermachen zu können. So ging mein erster Heiligabend Marathon zu Ende und es wird bestimmt nicht mein letzter gewesen sein. Allein die Menschen, die man auf diesen Genussläufen kennen lernt, sind es wert, sich so was wieder anzutun. Aber jetzt laufen erst mal die Planungen für die nächsten Lauf-Verrücktheiten

 

Informationen: Bärenfels Heiligabend Marathon
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