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Laufberichte

Hitdorfer 50er – ein Hit

25.10.08

Hitdorf gibt es wirklich

Ja, den Ort Hitdorf gibt es. Er liegt im Norden von Leverkusen, hart an der Kölsch – Altbiergrenze. In Hitdorf trinkt man noch Kölsch während im Nachbarort Monheim schon der Altbierkonsum beginnt.

Der 1151 erstmals urkundlich erwähnte Ort mit dem bedeutsamen Rheinhafen erhielt 1857 das Stadtrecht verliehen. Hitdorf wurde 1975 der Stadt Leverkusen zugeschlagen und ist seitdem der nördlichste Stadtteil der durch die Bayerwerke bekannten Stadt am Rhein. Damit endet die Geschichte Hitdorfs als ehemals eigenständige Stadt. Zu Glanzzeiten hatte die Stadt eine Zündholzfabrik und vier Brauereien auf zu weisen. Heute gibt es nur Bierkonsum aber keine Produktionsstätte mehr in Hitdorf.

Idee zum 50er von Detlefv Ackermann

Veranstalter des Laufs ist der TV Hitdorf 1893. Die Idee zum Lauf geht auf den Kölner Ultraläufer Detlev Ackermann zurück. Das einzigartige seiner Idee ist, das die Läufer den Lauf alle 5 km beenden können. Man kann somit zwischen 5 und 50 km laufen. Wer mag macht nur einen kurzen Trainingslauf, wer es gerne länger mag läuft halt einen Ultra.

Lauf im Grünen

Start und Ziel befinden sich am Hitdorfer See. Überhaupt spielt Wasser eine wichtige Rolle beim Lauf. Die Strecke führt vom Start zum Stöckenbergsee, weiter zwischen Stöckenbergsee und Waldsee bevor es durch Felder in Nähe der A 59 zurück geht. Der Rückweg führt die Läufer zur anderen Seite des Stöckenbergsees. Zum Abschluß umlaufen die Teilnehmer den Hitdorfer See.
Die 5 km Runde ist seit Sommer 2007 als permanente Laufstrecke im Rahmen des Leverkusener Grünfächers eingerichtet. Der Lauf findet gänzlich im Grünen statt. Der Untergrund der Laufstrecke ist wechselnd zwischen asphaltierten Abschnitten und Feldwegen. Die Strecke weist keine nennenswerten Höhenunterschiede auf und ist absolut verkehrsfrei. So richtig eine Umgebung für Läufer die eine Vorliebe für Landschaftsläufe haben.

Bekanntes Terrain

Für mich war der Termin des 1. Hitdorfer 50er schon seit langem im Kalender notiert. In Hitdorf bin aufgewachsen und habe so manche Laufrunde gedreht. Auch wenn ich mich nach dem tollen Marathon letztes Wochenende auf Mallorca aktuell in meiner wohlverdienten Regenerationsphase befinde wollte ich mir die Premiere zumindest nicht als Zuschauer entgehen lassen.

Ich fuhr am Samstag nach dem Frühstück in aller Ruhe mit dem Auto auf die andere Rheinseite und kam rasch über die A 59 zur Ausfahrt Hitdorf. Bis zum Startbereich am Hitdorfer See sind es von der Ausfahrt nur wenige hundert Meter. Am Hitdorfer See ist die Startnummernausgabe und es steht mit 600 Parkplätzen reichlich Parkraum zur Verfügung.

Es sind aber nicht nur Läufer am Parkplatz rund um den Hitdorfer See zu finden. Der See scheint ein beliebtes Tauchrevier zu sein. Ich sehe viele Taucher erst auf dem Parkplatz, dann im Wasser des Sees.

Herbstwetter

Das Wetter war typisch für den Herbst. Der Himmel hing am Morgen voller dunkler Wolken, aber es fiel kein Regen. Die ganze Veranstaltung über blieb es trocken. Es war nahezu windstill und die Temperaturen lagen um die 12-150 Celsius. Zum Laufen gute Bedingungen.

 
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Die Startzeit des Laufes ist mit 11 Uhr sehr langschläferfreundlich. Kurz vor dem Start der etwas über 100 Einzelläufer und Staffeln wurde ein 2.000m Nachwuchslauf gestartet. Punkt 11.00 Uhr gab der Leverkusener Oberbürgermeister Ernst Küchler den Startschuss und schickte die Läufer auf ihre unterschiedlich lange Strecke.

Ultra-Triathletin Astrid Benöhr am Start

Unter den Teilnehmern waren viele bekannte Gesichter der Ultralaufszene. Eine der prominentesten Teilnehmer war Astrid Benöhr, Legende als Ultra-Triathletin, mehrfache Weltrekordlerin und Weltmeisterin im Mehrfachtriathlon. Auch dabei Detlef Ackermann. Der Kölner Ultraläufer ließ es sich natürlich nicht nehmen bei der Verwirklichung seiner Idee am Start zu sein. Leider zwackten ihn unterwegs Ischiasbeschwerden.

Ich nutzte die Gelegenheit und ging die Laufstrecke mit Kamera ab. Die Strecke ist so richtig nach meinem Geschmack, habe ich doch eine Vorliebe für Landschaftsläufe. Sie ist abwechslungsreich, Langeweile kommt nicht auf. Zudem finde ich die Idee mit einem möglichen Ausstieg nach jeder 5km-Runde richtig gut. Somit wird der Lauf für ein breiteres Teilnehmerfeld geöffnet.

Rehe, Kühe, Pferde und Hühner als Zuschauer

Zuschauer waren nur im Start- und Zielbereich. Auf der Strecke gab es nur einzelne Spaziergänger. Es gab aber Rehe im Gehege, grasende Kühe und Pferde sowie freilaufende Hühner als aufmerksame Beobachter an der Strecke.
Im Start- und Zielbereich war eine Verpflegungsstelle aufgebaut, auf der Strecke war jeder Kilometer markiert, zudem Halbmarathon und Marathon. Die Zeit wurde mit Champion Chip gemessen. Bei den Staffeln musste der Chip mit einem Band am Fuß befestigt werden. Das gab beim Wechsel bei der einen und anderen Staffel etwas Hektik beim Wechseln.

 
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Die Staffeln waren ein belebendes Element der Veranstaltung. Es waren bunt gemischte Staffeln am Start, z. T. Schulstaffeln, es gab aber auch Familienstaffeln. Sie machten richtig Stimmung im Wechselbereich am Hitdorfer See.
Bei km 3 machte eine Musikgruppe richtig Stimmung und heizte den Läufern mit flotten Rythmen ein. Während der ganzen Veranstaltung unterhielt ein Moderator die Zuschauer im Start- und Zielbereich und versorgte sie mit Informationen.

Stolzer Großvater

Bei der Siegerehrung der Nachwuchsläufer treffe ich auch einen alten Bekannten. Großvater Babilon zeigt mir stolz seine beiden Enkelinnen. Franziska und Rebekka Leslie wurden im Nachwuchslauf bei den Mädchen Zweite und Dritte. Na, da braucht uns für Deutschlands Laufnachwuchs nicht Bange zu sein.
Nach 3.42 Std. war es soweit. Pünktlich zum Einlauf des Siegers brach die Sonne durch die Wolken und der glückliche Sieger Thomas Dogen von den Tippelfreunden Bonn konnte sein Siegerinterview im Sonnenschein absolvieren. Kompliment für seine Leistung. Seine Marathondurchgangszeit lag übrigens noch knapp unter 3 Stunden.

Insgesamt liefen 22 Starter die komplette Strecke über 10 Runden.

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Fazit:

Ansprechender Landschaftslauf, nicht überlaufen, gute Organisation.
Der Lauf ist zu empfehlen und wird sicherlich im nächsten Jahr steigende Teilnehmerzahlen aufweisen.

Sehr gute Idee mit der permanenten Laufstrecke und dem möglichen Ausstieg jede Runde. Kann gut sein, dass ich nächstes Jahr als aktiver Läufer nach Hetdörp (so die Selbstbezeichnung der Einheimischen) zurück komme. Hitdorf ist für Läufer immer eine Reise wert, auch wenn die vier Brauereien längst verschwunden sind.

Sieger:
Frauen

1. Ulrike Steeger 4.10,33 h
2. Astrid Benöhr  4.30,32 h
3. Gaby Köhn  4.48,25 h

Männer
1. Thomas Dogen 3.42,02 h
2. Stefan Beckmann  3.55,02 h
3. Benjamin Ries 4.04,03 h

 

Informationen: 50 km von Hitdorf
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