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Laufberichte

Der Kreismeister berichtet

 

Viele Marathonis kennen mich ja als Organisator vom Röntgenlauf und sind daher der Meinung, dass ich auch in Remscheid wohne. Stimmt aber nicht, ich wohne am Niederrhein an der Niederländischen Grenze. Und da gibt es auch einen Marathon, den ich, das muss ich zu meiner Schande gestehen, noch nie mitgelaufen bin. Lange Rede kurzer Sinn – nichts wie hin.

Der Start ist läuferfreundlich um 10 Uhr. Bei 20 Minuten Anreise reicht es für mich für ein ausgiebiges Frühstück. Hückelhoven gibt es schon seit dem 12 Jahrhundert. Da es direkt im Grenzgebiet liegt hatte es im Laufe der Geschichte auch einiges mitgemacht. Groß wurde es erst, als seine Bodenschätze entdeckt wurden, denn unter der Stadt liegt Steinkohle.

 
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Lange Zeit war hier die modernste Steinkohlenzeche Europas, die Gewerkschaft Sophia-Jacoba. Etwa 80 Jahre lang prägte sie das Stadtbild und den Lebensstil. Die Zeche wurde am 27. März 1997 geschlossen und Hückelhoven erlebt seitdem einen raschen und teilweise dramatischen Wandel. Übrig geblieben aus der Zeit sind die Zechenanlagen. Ganz besonders fällt natürlich der Förderturm auf, aber auch die teilweise 80 Meter hoch aufragenden Abraumhalden prägen das Bild. Selbst der Name des Stadions, wo die Anmeldung für den Lauf und auch das Ziel ist, deutet auf diese Zeit hin: Das Glück Auf Stadion.

Parkplätze gibt es ausreichend direkt am Stadion. Die Wege sind kurz und die Abwicklung geht sehr zügig. Neben der Marathondistanz gibt es auch einen Halbmarathon und 10 km. Kurz vor 10 Uhr machen sich alle Teilnehmer zu dem gemeinsamen Start auf den Weg. Der Start ist vor dem Rathaus, das knapp 400 Meter vom Ziel entfernt liegt. Pünktlich geht es dann los.

 
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Im großen Starterfeld verlieren sich die gut 70 Marathonis etwas. Wir laufen durch die Fußgängerzone und begeben uns auf den 21,1 km langen Rundkurs, den wir 2-mal durchlaufen müssen. Schon nach 2km verlassen wir das städtische Gebiet, biegen links ab und folgen der Rur. Duisburger aufgepasst, das ist die Rur ohne „h“. Der Name des Flusses wird zur Unterscheidung von der zum Rhein fließenden Ruhr seit etwa 1900 ohne „h“ geschrieben; zur Unterscheidung spricht man auch von der Eifel-Rur. Beim Monschau Ultra im August hatte ich schon ein anderes Stück diese schönen Flüsschens erleben können. Die Rur ist übrigens 164 km lang und fließt in Belgien in die Maas.

 
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Es geht nun auf dem Rur-Radweg Richtung Körrenzig. Kurz vor km 5 ist der erste Verpflegungsstand. Direkt daneben ein tolles Cabrio. Ich fragte natürlich direkt, ob das der Besenwagen sei, aber die Jungs sagen, dass die Strecke noch etwas profilierter werden würde und wir schon selber ins Ziel laufen müssten.

Kurz danach kommen wir zu einer Stahlbrücke über die Rur,  wo die 10 km Läufer und Walker abbiegen, um schnell Richtung Ziel zu laufen. Wir dürfen der Rur 4 km weiter folgen. Bevor die Strecke dann auf die B57 nach Körrenzig stößt, biegen wir nach links auf eine kleine, einspurige Rurbrücke ab und kommen zum 2ten Verpflegungsstand. Direkt dahinter laufen wir über einen aufgewühlten Feldweg weiter. Hier waren aber nicht die sonst üblichen Wildschweine die Täter, sonders das örtliche E-Werk, das neue Kabel verlegt und mehrere Bagger im Einsatz hat.

 
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Wir umgehen diese geschickt und folgen den noch oberirdisch liegenden Kabelsträngen. Dann erreichen wir den Bahnhof in Baal, und unterqueren diesen. 300 Meter weiter folgt dann die nächste Verpflegung. Bisher war noch alles recht flach. Hat da nicht jemand etwas  von einer profilierten Streckenführung erzählt?  Nichts ist bisher davon zu spüren. Dann aber, direkt nach der Verpflegung, geht es in der Nähe von Doveren in das Hügelland. Über Felder, Wiesen und Wald laufen wir auf trailigen Pfaden immer wieder bergauf und bergab. Ok, vergleichbar mit dem P-Weg von vor 14 Tagen ist das nicht, aber immerhin heftig genug, dass sich meine dort geschundenen Muskeln daran erinnern und rebellieren.

Trotzdem, dieser Teil ist wirklich schön und eine ideale Ergänzung zur schönen Rur. Dann verlassen wir den Wald. Links von uns liegt der Friedhof von Hückelhoven und es sind nur noch 2 km bis zum Stadion. Wir laufen nun in der anderen Hälfte der Stadt und nähern uns dem Stadion dann  wieder durch die Fußgängerzone. Dann ein kurzer, aber sehr steiler Anstieg zum Stadion und eine halbe Runde auf der Bahn bis zum offiziellen Wendepunkt. Es muss ja ganz genau sein, denn schließlich finden heute auch die Marathon Kreismeisterschaften statt.

 
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Dann geht es auf die zweite, ziemliche einsame Runde. Vielleicht sind mehr Boote auf der Rur, als Läuferinnen und Läufer auf der Strecke. Das Wetter ist herrlich und viele Menschen verbringen den Tag im Freien. Ich muss den harten Wettkampfwochen (100 Meilen und PWeg) nun doch Tribut zollen und werde langsamer. Aber das Ziel erreiche dennoch  und 5.03 Std auf dieser  Strecke sind für mich gar nicht so schlecht.

Die Siegerehrung kann direkt nach meinem Zieleinlauf beginnen, denn ist kaum noch jemand auf der Strecke. Zu meiner Überraschung bin ich nicht nur Dritter in meiner Altersklasse, sondern auch Kreismeister und darf ganz oben aufs Treppchen.

Alles in allem also ein sehr schöner, gut organisierter Lauf, der viel mehr Teilnehmer verdient hätte, auch wenn ich dann wahrscheinlich nicht mehr Kreismeister werden kann.

 

Informationen: wep-Strom-Lauf
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