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Laufberichte

Zur Lieblingspfalz von Kaiser Otto

07.08.10

Der Ottonenlauf, der in diesem Jahr schon zum 4. Mal stattfindet,  ist ein Naturerlebnislauf über den Selketal-Stieg, von der Selke Quelle nach Quedlinburg, über Wald- und Forstwege und urige Trails.

Angeboten werden vom Veranstalter, dem KreisSport Bund Harz aus Wernigerode, 3 Lauf- und 2 Wanderstrecken. Wer der Selke von der Quelle folgen will, der muss den Supermarathon (69 km) wählen, wo es um 7:00 Uhr ab Stiege losgeht. Wem das zu lang ist, der hat die Möglichkeit, den Marathon (44 km) um 9:00 Uhr ab Alexisbad zu wählen. Wem auch das noch zu lang ist, kann den Halbmarathon (24,5 km) um 10:00 Uhr ab Meisdorf wählen. Alternativ gibt es auch die Strecke 44km ab 7 Uhr Alexisbad und die Strecke 24,5km ab 8 Uhr Meisdorf zum Wandern. Durch den großzügigen Zielschluss für alle Strecken um 18:00 Uhr in Quedlinburg auf dem Sportplatz “Moorberg” sollte dies jeder schaffen.

Die Bezeichnung Ottonen geht auf die drei liudolfingischen Kaiser Otto I, Otto II und Otto III zurück. Die Liudolfinger, die nach der Kaiserkrönung auch Ottonen genannt wurden, regierten im Heiligen Römischen Reich von 919-1024. Sie waren ein sächsisches Adelsgeschlecht, deren kaiserliches Familienstift in Quedlinburg stand. Mit dem Schlossberg, dem Münzenberg und der Wipertikirche sind noch heute Originalschauplätze erhalten. Die Innenstadt von Quedlinburg bleibt uns auf der Laufstrecke jedoch verwehrt, denn unser Ziel ist vor der Stadt mit Blick zum Brocken und zu den Wirkungsstätten der Ottonen.

Ich wähle für heute den 44km Marathon von Alexisbad nach Quedlinburg. Für diese Strecke habe ich 9 Stunden Zeit, was ein Kilometerschnitt von 12 ¼ Minuten (4,9 km/h) beträgt. Das sollte ich trotz der vielen Anstiege und meiner 5 Marathons im Juli schaffen. Laut Streckenprofil geht es immer fröhlich auf und ab bis ins Ziel.

Da Alexisbad nur 160km von meinem Heimatort entfernt liegt wähle ich die Anfahrt am Morgen über die A7 und A38. Bei Berga verlasse ich die Autobahn und fahre die letzten knapp 50km über die Landstraße in den Harz zum Startort. Kurz vor Alexisbad kommt die Selke von Norden her an die B 185 über einen Wasserfall und begleitet uns mit den Schienen der Selketalbahn zum Ort.

 
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Bevor ich zum Start- und Meldeplatz komme, steht hinter den Schienen das heute noch erhaltene  Teehäuschen (1815) der ehemaligen Herzogin, das heute zu einer evangelischen Kapelle umgebaut ist. Nur ein kurzes Stück weiter befindet sich der alte Schwefelkiesstollen. Links davor fließt das Heilwasser aus dem Selkebrunnen (Schwefelbrunnen) der ehemaligen Badequelle.

Der Ort mit seinen 42 Einwohnern besteht nur aus wenigen Hotels und Gaststätten. Im Jahre 975 stand hier das Kloster Hangenrode und es gab Gruben in denen Silber und später Schwefelkies (Pyrit) abgebaut wurde. Schon seit 1766 gibt wegen der Heilkraft des Grubenwassers einen regen Kurbetrieb.

Nur wenige Häuser weiter auf der B 185 gegenüber vom Bahnhof befindet sich das Resort Habichtstein. Als ich hier gegen 7:30 Uhr ankomme,  sind die ca. 70 Ultra- oder Supermarathon Läufer schon eine halbe Stunde unterwegs. Sie werden je nach Tempo so zwischen 9:10 Uhr und 10:30 Uhr an der Versorgung (Km 25 für die Ultras) ca. 200 Meter von unserem Start vorbeikommen. Erstaunlicherweise haben sich heute Morgen hier nur ca. 40 Läufer und Läuferinnen sowie 23 Wanderer eingefunden, um die 44km Strecke zu bewältigen. Bei den meisten Veranstaltungen ist es eher umgekehrt - da bilden die Ultras das kleinere Feld.

 
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Ich treffe heute Morgen bekannte Gesichter vom letzten Samstag aus Bad Pyrmont. Wolfgang Schwabe ist wieder da, der schon den 1. Ottonenlauf im August 2007 gelaufen ist. Auch Jürgen Roscher aus Berlin ist hier. Mit ihm bin ich in Salzburg letztes Jahr gelaufen, wo er seinen 500. Marathon gefinisht hat.

Kurz vor 9 Uhr bekommen wir den Befehl, uns auf der B185 zu sammeln und werden auf die Streckenmarkierung aufmerksam gemacht , die heute ausschließlich aus Neongelben Punkten und Pfeilen besteht. An wenigen Stellen gibt es auch noch zusätzlich Flatterbänder. Wir sollten auf keinen Fall den roten Pfeilen folgen, denn die sind vom Klippenlauf. Der Bürgermeister hält noch eine kurze Ansprache, dann wird eine Handyverbindung zum Zielbereich hergestellt und wir zählen die letzten Sekunden runter und los geht es ganz unspektakulär. Das schöne bei solchen Naturläufen ist immer wieder, es gibt keine Hektik und die Teilnehmer laufen verhalten los, denn man weiß, was man vor sich hat.

Wir laufen ein Stück die B185 runter, die für uns gesperrt ist. Nach ca. 200 Metern geht es über eine kleine  Brücke über die Selke auf einen kurzen Trail und über den nächsten Stegn. Jetzt, so nach weiteren 200m,  beginnt der Aufstieg über einen schmalen Pfad. Er führt uns in Serpentinen hoch von 328m ü. NN. bei 0,4km auf 387m bei 0,9 km. Wir sind jetzt auf dem Selketal-Stieg.

Der Selketal-Stieg ist 2006 als ausgeschilderte Wanderroute angelegt worden. Die 69 km lange Strecke wird in Wanderführern oft als Mehrtages-Tour angeboten  fernwanderweg-niedersachsen-selketal-stieg). Etappe1 von Stiege nach Alexisbad heute nur für die Ultras, Etappe 2 von Alexisbad bis Meisdorf, Etappe 3 von Meisdorf bis Bad Suderode und Etappe 4 von Bad Suderode nach Quedlinburg. Wir steigen sozusagen bei Etappe zwei ein. Die Etappe 4 beenden wir schon vor der Stadt Quedlinburg nach 6,5 km.

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Informationen: Ottonenlauf
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