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Laufberichte

Hupf in Gatsch

 

„Hupf in gatsch und schlog a wön owa tua mi do net gwöhn…“. Lieber Schurli Danzer,  mit dem ersten Teil konnte der Bergmarathon Linz in diesem Jahr  ja dienen, nur mit dem zweiten Teil haperte es ein wenig. Jedenfalls, dein Lied ist mir während des Laufes hin und wieder durch den Kopf gegangen.

Dabei hatte es am Freitag, meinem Anreisetag, noch ganz anders ausgesehen: Sonnenschein und der Veranstalter bat auf seiner Facebook-Seite um „alles aufessen“, damit es nur ja am nächsten Tag auch schön sei. Hat das eigentlich schon mal funktioniert? Am späteren Nachmittag wurde dann auch schon kräftig gebraut am Linzer Himmel, das verhieß nichts Gutes. Das Abklappern der Wetterberichte mittels Smartphone bestätigte das eindrucksvoll.

Sackerl war nicht, es gab nur die Startnummer. Auch gut. Noch was essen gleich ums Eck und dann zurück ins Hotel, das nur 2 Min. vom Start entfernt liegt. Perfekt. Kaum im Hotel: Regen. Für eine „flüssige“ Laufstrecke ist also in jedem Fall mal gesorgt.

 

Samstag. Der Renntag!

 

Der beginnt um 6 Uhr mit einem „Selfie-Frühstück“ auf dem Zimmer: Tee mit zwei Marmeladesemmeln. Das hat bei mir Tradition. Sehr gut geschlafen. Eigentlich nicht gut. Meine Unaufgeregtheit überrascht mich. Etwas mehr Anspannung hätte schon sein dürfen. Um 08:30 Uhr geht es Richtung Start. Ein wenig Geplaudere mit Bekannten (viele vom Laufwunder Steyr sind vor Ort), der Veranstalter informiert uns noch über dieses und jenes (z.B. Selbstkontrollpunkte! Aha!).

Dann 3, 2, 1 und los geht’s bei Regen, aber angenehmen Temperaturen. Einrollen. Da mir die Strecke nicht vertraut ist, sind die ersten Kilometer weder Fisch noch Fleisch. Ich lauf‘ halt. Nach ca. 7 km kommt der erste Anstieg, der Pfenningberg mit ca. 250 HM wartet. Weiter Regen, d.h. abseits der befestigten Wege und Straßen Gatsch vom Feinsten. Da sind die „PS“ nicht so leicht auf den Laufuntergrund zu bringen. Schon jetzt daher teilweise gehen. Hatte ich so nicht erwartet.

Vom Pfennigberg, ca. km 10, geht es dann lang bergab bis Feuerwehrhaus Magdalena an der Leonfeldner Bundesstrasse, km 26. Gleichzeitig auch Staffelübergabe und Labestelle. Hier holt mich auch Ernst vom Laufwunder Steyr ein. Ein paar Worte und schon ist er weg. Und wie weg. Ich bin etwas unmotiviert, Regen nervt, Gatsch nervt, meine zu süße Getränkemischung nervt. Aber was soll’s. Rauf zur GIS.

GIS! Etwas, was ich bis dorthin nur im Zusammenhang mit Gebühren für Radio und Fernsehen kannte. Die GIS sei das Kriterium, rauf und zu Beginn auch runter. In jedem Fall ca. 8 km und ca. 650 HM, das kann schon was. Wenn du oben bist, dann hast du das Rennen fast schon geschafft, hieß es im Vorfeld. Wieder viel Wanderei, die mich ärgert. Dann auch noch irgendwann eine falsche Abzweigung erwischt, d.h. ein paar Minuten vers(ch)enkt und ein paar HM zusätzlich. Schön. Zum Glück treffe ich einen Radfahrer, der mir weiterhilft. Danke.

Also wieder runter bis zur entscheidenden Abzweigung und weiter geht es, jetzt noch konzentrierter auf die Markierungen achtend.  Irgendwann taucht dann doch die Giselawarte auf 926 m Seehöhe auf, das sei ein Aussichtsbalkon über Linz. Dafür ist allerdings jetzt keine Zeit, stattdessen lieber ausführliches Essen und Trinken bei der Labestelle unmittelbar in der Nähe. Und dann geht es runter.

Vor diesem Teilabschnitt wurde ich gewarnt. Zu recht, wie sich zeigt. Sehr steinig, verwurzelt und durch den Regengatsch sehr rutschig. Konzentration ist hier gefragt. An zwei Läufern komme ich vorbei, denen der Abschnitt im Ziel sicher noch Gesprächsstoff sein wird. Gestürzt. Aber nichts Ärgeres passiert. Ich kann hingegen einige überholen und schließe dann auf 2 Läuferinnen auf, mit denen ich dann einige km gemeinsam laufe. Lehnerwirt ist die nächste Verpflegungsstelle. Hier ein kurzer Begegnungsabschnitt. Während ich noch zur Labe laufe, kommen einige davon schon wieder zurück. Darunter Ernst, er schaut jetzt auch nicht mehr so locker aus wie zuvor beim Anstieg zum Pfenningberg. Da hat er mich echt beeindruckt. 

Die nächsten Kilometer rauf zum Pöstlingberg sind dann das absolute Gatsch- und Schlammhighlight. Es ist phasenweise fast unmöglich zu laufen. Selbst auf ebener Strecke steht das Wasser und das Laufen/Gehen wird  fast zum  Surfen. Dann endlich wieder eine befestige Straße und rauf zum Pöstlingberg. Weitere Labestelle. Noch ca. 10 km mit einem kleinen Berg dazwischen. Also los. Die nächsten Kilometer hinunter laufe ich mit einer der beiden zuvor erwähnten Läuferinnen, einer Linzerin, gemeinsam. Sie kennt sich aus. Das macht es für mich, das Gegenteil von einem Orientierungsgenie, deutlich leichter. Bei der einen oder anderen Abzweigung wäre ich vielleicht nochmals gescheitert. 

An einer Ampel kurz vor der Donau dann fast ein Auflauf. Wir treffen auf drei weitere Läufer, darunter auch Ernst. Zu fünft  geht es weiter, doch schon vor der Nibelungenbrücke ist die Gemeinsamkeit wieder zu Ende, jeder kämpft jetzt mit sich selbst.

Rüber über die Brücke. Jetzt heißt es noch rauf zur Franz-Josef-Warte. Der Anstieg hat Gemeinsamkeiten mit dem Abschnitt Kapuzinerberg beim Mozart100: Stufen. Wieder gehen. Alles egal. Die Warte selbst müssen wir auch noch erklimmen. Nochmals Stufen im Rahmen einer schier endlosen Wendeltreppe. Oben der Herr Kontrolleur. „Meine Hochachtung!“ Wieder hinunter.

Letzte Labe. „Jetzt hast du es gleich geschafft!“ Noch knappe 4 km bergab stehen an. Meinetwegen. Ich laufe jetzt allein und habe immer wieder Probleme, die richtigen Abzweigungen zu erkennen. Dann bin ich endlich da, Eingang zum sportsdirect.com. Aber immer noch nicht das Ende. Jetzt noch über Stiegen, schon wieder Stiegen, rauf in den 4. Stock und raus auf die Dachterrasse. Ziel.

Sonja steht da. Alles wunderbar. Mit 5:49 knapp das Minimalziel, unter 6 Stunden zu bleiben, erreicht. Die Schuhe zum Wegwerfen (den 5 cm Riss im linken Schuh sollte ich aber erst in Wien entdecken) und: Good by my lovely 3 toe nails.

 

 

 

Informationen: Linzer Bergmarathon
Veranstalter-WebsiteE-MailErgebnislisteHotelangeboteOnlinewetterGoogle/Routenplaner

 

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