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Großes Polizeiaufgebot

 

Dies ist seit 2003 mein dritter Start in Graz, jedes Mal auf anderer Strecke. Beim ersten Mal war der Start draußen beim Schloss Eggenberg (1625). Es hat 365 Fenster, 31 Räume pro Stockwerk, 24 Prunkräume und liegt in einem wunderschönen Landschaftsgarten. Damals hat es  geschüttet bis 1min vor dem Start. Bei meinem zweiten Graz-M, am 10.10.10, war es sehr kühl. Dennoch, zwei Wochen nach dem Berlin-Marathon lief es prächtig für mich und seitdem weiß ich, dass ich zwischen zwei Marathons keine 6 Wochen Pause brauche.

Als ich um 8h morgens das Auto abstelle, hat es bereits 15°C. Ich habe das Rad mit und bin damit in wenigen Minuten beim Start-Ziel-Gelände vor der Grazer Oper, die drinnen schöner ist als von außen. Da ich noch genügend Zeit habe, flaniere ich etwas in der Altstadt rum. Ich bin gerne hier. Nach und nach treffen die LäuferInnen ein, viele mit der gesamten Familie. Hohe internationale Beteiligung, nach Ungarn sind es keine 100km, nach Slowenien noch weniger. Außerdem Polizisten aus 20 verschiedenen Nationen, denn heute wird die Europäische Polizeimeisterschaft im Marathon ausgetragen (115 FinisherInnen). Einer von 8 Marathonis heute ist ein Polizist.

 
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Wie gesagt: Laufen macht Freunde. So treffe ich Katrin wieder, wir kennen uns seit 4 Jahren, vom Laufen. Sie läuft heute die halbe Distanz mit angezogener Handbremse, denn demnächst startet sie wieder bei einem Marathon. Ein imposantes Bild bietet die Startaufstellung am Opernring. Vorweg gibt es schon Wasser, Iso, Äpfel, Gebäck und Bananen. Damit nicht alle auf einmal lospreschen, gibt es Blockstarts. Alle 5min erfolgt ein Start. Dank Champion-Chip bekommen ohnehin alle ihre Nettozeit. Zuvor gibt es die österreichische Bundeshymne zu hören, ohne Text.

 
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Die Elite und die PolizistInnen dürfen vorne weg starten. Ich nehme an, dass die diversen Staaten ihren schnellsten Polizisten zur Europameisterschaft entsendet haben und nicht irgendwelche Mit-Ach-und-Krach-Finisher. Am Start ist der Sieger des diesjährigen Wings-for-Life-World-Run. Der 28-jährige Lemawork Ketema hatte 78,57 km geschafft, bevor er vom Catcher Car eingeholt worden ist. Da der Graz-Veranstalter heuer keine Profi-Laufgazellen angeheuert hat, stehen seine Siegeschancen nicht schlecht. Lemawork ist Asylwerber aus Äthiopien, er lebt seit 2013 in Österreich.

Ein paar Minuten nach 10 geht es auch für mich los, der Hochnebel ist weg, die Sonne scheint. Die Strecke führt uns auf der Radetzkybrücke über die Mur. Da die Mur nicht schiffbar ist, bedeuten Brücken in Graz nicht zwangsweise gleichzeitig Höhenmeter. Voriges Wochenende bin ich einen Halbmarathon auf Zeit gelaufen, das merke ich jetzt noch. Kurz bleiben wir am linken Mur-Ufer, vorbei am Nobelhotel „Das Weitzer“ geht es auf der Erzherzog-Johann-Brücke stadteinwärts. An der Brücke das Kunsthaus Graz aus 2003, das „Friendly Alien“, daran laufen wir später wieder vorbei.

 
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Wenn man schnell nach rechts blickt, sieht man das klassizistische Grazer Rathaus am Hauptplatz. Wir biegen links ab und laufen Richtung Andritz, raus aus der Stadt. Links am Schlossbergplatz singt ein Chor vom „Beautiful Day“. Am Weg nach Norden passieren wir die Talstation der  Standseilbahn (60% Steigung), die auf den Grazer Schlossberg mit dem markanten Uhrturm führt. Dieser Turm ist 28m hoch und vermutlich über 700 Jahre alt. Als Graz 2003 Europäische Kulturhauptstadt war, stand daneben sein gleichgroßer Schatten, dieser ist heute im Süden von Graz zu sehen. Wir laufen ein Stück dem Schlossberg entlang, die Strecke steigt leicht an.

Kurz nach km3 treffen wir bereits auf die erste voll ausgerüstete Versorgungsstelle. Wasser, Powerade, Bananen und Cola. Die Bäume spenden kaum Schatten, wir haben die Sonne genau im Rücken. Wir laufen an einem Walzer tanzenden Paar vorbei, sie werden von einem Radfahrer eskortiert. Wenn ich das richtig verstanden habe, soll eine vielköpfige Staffel den Marathon tanzend bewältigen, ohne Musik.

Schon die ersten Geher. Es sind durchwegs Startläufer der Staffeln, wie man an den Startnummern erkennen kann. Noch gibt es Anfeuerungen, die werden aber rasch weniger, umso weiter wir stadtauswärts kommen. An einer Straße mit Baumärkten, Autohäusern und Tankstellen wie jetzt raus nach Graz-Andritz wohnt eben kaum jemand.

Nach km5 beginnt der Gegenverkehrsbereich, auf der anderen Straßenseite ist km9. Die allerschnellsten Läufer und Läuferinnen sind schon durch. Soll sein, die sind auch 7min vor mir gestartet. Zwei km immer der Nase nach, lange kann man den Gegenverkehr studieren, Werner Kroer ist darunter. Der ist heuer in Italien an 10 Tagen in Folge einen Marathon gelaufen. Über den Daumen gepeilt ist das heuer der fünfte Marathon, bei dem wir uns treffen. Mädchen einer Tanzschule in rosa Kostümen feuern uns an der Kehre an.

Die Sonne kommt jetzt direkt von vorne, ein kühlendes Lüftlein will sich vorerst nicht einstellen. Es  geht leicht bergab. Darum war es vorhin so mühsam. Wobei man sagen muss, der Graz-Marathon hat ganz wenige Höhenmeter. Wenn einer wirklich schnell und weit laufen kann, hier kann er es beweisen. Dass es Mitte Oktober bald schon über 20° haben wird, damit war ja nicht zu rechnen.

Die Labestellen kommen in kurzen Abständen, sehr zu meiner Freude. Die meist sehr jungen HelferInnen sind sehr bemüht und trotz des Andrangs fröhlich. Km10 nach 58min, bald sind wir wieder in der Innenstadt, Staffelwechsel. Da stehen noch ganz schön viele da und warten auf ihren Startläufer. Es geht über die Keplerbrücke. Der Radio Antenne-Moderator unterhält das hier zahlreiche Publikum. Während ich kurz nach km12 bin, ist der Gegenverkehr schon bei km19.

Besonders gut gefällt mir das Programm der Rockband Sound Asylum bei km13. Sie spielt von Radiohead „Creep“:  Über die Textzeilen: „Was zum Teufel tu’ ich da?“ und „Ich gehöre hier nicht her“ und  „lauf, lauf, lauf“ muss ich schmunzeln. 75min habe ich bis hierher gebraucht.

 
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Stadtteil Lend, wir passieren den Lendplatz mit regem Markttreiben, wenn nicht gerade Tausende Langstreckenläufer unterwegs sind. Wenn es irgendwie geht, laufe ich im Schatten. Rechts nun der Volksgarten, da drinnen steht eine Stupa. Der Dalai Lama hat sie 1998 eingeweiht. Es soll Glück bringen, sie im Uhrzeigersinn zu umrunden. Das geht jetzt aber schlecht.

Bei km15 überqueren wir die Annenstraße. Vom „DKT“ (= Monopoly) kenne ich die Straße schon von Kindesbeinen an. Meines Wissens war das die teuerste Straße in Graz. Teurer noch als der Joanneumring, den wir gleich nach dem Start belaufen haben. Ich kann mich aber auch irren und es ist umgekehrt. Nun durch bewohnte Gegend, gleich werden wir auch angefeuert. Auf der Lazarettgasse nach Süden, haben wir ab km16 für ein paar 100m Straßenverkehr neben uns.

Nun die letzte Labe für die Halbmarathonis, die Helfer sind dem Ansturm nicht gewachsen. Wer zu trinken will, muss sich anstellen, es kommt eine gewisse Hektik auf. Hier bewährt sich meine Getränkeflasche in der linken Hand und dass ich nicht um Zehntelsekunden kämpfe. Als Energieschub habe ich heute ein maxim-Gel dabei, das war im Starterbeutel vom Kaiserlauf in Bad Ischl.

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Informationen: Graz Marathon
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