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Laufberichte

Abgesagt: So war es und so wird es wieder (40)

 

Den Rennsteiglauf hat in Läuferkreisen Kultstatus. Die Rennsteigquerung (oder Höllwand-Marathon) ist dagegen noch ein Geheimtipp. Auf dem Rundkurs, von Gumpelstadt ausgehend, lernt man neben dem Rennsteig auch noch andere, herrliche Landschaften im Thüringer Wald kennen. Dieses Jahr wird daraus nichts, die Gründe sind bekannt. Einen aktuellen Laufbericht kann es daher nicht geben. Stattdessen präsentieren wir eine Auswahl von Zitaten und Bildern aus dem Archiv.

Laufberichte von der Rennsteigquerung
gibt es hier auf Marathon4you.de

 

 

Quer über'n Rennsteig

 

Zitate und Bilder aus Laufberichten
von Anton Lautner und Frank Albrecht

 

"Rennsteig mal anders, nämlich  quer rüber und das unter der Aufsicht vom Pummpälz. Und damit auch 42 km  zusammenkommen, nimmt man einen ordentlichen Anlauf über die Hörselberge. Und das alles im kleinen Kreis. Familiär eben. Ein schöner Sonntagsausflug!"

 

"Eigentlich ist es schade, dass die Veranstaltung nicht mehr Zuspruch hat, denn der Naturliebhaber kommen auf den Höhen des Thüringer Waldes voll auf ihre Kosten. Wir werden fast nur Wald sehen, lediglich am Anfang und am Ende werden wir uns in schattenlosem Gelände mit Asphalt und der Sonne auseinandersetzen müssen.  Knapp 1000 Einwohner hat Gumpelstadt. Nach ein paar Metern laufen wir an der evangelischen Georgskirche vorbei, die wohl im 15. Jahrhundert errichtet wurde. Wenn wir das Gotteshaus das nächste Mal sehen, dann haben wir nur noch ein paar Schritte zur Ziellinie. Wie wird es mir heute auf diesem hügeligen Kurs ergehen? Ein kleine Steigung als Apero, eine kleine als Dessert und dazwischen zwei große auf dem Kammweg des grünen Waldes. Und an den zwei langen Bergen werde ich meine Grenzen testen, da bin ich mir sicher."

 

 

"Von nun an Genuss pur. Eine ruhige Bilderbuchlandschaft  durch grüne Tunnel, viel  im Schatten. Sogar die Brücke der A4 fügt sich ins Bild. Ein kleiner Ort wird durchquert, dann beginnt der Anstieg. 200 hm sind es bis oben, die giftigsten zum Schluss. Aber oben entschädigt der Blick bei weitem. Das Hörselberghaus ist nur ein kleiner Teil der vielen Sehenswürdigkeiten hier. Wagner soll hier die Inspiration zum Tannhäuser erhalten haben…"

 

"Wir sind jetzt also auf dem Rennsteig, dem Premiumwanderweg schlechthin, und laufen in Richtung Eisenach. Die nächste V-Stelle betreiben meine Feuerwehrfreunde Etterwinden. Cola, Wasser, Schmalz- und Käsebrote sind gerichtet, hinter einem Baum steht eine Kiste Bier. So was riechen Floriansjünger. Ich bin wieder einmal erfolgreich beim Schnorren. Ja, ein Bier ist genehm, erst dann laufe ich weiter."

 

"Oben auf dem Kammweg ist die Aussicht großartig und weiträumig nach Süden zum Thüringer Wald. Ich glaube sogar, den Inselsberg mit seinen Sendeanlagen zu erkennen. Ein paar Meter weiter, dann erreichen wir das Hörselberghaus, das bereits um 1890 vom Thüringerwald-Verein erbaut wurde. Heute wird das Gebäude als Vereinsheim und als Gaststätte benützt, der Wanderer kann also einkehren. Wegweiser zeigen später in Richtung Venushöhle, Tannhäuserhöhle und Jesusbrünnlein. Während die Höhlen im Bereich des Gipfels sind, sehe ich den Wegweiser zum Jesusbrünnlein unten am Waldrand. Aber vermutlich müsste ich wieder hochsteigen, um den Brunnen zu sehen, lasse es dann aber bleiben."

 

"Beim Blick nach Westen sehe ich Möhra, wo Martin Luther das Neue Testament übersetzt hat, und von wo am 04. Mai 1521 das von Thüringen ausgegangene Weltereignis der Reformation seinen Anfang nahm. Der erste kurze Anstieg endet oberhalb Waldfisch, ein Ortsteil von Moorgrund, die Strecke fällt rund 100 Höhenmeter hinunter."

 

 

"Die Schlauchentalwiesen, wieder eine große Lichtung.  Der Name stammt sicher von dem hier vorkommenden Wiesenknöterich, dessen Blätter Schlauchen genannt werden. Tief unten liegt Ruhla, eine Bergstadt mit 5.500 Einwohnern, die bekannt war wegen ihrer Pfeifen- und Uhrenproduktion. Heute macht man mit dem Tourismus mehr Geschäfte. Und wer Thüringen schnell kennenlernen möchte, kann in den Park mini-a-thür gehen, denn dort werden über 100 Sehenswürdigkeiten Thüringens in klein gezeigt."

 

"Gute Schotterwege führen uns hoch zum Rennsteig, auf den biegen wir etwa an der Wartburgquelle ein. Das kennen ja nun mittlerweile die meisten ganz gut. Wer ist noch kein Rennsteigläufer?  Stetig aufwärts, bis kurz nach dem Auerhahn, etwa bei 680 hm, der Rennsteig wieder verlassen wird. Man kann gut laufen hier, aber mir fehlen nun doch die Körnchen. Meinen Kollegen geht’s ähnlich. Gemächlich traben wir bergab, auf unser Ziel zu. Gumpelstadt lockt. Noch etwa 10 km."

 

"Recht schattenlos nähern wir uns schließlich dem letzten Berg, dem Hecker Stieg. Rund 100 Höhenmeter sind die letzte Prüfung. Bei einem kleinen Unterstand stehen zwei Walkerinnen und lassen sich Getränke reichen. Der Fotograf, nicht scheu, frägt: „Was gibt’s für uns?“ Und während man mir ein Isogetränk mit Vitaminen und Mineralstoffen aufschwatzen will, hat meine Nase Witterung aufgenommen, was sich dann als „Hugo“ herausstellt. „Alkohol ist nicht gut für Läufer,“ höre ich noch. Stimmt. Aber es gibt Ausnahmen. Prost. Die Frauen lachen, ich ziehe weiter."

 

"Aussicht tut sich auf, wir laufen in das westliche Tiefland, in die Nachbartäler hinein. Großartig. Stolperfreie Wege, eine Erholung. Aber nur bis ganz unten. Am letzten VP scharf rechts und dann wieder 80 hm hoch. Nicht so steil, aber lästig. Das will man jetzt so nicht wirklich. Egal, am höchsten Punkt treffen wir auf eine geteerte Straße, die wir rasch wieder verlassen. Und nun folgt das Schönste: Eine Prärie - wie im Wilden Westen. Sanfte Hügel, hohes Gras, das im Wind Wellen erzeugt, einzelne Büsche.  Es fehlen nur noch die Tipis der Komantschen.

An einer Kante kippt der Weg steil ab, nur noch 1,5 km ins Ziel. Viel zu schnell ist es vorbei. Schön bergab ins Ziel, der Ortskern ist gesperrt für uns; urgemütlich lassen wir den Tag bei Bratwurst und Bier ausklingen. Bei einer Verlosung gewinne ich sogar einen Preis, also alles paletti. Ich komme wieder!"

 

"Ich jogge in den Ort hinein, wo es auf einer Straße 100 Meter ansteigend geht. Wieder marschieren. Fast oben, spüre ich, wie sich jemand von hinten nähert. Der Kurs schwenkt nach links, ich kann laufen und denke noch: „Den lasse ich nicht vorbei“. Und schon bin ich im Ziel an der Kulturscheune. Ich muss mich setzen, der Kreislauf geht abwärts und eine Helferin nestelt den Zeitmesschip von der Startnummer weg. Ein Wasser soll ich trinken. Cola wäre mir lieber. Noch besser ist das Pummpälzpils, das mir Werner bringt."

 

 

Auf Wiedersehen bei der Rennsteigquerung 2021

 

Informationen: RennsteigQuerung (Höllwand-Marathon)
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