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Laufberichte

So war es und so wird es wieder (16)

 
Autor: Klaus Duwe

Natürlich fällt auch der Marathon in London dem Coronavirus zum Opfer. Zwar hat man das Riesen-Event, das gleichzeitig die größte Charity-Veranstaltung Englands ist, auf den September verschoben, aber glaubt, dass das klappt,  ist selber schuld.

Hier ist zum Trost mein Bericht aus 2012. Ich habe ihn gelesen, habe alles bildlich vor mir und noch einmal erlebt. Der London Marathon ist mit das Eindrucksvollste meines Läuferlebens.

 

2012: Very british

 

Der Titel für meinen Laufbericht ist schnell gefunden. Als ich in Heathrow lande, regnet es. Typisch London halt. “Silver rain was falling down, upon the dirty ground of London town”. Schöner als Paul McCartney kann man das Londoner Wetter nicht besingen.  Aber so ist es diesen April ja überall in Europa.

Ich bleibe bei meinem  Titel auch, als es aufhellt und wir jeden Morgen mit strahlendem Sonnenschein begrüßt werden. Denn das, was ich die nächsten Tage hier erlebe, ist wirklich ganz speziell und  mit nichts, aber auch gar nichts zu vergleichen.

In den 60ern war ich der größte England-Fan auf dem Kontinent. Am liebsten wäre ich ausgewandert ins Land der Stones, der Beatles, Kinks, Who und wie sie alle hießen. Geschafft habe ich den (Katzen-)Sprung auf die Insel aber nie. Zum zweiten Mal träumte ich von der Insel, als ich vom Rock’n’Roller zum Runner mutierte. Aber die Möglichkeiten, beim London  Marathon dabei zu sein, sind sehr begrenzt.  Da ist es sogar leichter, eine Startnummer vom NYC-Marathon zu ergattern. Lediglich einige Reiseveranstalter bekommen ein paar Startnummern. Deshalb ist der Ausländeranteil  beim London Marathon auch gerade mal  7 %. Beim New York City Marathon  sind es 51 %.  Wer fragt da nach dem Preis?  Die ausgelosten Einheimischen bezahlen 95 Pfund, Ausländer bei ihrem Reiseveranstalter 240 Euro. Der Preis ist vom Veranstalter  festgelegt.

Eine Stadtrundfahrt ist Pflicht. Ich sehe, höre und staune und fühle mich gleich wie zu Hause. „Dort hat Madonna eine Wohnung, auf dieser Uni studierte Mick Jagger ein paar Semester, das ist die Carneby Street, dort  Waterloo Station, die Abbey Road, hier Harrod’s, dort Sticky Fingers“ – so geht es in einem fort. Alle Leute kennt man, von den Plätzen, Straßen,  Palästen, Geschäften hat man gehört, sie sind Legende. Kensington, Buckingham, Westminster, Big Ben, Tower und Tower-Bridge …

Wie viele Einwohner London hat? 8 Mio., 9 Mio.? In Wahrheit weiß es keiner genau. Registriert sind nur die Erwerbstätigen. Es ist die größte Stadt der EU. Bezahlt wird in Pfund (= ca. 0,80 Euro), gemessen in Yards und Miles und gefahren natürlich links. Damit haben offensichtlich nicht nur die Kontinental-Europäer Probleme, denn an jedem Fußgängerüberweg ist auf die Straße gepinselt, in welche Richtung man schauen muss: „LOOK LEFT“, „LOOK RIGHT“.

Die Startunterlagen gibt es auf der Marathon-Messe auf der Isle of Dogs (Messehalle ExCeL), Haltestelle ist Custom House. Je nachdem, wo man sein Domizil hat, ist man leicht eine Stunde oder länger unterwegs. Seine Startnummer bekommt man nur gegen Vorlage der Meldebestätigung und seines Ausweises ausgehändigt. Die Zeitnahme erfolgt mittels kostenlosem Leihchip. Die Messe ist größer als die meisten, die ich so kenne. Pasta gibt es hier auch, 10 Pfund sind dafür fällig.

 

 

Gestartet wird der London Marathon im Greenwich Park in drei Startbereichen: dem roten, blauen und grünen.  Das Gelände ist riesig und die Startbereiche mit entsprechend farbigen Ballons gekennzeichnet.  Der grüne Bereich ist der kleinste. Er ist Promis, Sponsoren und anderen Privilegierten  vorbehalten. Auch meine Nummer ist grün. Aber keine Angst, ich schreibe weiter für eure liebste Marathonseite. Ein wenig verloren komme ich mir vor. Denn die Promis, die ich so kenne (z. B. die Königsfamilie und die Stars der 60er) lassen sich nicht blicken.  Nur die Kinks lassen mit ihrem „Waterloo Sunset“ grüßen. Die vielen Fotografen und Kamerateams scharen sich um die verrücktesten Teilnehmer. Für viele geht es um einen Eintrag ins Guinness-Buch.  Einer erinnert an die Afghanistan-Kämpfer und will mit einem 7 m hohen Gebilde die 42 km laufen, ein Paar macht sich auf Stelzen warm und eine Läuferin übt für ihren Hula-Hoop-Marathon.  In eingeübter Joker-Pose präsentiert sich der Schweizer Alexander, laut Guinness-Buch der schnellste Marathonläufer im Hofnarrenkostüm.

Die sonst üblichen Finisher-Shirts aus aller Welt sieht man nicht. Die Teilnehmer werben auf ihren Trikots für die Organisation, für die sie Spenden sammeln. Sie sind schon vor dem Lauf DIE Helden des Tages. Vor dem Zugang zum Startbereich werden sie von ihren Fans und Supportern verabschiedet, umarmt und geknipst.  Wer am London Marathon teilnimmt, ist wer. Statt der üblichen Frage „Wie schnell willst Du sein?“ interessiert hier nur: „Für wen läufst Du?“

Ich bleibe mit meinem marathon4you-Shirt unerkannt. Auch das ist typisch. Was außerhalb ihrer Insel passiert, bekommen die Engländer nicht unbedingt mit.

 

 

Auf Großbildschirmen gibt es Bilder von den anderen Startbereichen. Die Favoriten werden vorgestellt. Und plötzlich setzt sich das Feld in Bewegung. Keine Hymne, kein Loblied auf London, kein Kanonendonner. Also lauf ich mit. Mein erster Marathon seit 5 Monaten. Jeden anderen hätte ich sausen lassen, den hier nicht.

4000 Läuferinnen und Läufer mögen es hier sein, über 35.000 insgesamt.   Das Wetter? Very unbritish, strahlend blauer Himmel, aber noch einstellige Temperaturen. Genial. Die Menschen hier wohnen in schmucken Einfamilien- oder Reihenhäuschen mit viel Grün vor der Haustür. Keine Spur von Weltstadt oder Metropole. Nur die Stimmung ist gleich von Anfang an auf allerhöchstem Niveau. Keine Ahnung, wo die tausende Menschen rechts und links der Straße herkommen.  Wo der Senior mit gelbem Turban herkommt, weiß ich. Es ist Fauja Singh, er lebt in London. Ehrensache, dass der 101jährige in seiner Wahl-Heimatstadt den ganzen Marathon laufen will. Falls meine schlimmsten Befürchtungen eintreten und ich wegen meines Knies nicht weiter kann, werde ich am Streckenrand auf ihn warten und mit ihm den Rest erledigen.

Nach gut einem Kilometer kommen von rechts die blauen Läufer und überschwemmen die Vorortstraßen. Man sieht vor sich kaum noch den Asphalt.  „Humps! Humps! Humps!“ rufen deshalb die Helfer, halten rote Tafeln hoch und warnen vor Bodenwellen.  Zwei Kilometer weiter wird es noch besser, von links kommen die „Roten“, das Feld ist jetzt komplett und überschaubar.  Wir sind an der Themse, die Gegend gibt nicht viel her. Ein paar Wohnsilos, alte Kneipen, Ruinen und ein wenig Grün. Nur wer am Rand läuft, kriegt das mit. Die anderen sehen nur Läuferbeine, hören den Lärm der Fans. Noch nie im Leben habe ich in einer solchen Gegend so viele Menschen an der Straße gesehen. Der nächste Pub ist mit bunten Ballons geschmückt, eine Rockband (gleicher Jahrgang wie die Stones) gibt ihr Bestes. Und das hört sich saumäßig gut an. Auch Hula-Hooperin Sasha Kenney kriegt mächtig Sonderapplaus.

 

 

Ulrich Sauer, London-Marathon-Experte in Diensten von interAir (www.london-marathon.de), hat uns gewarnt: „In den Vororten  kann es auch schon mal etwas ruhiger sein.“  Wenn er das hier gemeint hat, bin ich mal auf die Stadt gespannt.  Es ist nicht so, dass die Leute an der Straße stehen und schauen. Nein, die gehen voll mit. Die sind abends so kaputt, wie die Läufer.

 

 

Schreien die Frauen und Mädels nun vor Vergnügen oder Entsetzen? Ein Läufer im Leopardenlook zeigt seinen blanken Hintern. Und was denken die Fans erst von mir, der mit gezücktem Fotoapparat dem Nacktarsch hinterher hechelt?  Mir egal. Glauben tut mir das sonst ja keiner. Auch die blau-weiße Rautenfahne, schüchtern aus der Menschenmasse gehalten, muss aufs Bild. 10 Kilometer werden angezeigt. Schon? Ich bin doch gerade erst losgelaufen.

 

 

Rechts das Old Royal Naval College , seit 1997 UNESCO- Weltkulturerbe, links im Greenwich Park das Queens House, das zusammen mit dem gegenüber liegenden College zu den bedeutendsten Barockbauwerken in England zählt. Dann machen wir einen Abstecher zum Greenwich Peer, wo die „Cutty Sark“, ein 1869 fertiggestellter Teeklipper, auf einem Trockendock liegt.  Massive Absperrungen mit Sicherheitszonen sind notwendig, um tausende tobende Zuschauer in Schach zu halten. Unglaublich.  Mit bunten Ballons haben die verschiedenen Organisationen ihre Bereiche markiert und halten Bilder ihrer Helden auf der Strecke hoch.

Die Streckenverpflegung ist erwähnenswert. Nicht weil sie so gut ist, sondern damit man sich darauf einstellt. Es gibt nur Wasser und Iso, an zwei Stellen Gel. Wer gewohnt ist, unterwegs was zu essen, muss sich das einstecken oder sich darauf verlassen, dass er von den Zuschauern gefüttert wird. Die Chancen sind gut. In Schüsseln, Tellern und Tabletts wird tausendfach alles angeboten, was von Weihnachten übrig ist. Nein, Quatsch. Ausgesprochene Leckereien hält man für die Marathonis bereit:  Schokolade, Fruchtgummis in den exotischsten Geschmacksrichtungen, Orangen, Bananen …  Aber Achtung! Was einem freundlich lächelnde uniformierte Damen da in der offenen Hand anbieten, ist nichts zu essen, eher für’n Arsch. Vaseline nämlich. Die Damen sind von der Ambulance.

 

 

Wir folgen der Themse, ohne den Fluss, der London mit der Nordsee verbindet, zu sehen. Manchmal weist ein Ladekran oder Lagerschuppen auf die Flussnähe hin. Aber das Umfeld interessiert hier sowieso niemand. Man genießt den Marathon, entweder an, oder auf der Strecke. Auf Dächern, Treppen und Mauern suchen sich die Zuschauer Plätze, packen ihre Lärmutensilien und Süßigkeiten für die Läufer aus. Noch nie habe ich so etwas erlebt. Wiederhole ich mich?

Wie soll ich jetzt bloß den absoluten Höhepunkt ankündigen? Höhepunkt nicht alleine beim London-Marathon, sondern Höhepunkt in meinem Läuferleben? Kilometerlang ist bereits die meist dreireihige Menschenmenge rechts und links der Jamaica Road, vor uns sehen wir den fast fertigen, 306 m hohen Turm der Shard London Bridge, der einmal das höchste Gebäude der EU sein wird.

Wir laufen direkt auf eine hässliche Baustelle zu, um gleich scharf nach rechts abzubiegen.  Sofort bleibt mir vor Staunen die Luft weg. Märchenhaft, sagenumwoben und unwirklich wie Schloss Neuschwanstein sieht man die mächtigen, 65 m hohen Türme der Towerbridge.  Die Zuschauer beugen sich über die Absprerrungen, wollen abgeklatscht sein, Dir auf die Schulter klopfen, Dir gratulieren und Dir Glück wünschen. Ich will hier nicht weg. Ich bleibe auf der berühmtesten und schönsten Brücke, die ich jemals gesehen habe, stehen, schließe die Augen. Sofort ist ein Helfer zur Stelle: „You feel good?“ „Oh, yes, I feel very good!“ 

 

 

Die kombinierte Hänge- und Klappbrücke ist 244 m lang und wurde 1894 fertiggestellt. Sie wird übrigens immer nur so weit geöffnet, wie es für die Passage der Schiffe erforderlich ist. Ganz geöffnet wird sie praktisch daher nur als Zeremoniell, zuletzt für den Trauerzug von Sir Winston Churchill und bei der Heimkehr des Weltumseglers Francis Chichester.

Links die City Hall, das Rathaus von London, gebaut von Norman Forster, dem der Berliner Reichstag auch die Glaskuppel zu verdanken hat. Zu verdanken haben die Welt und insbesondere die Londoner  dem genialen Architekten auch The Gherkin, das Gebäude der Swiss-Re.  Gherkin heißt Essiggurke. Verglichen wird das Gebäude aber mit ganz was anderem. Dazu behauptet man, die Idee habe Forster in der Badewanne gehabt.

Dann natürlich der Tower:  Festung, Gefängnis, Residenz, Hinrichtungsstätte, Aufbewahrungsort der Kronjuwelen, Museum, Touristenattraktion. Und Heimat von sechs Raben. Karl II. soll, so die Legende,  die Tötung der im Tower lebenden Raben befohlen haben, als diese das Teleskop seines Astronomen mit ihrem Kot bekleckerten. Irgendjemand machte ihn dann darauf aufmerksam, dass, sollten die Raben einmal aus dem Tower verschwinden, das Ende der Monarchie gekommen sei. Ihr könnt euch vorstellen, welche Kehrtwende der König vollzog. Statt die Viecher zu köpfen, ließ er ihnen die Flügel stutzen, damit sie nicht abhauen konnten. Das soll man noch heute so machen. Gleichzeitig bekommen die Raben bestes Fleisch aus einem nahegelegenen Spezialitätengeschäft.

 

 

21 km sind geschafft. Oder: Der Spaß ist zur Hälfte vorbei. Bei Tower Hill laufen wir auf der anderen Flussseite zurück  in östliche Richtung. Auf einer Begegnungsstrecke sehen wir das Feld bei km 36. Die sind noch übler dran, weil bald ganz fertig. Ich spare mir jetzt Kommentare bezüglich der Zuschauer. Ihr seht es auf den Bildern. Es ist der Wahnsinn. Sogar in Berlin kann man mal ungesehen an einen Baum pinkeln. Hier nicht. Dafür gibt es in regelmäßigen Abständen Toilettenhäuschen, die stark frequentiert sind. Andy bugsiert derweil mit  einem Hockeyschläger einen Ball über die Strecke. Nach 5:38 wird er die Kugel ins Zieltor dreschen.

 

 

England hat sich ja aus der Elite der Industrienationen verabschiedet. Gleichzeitig hat London seine Position als Finanzzentrum mit weltweiter Bedeutung gefestigt und ausgebaut. In den Docklands, dem ehemaligen Hafengebiet,  einst  Stolz aus  Industrie- und Kolonialzeiten,  entsteht auf 15 qkm eine neue Stadt.  Glaspaläste der Banken und Versicherungen ragen in den Himmel. Astronomische Summen werden täglich bewegt. Geld spielt keine Rolle, so scheint es. Müsste es hier am Sonntag nicht menschenleer und öde sein?  Als seien es die letzten freien Plätze entlang der Marathonstrecke, haben sich  tausende in die Straßenschluchten geflüchtet und verbringen hier den Tag, indem sie die Marathonis feiern.

 

 

Immer häufiger sieht man von Krämpfen geplagte Läuferinnen und Läufer am Streckenrand, viele sind am Gehen. Als Läufer ist man im Zick-Zack unterwegs. Eine „Kollegin“, die mir kürzlich erklärte, dass  man einen 5-Stunden-Finsher nicht als Läufer bezeichnen könne, hätte ihre helle „Freude“.  Aber niemand hier würde sie für diese Äußerung beschimpfen, nur mitleidig belächeln.  Es geben nur wenige auf. Es wird gekämpft  - für die gute Sache, für die Freunde, für die Familie, für sich.

Trotz meiner konditionellen Defizite und meiner Knieprobleme komme ich dank der vielen Fotopausen gut zu Recht, aber natürlich nur langsam vorwärts. Aber auch so erreiche ich zum zweiten Mal die Begegnungsstrecke, wo ich den letzten Läufern in die Augen schaue. Fauja sehe ich nicht. Der Ober-Oldie ist schon durch.  Dann Tower Hill, noch einmal der Tower, die Cannon Street, City of London. Zuschauer ohne Ende und eine Stimmung, die unter die Haut geht.  Ohne Pause.

 

 

Durch eine Seitenstraße entdecke ich  The Monument, die riesige Säule mit der goldenen Flamme auf der Spitze. 202 Fuß ist sie hoch und 202 Fuß von der Pudding Lane entfernt. Dort soll 1666 in einer Bäckerei das verheerende Feuer ausgebrochen sein, das die Innenstadt  fast vollständig vernichtete.

 

Von der Säule hat man übrigens einen tollen  Ausblick auf die Stadt, fast vergleichbar mit dem vom London  Eye aus. Nur viel billiger. Das Millenium Wheel, das man jetzt am anderen Themse-Ufer deutlich sehen kann, sollte genau wie das Riesenrad im Wiener Prater nach einer bestimmten Zeit wieder abgebaut werden. Beide Riesenräder tun noch immer ihren Dienst und sind zum Wahrzeichen geworden.

Als Wahrzeichen nicht nur von London sondern von ganz Großbritannien gilt der Uhrturm am Westminster Palast, deren größte Glocke (13,5 t) man Big Ben nennt. Welch ein Glück, welcher Moment. Genau in dem Augenblick, als ich den Turm passiere, schlägt Big Ben, The Voice of Britain, dreimal.

Im Palast tagt das britische Parlament, das House of Commens (Unterhaus) und das House of Lords (Oberhaus). Daneben Westminster Abbey, Krönungs- und Grabeskirche der englischen Könige.  Links sieht man Winston Churchill, überlebensgroß in seiner typischen, etwas gebückten Haltung. Fast kann ich von seinen Lippen den berühmten Ausspruch ablesen: „Es lebe der Sport!“ Oder verwechsle ich da was?

 

 

Die Marathonis lassen sich feiern.  Die Schmerzen sind weg. Man wird getragen von einer unbeschreiblichen Begeisterungswelle. Die Zuschauer schauen genau so glücklich, wie die Läufer und schreien sich die Seele aus dem Leib. Weiter geht’s, Birdcage Walk, Buckingham Palast. Träum ich, ist es wahr? Bin ich hier?  Wo ist die Queen? Wem sonst jubeln die Menschen zu? Volksfeststimmung. The Mall, rechts und links die Union-Jacks, strahlende Gesichter. „Come to the Finish-Line“, ruft ein Marshal. Wer will hier freiwillig weg?

 

 

Erst als ich den ersten Regentropfen abkriege, laufe ich durch’s Tor. Aus, vorbei.  Ich lasse mir eine von 35.000 Medaillen umhängen und mir gratulieren. In einem Beutel gibt es Obst, Riegel und Getränke. Und ein Finisher-Shirt, one-size-only. Mir passt es.

Tut mir leid, wenn ich euch Lust auf den London Marathon mache. Es ist ja fast nicht möglich, dabei zu sein. Umso glücklicher macht mich dieses einmalige Erlebnis.

 

 


 

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