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Laufberichte

Vom Gletscher in die Stadt – Hitzelauf im Pitztal

04.07.10

Etwa bei Wiese und dem Halbzeitpunkt nimmt das Gefälle wieder zu. Die Pitze wälzt sich hier lautstark talwärts. Langsam laufe ich das ungemütliche Stück hinunter. Dann wechseln wir die Talseite. Unser Kurs geht nun für einen Kilometer bergauf. Ich sehe schon einzelne Wandergesellen. Bei der Ortschaft Schön (Kilometer 26) endet die Steigung. Wir können abermals verpflegen.

Das Tal ist wieder enger geworden. Schatten ist teilweise vorhanden. Doch nach einem kurzen Wegstück wechseln wir abermals die Talseite und es geht länger nach Wenns bergauf. Und hier wird es sauschwer, denn wir sind der sengenden Sonne ausgesetzt. In der Ortsmitte ist abermals eine V-Stelle und eine Wasserdusche vorhanden. Ich nehme mir ausgiebig Zeit, meine Birne zu kühlen. Ich muss jedoch mit meiner Kamera aufpassen, nicht dass mir die absäuft. Hier war der Startort des Halbmarathons. Wir haben jedoch schon 31 Kilometer hinter uns.

Dann überhole ich zwei Bekannte. Robert Herrmann als Fluchtverhinderer aus meiner Heimat. Und einen Fan von 42,195 Kilometer. Das ist Gerhard Wally, der seinen 335. Marathon hier herunterschrubbt. Er muss schon aufgrund der Hitze kämpfen.

Beim Ort Bieracker wieder eine Wasserstelle, Bier jedoch Fehlanzeige. Ein Läufer sitzt bereits auf einem Stuhl und wartet auf Erholung. Nun kommt immer mehr der Tschirgant (2372 Meter) in den Vordergrund. Der Berg liegt jedoch nördlich des Inns.

 Arzl (880 Meter), letzter Ort im Pitztal, sechs Kilometer sind noch zu laufen. Die Hitze wird langsam unerträglich. An der 30-Grad-Grenze sind wir schon dran. Im Ort weisen mich zwei Scheinheilige auf ein Heiligenbild hin. Das sollte ich knipsen, so ihre Aufforderung. Auf die beiden werden abgeschossen. Beim Moderatorentisch steht ein frisches Bier. Ich habe noch artig gebettelt, aber die haben mich zur anschließenden V-Stelle weitergeschickt, wo ich mir ein Cola hinter die Binde kippe.

Wir verlassen den Ort. Es geht wieder steiler hinab. Ich gebe Gas, und laufe da mit vollem Risiko, da die letzten drei Kilometer noch hart werden. Es geht nun über die 221 Meter lange Innbrücke. Am folgenden Kreisverkehr erwecke ich mit meiner Knipserei Interesse bei den Helfern, die den Verkehr hier regeln.

Nun folgen noch drei üble Kilometer. Kaum Schatten. Und es müssen fast 100 Höhenmeter bis zum Ziel erarbeitet werden. Viele sind nun zu Fußgängern geworden. Einer kommt von hinten und entschuldigt sich fast dafür, dass er als Staffelläufer des FC Barfuß Nairobi noch so schnell ist. Ich schicke ihn nach vorne.

Noch ein Kilometer, der ist fast der steilste. Am Schwimmbad gibt es nochmals Wasser. Ich schüttle meinen Kopf und lehne ab, da es nur noch rund 600 Meter zu laufen sind. Dann folgen noch zwei Rechtskurven und ich laufe auf das Ziel zu nicht ohne einen Blick noch auf die Uhr zu werfen, damit ich wenigstens eine Zirkazeit habe. 3.43.25 Stunden lese ich da.

Im anschließenden „Reha“-Bereich ist alles vorhanden: Wasser, Cola, Iso, Melonen, Bananen, Kuchen. Und Erdinger. Als ich meine dritte kühle Halbe hole, höre ich von den Wirten: „Der schon wieder!“ Saufe ich wirklich so viel?

Marathonsieger

Männer

1 Ashenafi Erkolo  ETH Benedek Team  2:15:54
2 Toth Tivadar AUT Wenns 2:31:47
3 Horváth Béla HUN Wenns 2:34:43

Frauen

1 Farkas Katalin HUN Benedek Team  2:51:59
2 Varga Eva HUN Wenns 3:09:49
3 Hempel Bärbel GER ESV Lok Döbeln 3:13:06

249 Finisher

 

123
 
 

Informationen: Gletschermarathon Pitztal-Imst
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