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Laufberichte

Vom Gletscher in die Stadt – Hitzelauf im Pitztal

04.07.10

Es geht durch das Starttor und dann nach einem kleinen Aufschwung sind wir an der Pitze, die unser Begleiter für die nächsten 39 Kilometer werden wird. Die Quelle der Pitze liegt am Mittelbergferner. Und da müsste man hin, wenn man die Gletscher sehen möchte.

Es geht nun einen Kilometer bergauf bis Mittelberg (1736 Meter), dem Talschluss des Pitztales. An der ersten Linkskurve ist die Talstation des Gletscherexpress, die als Standseilbahn in acht Minuten Skifahrer und Wanderer auf 2840 Meter befördert.

Der Querweg zur zweiten Linkskurve ist ein Kiesweg. Aufgrund der vielen Läufer staubt es gewaltig. Dann sehe ich die Wandermarkierung zur Braunschweiger Hütte (2759 Meter). Wer im Pitztal Urlaub macht, der kann ja eine Tagestour dorthin machen, oben einkehren und wieder zurückmarschieren.

Von hier aus ist unsere Richtung fast ausschließlich immer nach Norden und bergab. Nur mehr rollen lassen, werden sich einige denken. Doch aufpassen: Wer überzieht, der wird früher oder später die Quittung an einer der wenigen Gegenanstiege erhalten. Gleichmäßigkeit ist gefragt.

Im ersten Moment schaut es lustig aus, als zwei Kühe sich im Läuferfeld verirren und mitgaloppieren. Die Milch wird wahrscheinlich dann zur Butter. Ein Polizeimotorrad hat Mühe, die Kühe mit Gehupe vom Feld zu trennen. Wir müssen aufpassen, nicht dass die Rindviecher einen Teilnehmer übern Haufen rennen. Etwa einen Kilometer lang dauert die brenzlige Situation.

In Mandarfen bekommt die Moderatorin dieses auch mit. „Da müssen wir uns noch über die Startnummern und das Startgeld unterhalten,“ höre ich über Lautsprecher. Die Ausblicke sind toll. Links sehen wir den Kaunergrat, rechts den Geigenkamm mit Gipfeln, die alle die 3000 Meter überschreiten. Die Watzesspitze mit 3592 Meter ist die höchste Erhebung.

In Mandarfen werden wir von vielen Einheimischen, Urlaubern und Betreuern verabschiedet. „Goodbye“ und „Auf Wiedersehen“ heißt es an einer Steinpyramide am Ortsausgangsschild.

Bei Kilometer fünf in Plangeroß (1617 Meter) können wir an der ersten Wasserstelle bereits zugreifen. Wasser wird heute ein wichtiges Versorgungsgut werden. Wir finden etwa bis Kilometer 30 alle vier, fünf Kilometer die Trinkstellen mit Wasser und Iso, teilweise auch mit Obst. Später wird auch Cola und Red Bull gereicht. Zum Ende hin ist auch der Abstand deutlich geringer. 

Es ist fast kein Autoverkehr zu beobachten, lediglich im unteren Tal wird es ein wenig zunehmen. Immer wieder stehen dann Helfer, Feuerwehrleute und Polizei parat, um in den Verkehrsfluss helfend einzugreifen. Wir sollten da aber nicht unachtsam sein.

Etwa bei Kilometer sechs werde ich auf ein Trötengeräusch aufmerksam. Im ersten Moment denke ich an eine Vuvuzela, aber einer hat eine Tröte auf Handpumpenbetrieb umgestellt und macht entsprechenden Lärm.

Unser Kurs geht nun durch einzelne Tunnels, wo man teilweise auf dem rechten Gehweg laufen kann. Doch aufpassen, da sind mehrere Absätze drin. Und übersehen kann man diese gleich.

Gerade in den vielen kleinen Orten stehen die Anwohner und Touristen an der Straße zum Beobachten und Klatschen. Und wenn eine V-Stelle vorhanden ist, lassen es sich die Kinder nicht nehmen, mitzuhelfen und die Getränke auszuteilen.

Linkerhand in einem Pferch sehe ich dann einen Esel, der auf Zuruf neugierig angelaufen kommt. Ab St. Leonhard (1366 Meter) wird das Pitztal allmählich breiter, auch wird die Vegetation üppiger. Kein Wunder, denn die Durchschnittstemperatur wird höher. Auch wir merken mittlerweile, dass die Temperatur nach oben geht.

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Informationen: Gletschermarathon Pitztal-Imst
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