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Laufberichte

Skate this town – 42 km Adrenalin

29.09.12


Massenstart


Mit uns stehen über 6800 Sportler bereit. Es ist 15:30 Uhr. Wusch, wie von einem Katapult schießen die Elite-Damen aus Block A und kurz darauf die Elite-Männer.

Block für Block rückt zur Startlinie vor und wird nacheinander auf die Strecke geschickt. Mehr als 70 Mal stand ich bequem in meinen weichen, ausgetretenen Laufschuhen am Start eines Marathons. Meist völlig unaufgeregt - ich möchte nicht sagen abgeklärt.

Heute ist alles anders. Auch ohne die Pulsuhr am Handgelenk (die kann ich nicht tragen wegen des Handgelenksprotektors) rast mein Puls. Zssss, stürzen wir uns in die Menge. Zssss, geht es in gefühlter Fallgeschwindigkeit um die Siegessäule. Rummms, liegt der erste vor uns auf dem Asphalt.


Achtung! Anspruchsvolle Fahrstrecke


Überall lauern Gefahren, man kommt sich fast so nahe, wie auf der Schwimmstrecke beim IRONMAN. Hochkonzentriert nehmen wir Fahrt auf, und nur einige wenige Fahrer schießen seitlich vorbei, wollen Kontakt zur Spitze halten, die schon längst außer Sichtweite ist. Andere lassen sich bewusst zurückfallen, um dem Gedränge zu entgehen. Wir sind mittendrin und man hat gar keine andere Wahl, als sich auf die Geschwindigkeit einzulassen, die das Feld vorgibt. Zsssss, Kilometer 4 wir passieren die erste der sieben ausgeschriebenen Gefahrenstellen in Alt-Moabit.

Durch das Gefälle nehmen wir Fahrt auf. Nach einer Rechtskurve teilt sich die Fahrbahn. Als Skater erlebt man den Straßenbelag gnadenlos. Das hat der Skater vor uns, der nun medizinisch versorgt wird, gnadenlos zu spüren bekommen. Rein rechtlich gelten Inlineskates als Spielzeug oder Sportgerät.

In der Straßenverkehrsordnung werden ihre Benutzer als Fußgänger eingestuft - und gehören somit auf den Gehweg. Umso mehr genießen die Skater heute den Luxus und die Vorteile eines autofreien Samstags in der Innenstadt von Berlin während sich über 250000 Zuschauer darüber freuen.

Die Skaterstrecke ist bis auf wenige Ausnahme identisch mit der Strecke des Berlin Marathons. Zsssss schon rollen wir über die Otto-v.-Bismarck-Alle und direkt auf den Friedrichstadtpalast zu, wusch über Straßenbahnschienen. Puh, geschafft. Zssss, vorbei am Fernsehturm in Richtung Neukölln. Auch die Spitze, mehr als 90 Grad-Rechtskurve, ist dank der fahnenschwenkenden Helferin am Hermannplatz geschafft. Zssss, zum ersten Mal nehme ich ein Kilometerschild wahr. Ich kann es fast nicht glauben, bereits 20 Kilometer liegen hinter uns.

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