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Laufberichte

Mega-Party auch ohne Weltrekord

20.09.09
Autor: Klaus Duwe

Abgespecktes Frauenfeld

Trotz eines Etats von 7 Mio. Euro ist es auch den Berlinern nicht möglich, jetzt auch noch  im Frauenfeld absolute Weltklasse zu bieten. So muss die Äthiopierin Askale Tafa Magarsa, letztes Jahr hinter Irina Mikenko in persönlicher Bestzeit (2:21:31) Zweite, als alleinige Topfavoritin gelten. Ihr Ziel ist es, diese Zeit erneut zu verbessern.

Neues Messegelände auf dem ehemaligen Tempelhofer Flughafen

Nachdem die Veranstalter letztes Jahr mit dem Umzug der Messe „Berlin Vital“ in das Kabelwerk von Siemens total daneben lagen, haben sie in diesem Jahr mit dem ehemaligen Flughafen Tempelhof einen Volltreffer gelandet. Das Gelände ist mit der U-Bahn gut zu erreichen. Jetzt fehlen an der Haltstation nur noch ein paar Hinweisschilder, dann sind auch die letzten 500 m Fußweg problemlos.

Bis zum 30. Oktober 2008 war Tempelhof neben Tegel und Schönefeld einer von drei Flughäfen in der Hauptstadt. 1923 ging er als einer der ersten Verkehrsflughäfen in Deutschland in Betrieb. Jetzt soll er nach und nach zu einem Messe- und Veranstaltungszentrum ausgebaut werden. Das Luftbrückendenkmal (Berlinerisch: „Hungerharke“) erinnert an die Zeit der Blockade West-Berlins 1948, denn von hier aus starteten damals im 90-Sekundentakt die Amerikaner mit ihren sogenannten Rosinenbombern die Versorgungsflüge mit Lebensmitteln und Brennstoffen. 

In diesen Tagen holen sich hier 40.923 angemeldete Läuferinnen und Läufer aus 122 Nationen ihre Startunterlagen.

Skating Impressions

Äthiopischer Doppelerfolg

Strahlender Sonnenschein erwartet das gigantische Läuferfeld auf der Straße des 17. Juni. Von überall her strömen die Aktiven zum Startplatz des Berlin-Marathons, der zu den schönsten, größten und schnellsten der ganzen Welt gehört. Die Atmosphäre mit dem Sprachgewirr aus fast allen Ländern der Welt ist mit nichts zu vergleichen. „Schon jetzt hat sich die Reise gelohnt“, sagt mir ein Elsass-Franzose. Klaus Wowereit steht nicht nur zu Wahlkampfzeiten auf der Ehrentribüne bereit, er gehört auch bereits zum Marathon dazu und man sieht ihm an, dass er Spaß hat und keine lästige Pflicht erfüllt. Jogi Löw erklärt derweil den Unterschied zwischen Fußball und Marathon.

Anders als sonst, wird der Berlin Marathon heute mit einem Startschuss gestartet und nicht blockweise. Das hat für mich fatale Folgen. Ich habe mich in der Mitte mit der Kamera postiert, um nach dem ersten Blockstart weiter zum Großen Stern zu ziehen. Jetzt hänge ich hier fest und muss gut 20 Minuten warten, bis das Feld dünner wird und ich mich durchmogeln kann. Dann haste ich zur Goldelse und erwische dort gerade noch die letzten Läufer.

Unterwegs werde ich auch noch von einem lieben Berlin-Gast aufgehalten. Unter den vielen tausend Zuschauern entdecke ich nämlich Emely, eine Bulgarin, die ich vor zwei Jahren auf Zypern kennenlernte, als sie dort ihren ersten Marathon lief. Hier ist sie nur Zuschauerin, aber in Athen schnürt sie wieder die Laufschuhe. „Kommst Du auch nach Athen?“ Klar, liegt ja nur um die Ecke. Nein, ehrlich, so ein Zufall, ich habe die Flugtickets schon in der Schublade. Ich bin in Athen dabei und jetzt mit Emely verabredet.

Das Rennen verläuft anders als geplant. Alles taugt in Berlin zu einem Weltrekord: die Strecke, die Zuschauer, das Läuferfeld, nur das Wetter nicht. Es wird zu warm. Ab km 30 schmelzen die Sekunden und später die Minuten in der Sonne dahin. Der Sieger beim diesjährigen Berlin Marathon heißt einmal mehr Haile Gebrselassie (2:06:08). Zu einem neuen Marathon-Weltrekord reicht es nicht. Aber die Zwischenzeit bei km 30 (1:27:49) liegt 11 Sekunden unter der alten Bestmarke und ist nun Hailes 27. offizieller Weltrekord.

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