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Wer jubelt als Erster vor dem Burgtheater?

08.04.16
Quelle: Pressemitteilung

Nach zwei äthiopischen Siege in Folge wollen sich die kenianischen Läufer den Sieg beim Vienna City Marathon wieder zurückholen. Das Elitefeld der Herren besteht zum Großteil aus Läufern, die zum ersten Mal in Wien an den Start gehen. Zwei Athleten mit VCM-Erfahrung, vor allem David Kogei, könnten aber eine große Rolle spielen.

 

Matebo: Weltklasse als unbekümmerter Marathon-Neuling

 

Schnellster nach den Vorleistungen im Marathon ist ein Routinier. Levy Matebo, der in jungen Jahren bereits in der Weltklasse agierte. 2011 lief er beim Frankfurt Marathon eine fantastische Zeit von 2:05:16 Stunden – damals eine absolute Weltklasseleistung. An den Erfolgen und Leistungen von damals hängt eine große Erwartungshaltung, die der nun mit 26 Jahren immer noch recht junge Läufer in den vergangenen Jahren nicht erfüllen konnte. Chronische Probleme mit dem Magen, sowohl im Training als auch bei Rennen, und eine Verletzung am Knie halfen dabei auch nicht. Aber für den Vienna City Marathon 2016 fühlt sich der Kenianer bereit. „Ich habe gut trainiert und hoffe, an die Leistungen von 2011 und 2012 anzuknüpfen“, erzählt er. Neben seinem zweiten Platz beim Frankfurt Marathon lief er ebenfalls in Boston 2012 und in Florenz 2014 auf Rang zwei und gewann in Brüssel 2010 sowie in Barcelona 2011. „Ich möchte am Sonntag gewinnen und eine Zeit von 2:06 Stunden erzielen“, hat Matebo konkrete Vorstellungen an den Zieleinlauf vor dem Burgtheater.

 

Kenianer in Favoritenrolle

 

Robert Chemosin geht in seinen dritten Marathon und hat beim Debüt in Warschau 2015 eine Zeit von 2:08:05 Stunden erreicht. Bei strömendem Regen, vielleicht ein gutes Omen für Sonntag. Chemosin trainiert in seiner Heimat mit Matebo und fühlt sich bestens vorbereitet. Seine Halbmarathon-Bestleistung von 59:19 Minuten, erzielt vor drei Jahren in Ostia, wo er 2015 in einer weiteren starken Zeit gewann, untermalt sein Potenzial.

Suleiman Simotwo hat drei Marathons bestritten, einen davon im letzten Jahr in Wien. „Ich bin lange Zeit sehr gut in der Verfolgergruppe mitgelaufen, danach bekam ich Magenprobleme und habe viel Zeit verloren“, erzählt der 27-Jährige. Am Ende stand ein fünfter Platz zu Buche, ebenso wie im Herbst in Frankfurt. „Ich hoffe, ich kann meine Bestleistung verbessern“, freut er sich auf die Vorbereitung. Mit Silas Limo ist ein weiterer Kenianer im Rennen, die eine Bestleistung unter 2:10 Stunden stehen haben.

 

Debüt eines „Pacemaker-Spezialisten“

 

Mark Milde bezeichnet den Werdegang von David Kogei als beispielhaft. Der 31-jährige Polizist, der erst seit vier Jahren ernsthaften Leistungssport betreibt, agierte im vergangenen Jahr als Pacemaker und sammelte wichtige Erfahrungen. „Als Pacemaker kann man sehr viel lernen und das steigert auch die Motivation“, erzählt er. Im Herbst begleitete er Eliud Kipchoge fast auf Weltrekordtempo gut 30 Kilometer lang und war der letzte Begleiter des späteren Siegers. „Ich bin körperlich wie psychologisch gut vorbereitet“, freut sich der Kenianer auf sein Debüt, für das er sich eher zurückhaltende Ziele setzt. Der VCM-Start ist ein „big deal“ für ihn. Zufrieden wäre er mit einer Zeit unter 2:10 Stunden – aber das kann wohl als Understatement interpretiert werden.

Drei weitere Läufer haben eine Bestleistung von unter 2:10 Stunden als Empfehlung aufzuweisen: Weldu Negash aus Eritrea, Shengo Kebede aus Äthiopien und der erfahrene Franzose Abdelatif Meftah. Während die erste Gruppe ein Tempo von 63:30 Minuten für den Halbmarathon anstrebt, wird es auch eine zweite Gruppe mit Unterstützung von Tempomachern geben, die eine Durchgangszeit von 65:30 Minuten anstrebt.

 

Neue Gesichter und offenes Rennen

 

Das Frauenfeld beim Vienna City Marathon lässt auf einen dramatischen Bewerb und schnelle Zeiten hoffen

„Wir haben einen Mix aus jungen Läuferinnen mit sehr guten Vorleistungen auf Unterdistanzen und erfahrenen Marathonläuferinnen zusammengestellt.“ Damit spricht Athletenkoordinator Mark Milde genau jenen Aspekt an, der für das Damen-Rennen beim Vienna City Marathon viel Spannung verspricht. Der Berliner erwartet auch ein schnelles Rennen: „Wir haben Anfragen von drei Damen, die unter 2:25 Stunden laufen möchten. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass wir eine ansprechende Siegerzeit erzielen werden.“

 

Bestzeit unterhalb des Streckenrekordes

 

Zur Garde der erfahrenen Läuferinnen zählen die Äthiopierinnen Guteni Shone, Fantu Jimma und Helaria Yohannes. Shone führt mit einer Bestleistung von 2:23:32 Stunden, gelaufen im Vorjahr in Houston, die Zeitenliste klar an. Damit war die 24-Jährige bei ihrem schnellsten Marathon sogar um 15 Sekunden schneller als der mittlerweile bald 16 Jahre alte Streckenrekord der Italienerin Maura Viceconte. Ihre Landsfrau Fantu Jimma hat seit ihrem Debüt in Paris 2013 sechs Marathons bestritten. Einer ihrer schnellsten war jener in Xiamen zu Jahresbeginn 2016, wo sie Dritte wurde. „Ich habe mich gewissenhaft vorbereitet. Das Training lief sehr gut“, kommt die 28-Jährige mit Selbstvertrauen in die Bundeshauptstadt. Ihr Ziel ist eine neue persönliche Bestleistung, die aktuell bei einer Zeit von 2:26:14 Stunden liegt. „Mein Manager hat mir erzählt, dass in Wien ein gutes Klima herrscht und eine super Atmosphäre rund um den Marathon begeistert“, freut sie sich auf Sonntag.

Die einzige Spitzenläuferin, die bereits beim VCM gelaufen ist, ist Helalia Johannes, die in ihrer Karriere schon zweimal für Namibia bei den Olympischen Spielen teilgenommen und in London einen ansprechenden elften Platz erzielt hat. Vor vier Jahren schaffte sie in Wien als Dritte den Sprung auf das Podest. Alle anderen Läuferinnen sind neue Gesichter für Wien – und zum Teil auch neu in der Marathonszene.

 

Talent mit großartigen Vorleistungen

 

Sehr gespannt sein darf man auf den Auftritt der erst 22-jährigen Äthiopierin Ruti Aga. Sie wird beim VCM ihren ersten Marathon absolvieren, Marathon-Erfahrung hat sie heuer beim Osaka Marathon als Pacemakerin gesammelt. Vorboten ihrer Leistungsstärke sind zwei sehr starke Halbmarathon-Leistungen in diesem Jahr: Im Jänner in Houston, wo sie ihre Bestleistung von 68:09 Minuten lief, und vor wenigen Wochen in Lissabon, als sie gewann. Die schüchterne Äthiopierin sieht ihre Zukunft über die 42,195 Kilometer, da sie auf kürzeren Strecken unter ihrer Schwäche im Schlusssprint leidet, was über die Traditionsdistanz weniger ins Gewicht fällt

Zu den unroutinierten Herausforderinnen zählt auch die einzige Kenianerin im Spitzenfeld, Doris Changeywo. Im Alter von 31 Jahren hat sie schon beträchtliche Erfolge auf Unterdistanzen vorzuweisen, unter anderem als WM-Vierte in Crosslauf vor acht Jahren. Im vergangenen Jahr erfolgte der Umstieg auf den Marathon. In Singapur gewann sie auf Anhieb, schwierigste äußere Bedingungen ließen aber keine gute Zeit zu. „Ich habe bei meinem ersten Marathon viel gelernt und möchte am Sonntag vieles besser machen. Besonders möchte ich meine Bestzeit deutlich optimieren“, kündigt die zweifache Mutter an.

 

Spannender Kampf um die
beste österreichische Platzierung

 

Für die Stellung als schnellste Österreicherin beim VCM 2016 bewerben sich zwei gute alte Bekannte. Karin Freitag und Cornelia Köpper haben sich im Marathon schon einige sehenswerte und spannende Duelle geliefert, zuletzt beim Linz Marathon 2015, als beide persönliche Bestleistung liefen und Freitag im Kampf um den Staatsmeistertitel das bessere Ende für sich hatte.

 

Bereit für Premiere,
die Hochspannung verspricht

 

Valentin Pfeil läuft am Sonntag sein Marathondebüt mit dem Olympialimit im Hinterkopf

Valentin Pfeil ist der österreichische Topläufer beim Vienna City Marathon 2016. Der 27-jährige Oberösterreicher absolviert in Wien sein Marathon-Debüt und geht dabei mit großen Ambitionen an den Start. „Ich verspüre große Vorfreude, aber natürlich ist eine gewisse Anspannung da. Ich bin selbst sehr gespannt, wie es am Sonntag laufen wird“, erklärt der Oberösterreicher, der bei der Pressekonferenz einen sehr sympathischen Auftritt hinlegte.

 

Ziel Olympia-Marathon

 

Wäre kein Olympisches Jahr, würde der 27-Jährige konservativer in seinen ersten Marathon gehen. Doch weil der Olympische Marathon in Rio bereits seine Schatten wirft und Pfeil dort gerne dabei sein möchte, stellt sich die Zielsetzung von alleine auf. 2:14 Stunden ist die österreichische Marathon-Norm für Rio, das entspricht einer Durchschnittszeit von 3:10 Minuten pro Kilometer. „Die letzten zwei Wochen Vorbereitung habe ich in Viareggio verbracht. Dort bin ich rund 200 Kilometer pro Woche gelaufen und habe Läufe im Marathon-Tempo von bis zu 26 Kilometern am Stück ausprobiert. Die Pace für das Olympia-Limit habe ich dabei jedes Mal geschafft“, erzählt der Oberösterreicher voller Optimismus.

 

Gelungene Generalprobe

 

Die Ambitionen hat er bereits im Februar hochgeschraubt. Damals gelang ihm in Barcelona ein hervorragender Halbmarathon in einer neuen persönlichen Bestleistung von 1:04:16 Stunden. Diese Zeit, die in einem international gut besetzten Feld für Rang sechs reichte, spülte den Steyrer auf Rang fünf der ewigen Bestenliste des ÖLV im Halbmarathon. Gleichzeitig hat er sich damit für die Europameisterschaft im Halbmarathon in Amsterdam qualifiziert – ein weiteres, großes Saisonziel für den mehrfachen Staatsmeister auf der Bahn und im Crosslauf.

 

Ein Freund als mentale Unterstützung

 

Am Sonntag wird Pfeil von der Anwesenheit zweier kenianischer Pacemaker profitieren, die ihn – so der Plan – bis Kilometer 30 unterstützen sollen. Zusätzliche Inspiration soll Christian Steinhammer bringen, der Pfeil bis zum Halbmarathon begleiten möchte. „Es ist schön, jemand dabei zu haben, dem ich voll und ganz vertraue“, weiß er diese Unterstützung seines Freundes zu schätzen.

 

Heimspiel für Wien-Insider

 

Obwohl in Oberösterreich geboren, kennt sich Valentin Pfeil bestens in Wien aus. Hier lebt er seit Jahren als Student der Veterinärmedizin – ein Studium, das kurz vor dem Abschluss steht. „Ich bin in der glücklichen Situation, dass ich kurz vor dem Ende des Studiums bin und keine Prüfungen mehr habe. Deshalb kann ich mich aktuell sehr gut auf den Laufsport fokussieren“, erzählt er. Dass er die Strecke in Wien bestens aus eigenen Erfahrungen kennt, obwohl er noch nie beim VCM gelaufen ist, bezeichnet Pfeil als Vorteil.

 


 

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