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Weidlinger und Mayr vor Marathondebüt

16.04.09
Quelle: Pressemitteilung

Kaum jemals sind österreichische Marathondebüts mit soviel Spannung erwartet worden wie jene von Günther Weidlinger und Andrea Mayr.

Am Sonntag, 19. April werden beide beim Vienna City Marahton zum ersten Mal über die klassische Distanz antreten. Für den 31‐jährigen Weidlinger, der vor allem im Hindernislauf Weltklasseleistungen gezeigt hat, ist die Vorgabe klar: Der österreichische Rekord von Gerhard Hartmann, der seit 13. April 1986 und somit seit über 23 Jahren bei 2:12:22 Stunden steht, soll fallen. Andrea Mayr, die als Berglaufwelt‐ und Europameisterin sowie WM‐Teilnehmerin im Hindernislauf über vielfältige läuferische Qualitäten verfügt, setzt sich bei ihrem ersten Marathon die Marke von 2:35 Stunden als Richtwert. Bei einem Pressegespräch in Wien berichteten die beiden über ihre Vorbereitungen und Ziele.

Weidlinger: Freue mich, wenn es losgeht!

Günther Weidlinger, der seit Ende September gezielt auf den VCM hintrainiert und auf Trainingslager u.a. in Falls Creek (Australien), Chiclana (Spanien) und Viareggio (Italien) insgesamt 4.400 Kilometer absolviert hat: „Seit fast einem halben Jahr habe ich alles diesem Start untergeordnet. Der 19. April war stets ein fixer Gedanke in meinem Kopf. Ich habe mich noch nie so akribisch und so lange auf einen einzigen Wettkampf vorbereitet. Jetzt freue ich mich darauf, wenn es los geht und ich zeigen kann, was ich gemacht habe! Meine Vorbereitung konnte ich fast zur Gänze wie geplant durchziehen. Ich war niemals krank, eine Aduktorenzerrung im Jänner hat mich nicht sehr behindert. Das Training hat mir großen Spaß gemacht, es war nicht so schwierig, wie manchmal behauptet. Beim Marathontempo fühle ich mich sehr wohl.“

Bereits seit über einer Woche steht er jeden Tag zeitig in der Früh auf, um sich auf den Zeitablauf beim VCM einzustimmen: „Um halb sechs oder früher. Es ist ungewohnt, bereits um diese Zeit zu frühstücken und danach zu laufen, aber genau das muss ich auch beim VCM können.“

Nervenflattern verspürt er noch nicht, aber: „Dazu ist noch nicht die Zeit. Die Nervosität wird ganz sicher kommen. Irgendwann, wenn ich sehe, wie in Wien rundherum alles für das Rennen vorbereitet und aufgebaut wird. Diese Nervosität brauch ich auch, sonst gehe ich zu locker an den Start.“

Seinen Rennplan legt er genau in Richtung der Rekordmarke aus. Er will mit Kilometerzeiten von 3:08 Minuten beginnen, den Halbmarathon bei knapp über 1:06 Stunden passieren und jedenfalls bis Kilometer 35 in diesem Bereich laufen: „Sollte es mir dann gut gehen, kann ich immer noch vorsichtig zulegen.“

Mayr: Vorfreude und fehlende Erfahrungswerte

Andrea Mayr blickt ebenso wie Günther Weidlinger auf eine sehr gute Vorbereitung zurück. Das Marathontraining mit Blickrichtung VCM hat die Ärztin im Dezember 2008 begonnen, nachdem sie zuvor im Berglauf mit Seriensiegen und einem prestigeträchtigen Erfolg beim Obudu Ranch Mountain Race in Nigeria reüssiert hat. Vor allem ihr österreichischer Halbmarathonrekord von 1:12:14 Stunden, den sie am 8. Februar bei der VCM Winterlaufserie in Wien gelaufen ist, unterstrich ihre starke Form: „Wenn ich am Sonntag Halbmarathon laufen würde, wäre dieser Rekord fällig. Diese Erfahrungswerte habe ich, da bin ich mir ziemlich sicher. Ich weiß aber nicht, wie es mir auf der Marathondistanz geht. Dazu habe ich keine Vergleichswerte.“ Ihre Vorbereitung mit einzelnen Läufen bis zu 40 Kilometern und vielen spezifischen Marathon‐Tempoeinheiten ist jedenfalls eine gute Basis für das Debüt auf der klassischen Distanz.

Nach dem ausgiebigen Training mit insgesamt acht Wochen Aufenthalten in Chiclana und Viareggio fühlt sie sich nun in der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung unterfordert: „Ich frage mich: Wann geht es endlich los? Ich spüre die Nervosität, ebenso die Vorfreude.“

Über ihr Ziel sagt sie: „Bei guten Bedingungen möchte ich unter 2:35 Stunden laufen, das WM‐Limit für Berlin. Das wäre für den ersten Marathon ganz gut. Es hängt davon ab, wie man ich ins Rennen komme, mit welchen Emotionen ich unterwegs bin. Wenn es gut läuft, kann es auch schneller als 2:35 Stunden werden.“

Weitere Top‐Österreicher beim VCM

Neben Weidlinger und Mayr wird als weiterer Top‐Österreicher Markus Hohenwarter den VCM bestreiten. Der Kärntner war im Vorjahr an zwölfter Stelle in 2:18:13 Stunden bester Österreicher. Diese persönliche Bestmarke will er unterbieten: „Meine Vorbereitung war diesmal kürzer als sonst. Ich konnte erst ab Anfang Februar gut trainieren. Zuvor war der Schnee unglaublich hinderlich, auch eine Krankheit hat mich rausgeworfen. Meine Form ist aber stabil und etwa gleich gut wie 2008. Ich kann ohne Druck ins Rennen gehen. Etwa 1:08:20 ist mein Plan für den Halbmarathon.“ Bei den Frauen dürfte Carina Lilge‐Leutner, die 1987 in Wien als bisher einzige Österreicherin den Marathon gewinnen konnte, mit nunmehr 48 Jahren in die österreichischen Top‐3 und deutlich unter drei Stunden laufen.

 


 
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