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Doping als Volksseuche?

28.08.06
Quelle: Pressemitteilung

In der Wiener U-Bahn Zeitung „Heute“ vom 22. August 2006 bezieht "Doping-Papst“ Prof. Hans Holdhaus zum Thema Doping Stellung und vermutet, dass ein Drittel der Starter des Wien Marathon zu unerlaubten Mitteln greifen. Wolfgang Konrad, Veranstalter des Vienna City Marathon, reagiert darauf mit einem offenen Brief.

 

 
Wolfgang Konrad
© marathon4you.de

Betreff: Doping als Volksseuche    

 

Wien, 28.08.2006


In der Wiener U-Bahn Zeitung „Heute“ vom 22. August 2006 bezieht  „Doping-Papst“ Prof. Hans Holdhaus zum Thema Doping Stellung.

 

Sehr geehrter Herr Prof. Holdhaus!

 

In der Wiener U-Bahn Zeitung „Heute“ vom 22. August 2006 schreibt Martin Huber, dass sich ein US-Radprofi nach eigenen Angaben an 114 von 200 Tagen der Saison die „volle Ladung“ EPO, Wachstumshormone, Testosteron und Insulin verpasst hat. Nach weiteren Erklärungen über diverse Todesfälle vermuten Sie in diesem Artikel, dass bei Breitensportveranstaltungen wie dem Wien-Marathon (gemeint Vienna City Marathon) ein Drittel der Starter zu unerlaubten Mitteln greifen. Zitat: „Ich gehe davon aus, dass etwa ein Drittel der Starter beim Wien-Marathon gedopt ist.“

 

Ihre Vermutungen lassen im unkundigen Leser dieses Artikels die Meinung aufkommen, dass jeder dritte Starter am Wien-Marathon zu den selben Mitteln greift wie der vorher erwähnte Radprofi, der sich über viele Tage in der Saison die „volle Ladung“ EPO, Wachstumshormone, Testosteron und Insulin verpasst hat.

 

Diese Darstellung ist schlichtweg falsch und darüber hinaus eine klare Diskreditierung der Teilnehmer des Wien-Marathons, der Veranstaltung selbst und der gesamten Breitenlaufsportbewegung. Um Ihre Anschuldigungen ins richtige Licht zu rücken, erlaube ich mir, Ihnen einige Gegenargumente zu liefern:

 

In der 23-jährigen Geschichte des Wien-Marathons, an dem in Summe über 350.000 Menschen teilgenommen haben, gab es nur einen einzigen bedauerlichen Todesfall eines jungen Menschen, der sich sehr gewissenhaft auf diese Herausforderung vorbereitet hatte. Sein Tod steht aber in keinerlei Verbindung mit Doping, sondern im Zusammenhang mit einem angeborenen Herzfehler, der bei einer sportärztlichen Untersuchung im Vorfeld nicht erkannt wurde.

 

In der 23-jährigen Geschichte des Wien-Marathons gibt es trotz Dopingkontrollen keinen einzigen positiven Dopingfall. Es würde mich interessieren, auf welche Untersuchungszahlen oder Studien Sie Ihre Vermutungen bauen. In den Erläuterungen zum Arzneimittelgesetz 2002 wird darauf hingewiesen, dass es zum Dopingmissbrauch im Breitensportbereich keine verlässliche Zahlen in Österreich gibt; man kenne lediglich Schätzungen aus dem Bodybuildingbereich in Deutschland und Großbritannien.

 

Ihre Wortmeldungen sind unqualifiziert, unverständlich und lediglich der Versuch, eine positive Entwicklung, nämlich die regelmäßige und lustvolle sportliche Aktivität zahlreicher Personen, schlecht zu reden.

 

Ich als Veranstalter fühle mich, gemeinsam mit dem gesamten Team des Vienna City Marathons, den Tausenden Läuferinnen und Läufern gegenüber verpflichtet, diese Anschuldigung mit aller Klarheit zurückzuweisen und zu behaupten, dass sie unrichtig ist.


Wolfgang Konrad, Veranstalter des Vienna City Marathon

 


 

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