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Ultratrail Atlas Toubcal: Interview mit Martin Schedler

09.10.15
Quelle: Pressemitteilung

Die Sonne scheint, wir sitzen entspannt bei einer Flasche Wasser und einem Minztee auf der Terrasse der alpinen Skihütte CAF in Oukaimeden. Ca. 1,5 Autostunden westlich des orientalischen Marrakesch, im Gebirge des marokkanischen Hohen Atlas, liegt das verschlafene Dörfchen Oukaimeden auf ca. 2600 Höhenmeter. Der UTAT, Ultratrail Atlas Toubcal, hat zum 7. Male die Trailrunning-Welt eingeladen, ein außergewöhnliches Laufevent zu erleben. 3 Strecken über 26, 42 und 105 km in 4 Wettbewerben decken ein ungewöhnlich breites Läuferspektrum ab.

Und sie kommen von überall her. 14 verschiedene Nationen sind am Start. In diesem Jahr sind es so viele deutschsprachige Läufer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wie noch nie. Sicherlich auch ein Erfolg der durchweg positiven Berichterstattung und der außergewöhnlichen und zum Teil extremen Anforderungen.
Mit dabei ist dieses Jahr auch der erst vor wenigen Wochen gekürte deutsche Meister im Trailrunning,  Martin Schedler vom Team Salomon Deutschland.  Wie eingangs erwähnt, sitzen wir entspannt nach zwei Wettkampftagen ziemlich relaxt in der Sonne und genießen während des Gesprächs die einlaufenden Finisher, die geduschten Helden und die bereits entspannten Topläufer. Es ist insgesamt unter allen Teilnehmern eine lockere und coole Atmosphäre.

 
Martin Schedler (links) und TR-Autor Oliver Binz
© Veranstalter 12 Bilder

Martin, Insider kennen Dich mittlerweile, aber für viele Trailrunner bist Du noch ein großer Unbekannter. Letztes Jahr hast du schon in der Szene eingeschlagen wie eine Bombe mit dem 1.Platz beim Ecotrail in Paris sowie mit dem 1.Platz beim ZUT. War das Jahr 2014 als Newcomer schon ein perfektes Jahr?

Eigentlich ja. Ich dachte schon, dass es fast nicht besser geht. Mit den Erfolgen aus 2014 im Rücken hatte ich im Frühjahr 2015 mit dem 2.Platz beim MIUT auf Madeira schon einen perfekten Start in die neue Saison. Die Nominierung in die deutsche Nationalmannschaft zur Trail-WM im Mai war schon fast die Schlussfolgerung aus diesen Ergebnissen. Sich mit der Weltelite bei einer WM messen zu dürfen, ist eine unglaubliche Bereicherung für einen selbst. Der Sommer brachte dann noch eine weitere Steigerung meiner sportlichen Wertigkeit. 1.Platz beim Eiger-Ultratrail, 1.Platz bei den dt. Trailrunning-Meisterschaften und nun hier beim UTAT das Messen mit den besten Läufern aus Marokko, Frankreich und Spanien – ein Traum. Eigentlich wieder ein perfektes Jahr.

Du bist hier gegen die marokkanische Lauflegende Rachid El Morabity, dem 3 fachen MdS-Sieger (MdS = Marathon des Sables), dem Mehrfach-Sieger auf allen drei Strecken des UTAT’s gestartet. Beschreibe mal deine Gefühle, mit so einer Lauflegende Schulter an Schulter auf dem Trail unterwegs zu sein.

Ehrlich gesagt, ist das schon aufregend und ein cooles Gefühl, gegen Marokkaner zu starten. Rachid hat einen sehr hohen Stellenwert unter den Läufern. Seine Dominanz ist auf der Strecke schon deutlich zu spüren. Als Mensch ist er jedoch sehr schwer zu einzuschätzen.

Welche sportlichen Erfahrungswerte nimmst du hier aus dem Hohen Atlas mit nach Hause?

Sehr beeindruckend war der 42 km lange nonstop-Anstieg mit  1300 Metern Höhenunterschied. Das war Neuland für mich, so einen langen und technisch schwierigen Anstieg hatte ich bisher noch nicht. Dann kommt die unheimlich starke Sonneneinstrahlung am Vormittag/Mittag hinzu. Das Laufen auf 2500mtr und mehr ist schon anstrengender. Überrascht hat mich, dass ich persönlich nicht am höchsten Punkt von 3100 mtr, sondern kurz davor auf 2800-2900mtr ziemlich geschafft war. Das Tempo war aber auch nicht gerade langsam. Wir hatten im Anstieg von 1800 auf 3100mtr einen 5er Schnitt (5min/km).

Anmerkung des Autors: ein leichtes Lächeln huscht über Martins Gesicht

Ein Schlafen und ein Start auf 2600mtr, ist das eine Herausforderung für den Körper? Wie war deine Akklimatisierung?

Sicherlich ist es anders, ein wenig kurzatmiger. Bedingt durch den kurzen Urlaub von wenigen Tagen war nur eine Anreise von 1-2 Tagen vor dem Wettkampf möglich. Aber das machen die meisten Läufer. Am Vorwettkampftag haben wir eine lockere Wanderung über 10km gemacht. An einigen exponierten Stellen hatte ich dann bei kurzen Sprints den Untergrund und einige Schuhe  ausprobiert.

Schuhe, das ist das richtige Stichwort. Für welchen Schuh hattest du Dich entschieden?

Recht schnell stand für mich fest, dass der Salomon Sense Ultra SG für mich der ideale Schuh für dieses Gelände ist. Bei sehr trockenem, staubigem und felsigem Untergrund hat er für mich die beste Bodenhaftung.

Vor dem Trailrunning bist Du in der Berglaufszene unterwegs gewesen. Was hast du an Erfahrung aus dieser Zeit mit in das Rennen nehmen können?

Definitiv die Tempohärte bei längeren Höhenmeter-Einheiten. Ziel ist es, noch vor dem Gipfel die Kraft für den kommenden Downhill umsetzen zu können.

26km Trailrunning im marokkanischen Hohen Atlas bei sehr warmen Umgebungstemperaturen – Anstieg auf knapp 2800 Meter – ernährt man sich während des Laufens überhaupt als Spitzenläufer?

Ja, wenn sicherlich auch anders. Ich hatte 2 Gels und viele Getränke zu mir genommen.

Was faszinierte Dich am Ultratrail Atlas Toubcal am meisten?

Das gibt es vieles zu erwähnen. Das Durchlaufen der Berberdörfer ist sicherlich ein Highlight. Der Kontakt mit Esel als Lasttieren auf der Strecke ist ungewöhnlich und in den Alpen bestimmt nicht wieder zu finden. Beeindruckt hat mich auch das Anfeuern der einheimischen Berber auf der Strecke. Nicht vergessen sollte man die extrem entspannte Atmosphäre hier im Trailrunner-Lager und die lockere Organisation des Events.

Martin, wir sagen „Danke“ und beglückwünschen Dich zu deinen internationalen tollen Erfolgen beim UTAT. Wir freuen uns, Dich bald wieder auf dem heimischen Strecken zu sehen oder vielleicht auch wieder beim UTAT 2016 – in diesem Sinne: a bientot

 

Die Zahlen und Ergebnisse:


42 km mit 2600 Höhenmeter: 3.Platz mit einer Zielzeit von 5:14 Std:min

26 km mit 1400 Höhenmeter: 6.Platz mit einer Zielzeit von 2:54 Std:min

Gesamtklassement: 3.Platz

Autor: Oliver Binz; 3 facher Finisher beim UTAT 105km und Vertreter des UTAT’s für die Länder Deutschland, Österreich und Schweiz

 

Nächster UTAT:  01. + 02.10.2016.

 

 

 

Informationen: Ultra Trail Atlas Toubkal (UTAT)
Veranstalter-WebsiteE-MailHotelangeboteOnlinewetterGoogle/Routenplaner

 

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