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Casal-Brüder übernehmen Gesamtführung, Wenin/Wenin holen auf

03.09.15
Quelle: Pressemitteilung

Spektakulärer Führungswechsel beim 11. TRANSALPINE-RUN. Marc und Oscar Casal, die Brüder aus Andorra, setzten sich mit einer bärenstarken Leistung auf der 6. Etappe von Samnaun nach Scuol über 37,1 Kilometer und 2064 Höhenmeter im Anstieg und 2692 im Abstieg an die Spitze. In 3:48.54 Stunden distanzierten sie die bisherigen Führenden Daniel Jung/Ivan Paulmichl (Italien) um 16.48 Minuten und führen nun ihrerseits mit einem Vorsprung von 8.58 Min. die Gesamtwertung an.  „Wir denken und laufen immer von Tag zu Tag. Heute haben wir uns gut gefühlt, also haben wir angegriffen“, kommentierte Marc Casal den Rennverlauf, der die Athleten über vier Gipfel über 2500 m führte.

Der Konter kam am 6. Tag des 11. TRANSALPINE-RUN. Und er saß. Als die Brüder Marc und Oscar Casal kurz vor dem Ziel die Hochbrücke über den Inn in dem Graubündner Wintersportort Scuol passierten, da hatten sie ihren vierten Etappensieg und gleichzeitig die Spitzenposition in der Tasche.

„Wir laufen immer unser eigenes Rennen. Als wir gespürt haben, dass der Vorsprung größer als 10 Minuten war, haben wir in den Downhills Kraft gespart und das Tempo nicht mehr forciert“, erklärte Marc Casal.  Es dauerte fast 17 Minuten, ehe die beiden Südtiroler Daniel Jung und Ivan Paulmichl auf Rang 2 folgten. Geschlagen, aber nicht ohne Hoffnung für die kommenden zwei Tage, wie sie sagten. Warum die Südtiroler auf dem 37 km langen Weg von Samnaun nach Scuol keine wirkliche sportliche Antwort parat hatten, erklärte sich schnell. Ivan Paulmichl klagte über Magenprobleme und war am Ende froh, das Ziel mit einem vertretbaren Rückstand erreicht zu haben.

„Ich habe so gut wie nichts gegessen, schon am Start habe ich so ein komisches Gefühl in der Magengegend gehabt. Heute bin ich wirklich froh, überhaupt das Ziel erreicht zu haben und dabei nicht eine Stunde oder mehr verloren zu haben“, kommentierte Paulmichl. Die beiden Vinschgauer zeigten sich als anständige und faire Verlierer. „Die Casal-Brüder haben sich den Sieg verdient, wir bleiben aber dennoch optimistisch, zumal wir am Freitag in unsere Heimat nach Südtirol kommen. Bis Sulden kann noch viel passieren“, versprach Daniel Jung ein spannendes Finale.

 

 
© Wisthaler.com

 

Dass die körperliche Verfassung der einzelnen Athleten nach dem Bergsprint bei Rennhalbzeit einen anderen Verlauf nimmt, hat beim TRANSALPINE-RUN schon Tradition. Und so auch in diesem Jahr. Die Müdigkeit war förmlich sichtbar, als sich die verbliebenen 500 Starter am Donnerstagmorgen in Samnaun zum Start versammelten. Die Blicke gingen ins Leere, die Augenringe waren noch einen Tick tiefer als sonst, die Beine noch ein bisschen mehr getapet als normal. Und die Warteschlange vor dem Zelt der Medical Crew war noch ein paar Meter länger als an den vorangegangenen Tagen. Rückenschmerzen, wundgelaufene Füße, Zerrungen, muskuläre Probleme. Und ganz, ganz viele Magenprobleme. Die Schottin Helen Bonsor, zusammen mit Claire Gordon bestes Frauenteam, brachte es mit wenigen Worten auf den Punkt.

„Mein Magen hat rebelliert, nach dem Bergrennen war ich den ganzen Tag im Bett und habe zu meinem Freund Andrew gesagt. Bitte zeige keine Bilder von mir auf Facebook. Ich sehe unglaublich müde und schlecht aus.....“. Helen Bonsor war mit ihren Problemen nicht allein. Das US-amerikanische Duo Brandy Erholtz/Christine Lundy, das am Vortag noch ihren ersten Sieg eingefahren hatte, musste sogar aufgeben.

Auch bei Benjamin Sperl, zusammen mit Lukas Nägele auf Rang 3 bei den Männern, gab es gesundheitliche Probleme. Zwar verteidigten die beiden Youngster aus Kassel und Freiburg ihren Podiumsplatz bei den Männern, verloren aber den imageträchtigen Zweikampf in der Overall-Wertung um Platz 3 gegen die unglaublich starken Schweizer Master Läufer Urs Jenzer und Ruedi Bärtschi. Die Eidgenossen feierten ihren 5. Etappensieg. Ebenso wie die Schottinnen Bonsor/Gordon bei den Frauen, die mit mehr als eineinhalb Stunden Vorsprung auf das französische Duo Carolin Freslon-Bette/Maud Gobert den Gesamtsieg so gut wie in der Tasche haben.

Spannend geht es in der Kategorie Senior Master Men zu. Die Italiener Richard und Oswald Wenin holten sich in Scuol Etappensieg Nr. 4, konnten dabei die Gesamtführenden Jörg Schreiber/Thomas Miksch (Deutschland) nur um knappe 4 Minuten distanzieren. Eine großartige Leistung der beiden Deutschen, zumal Thomas Miksch an einer schmerzhaften Sehnen-Entzündung am Schienbein laboriert: „Ich musste ziemlich beißen. Mal schauen, wie es morgen aussieht.“
Und dass Konkurrenz das Geschäft belebt, ist ja nichts Neues.

Dies erfuhr zum ersten Mal während des TRANSALPINE-RUN das überragende Mixed-Paar Ragna Debats/Pere Bove Aurell (Niederlande/Spanien). „Das schottische Team Carnethy hat uns zwischenzeitlich passiert. Da mussten wir immer schneller werden“, beschrieb die junge Holländerin Debats, die vor Jahren als Dressurreiterin erfolgreich war, die Situation. Am Ende waren Debats/Aurell derart zügig unterwegs, dass sie als Fünfte in der Gesamtwertung sogar noch die deutsch-österreichische Männer-Kombination Patrick Caprano/Daniel Jochum um drei Zehntelsekunden übersprinteten.   

Die 7. Etappe des 11.TRANSALPINE-RUN führt am Freitag von Scuol (Schweiz) ins italienische Sankt Valentin am Reschensee über 37,80 km. Europas größter Trailrun für 2er-Teams über die Alpen endet am Samstag nach acht Etappen und 268 km in Sulden/Ortler.

 

Ergebnisse: 6. Etappe Samnaun – Scuol
 

Men

1. Oscar Casal/Marc Casal (3:48.54 Std.)
2. Daniel Jung/Ivan Paulmichl (4:05.42 Std.)
3. Benjamin Sperl/Lukas Nägele (4:15.28 Std.)

Women

1. Helen Bonsor/Claire Gordon (4:56.55 Std.)
2. Caroline Freslon-Bette (5:18.05 Std.)
3. Brigitte Eggerling/Séverine Murk-Lendi (5:20.13 Std.)

Master Men

1. Urs Jenzer/Ruedi Bärtschi (4:11.11 Std.
2. Clemens Keller/Armin Friesinger (4:25.38 Std.)
3. Tamas Karlowits-Juhasz/Csaba Németh (4:26.23 Std.)

Senior Master Men

1. Oswald Wenin/Richard Wenin (4:35.57 Std.)
2. Jörg Schreiber/Thomas Miksch (5:39.42 Std.)
3. Thomas Sommer/Kurz Scherrer (5:09.20 Std.)

Mixed

1. Ragna Debats/Pere Bove Aurell (4:19.33 Std.)
2. Jasmin Paris/Konrad Rawlik (4:23.43 Std.)
3. Landie Greyling/Christiaan Greyling (4:33.13 Std.)

Master Mixed

1. Annemarie Gross/Franz Kröss (4:46.14 Std.)
2. Petru Muntenasu/ Andre Feuerstein-Rauch (4:56.49 Std.)
3. Stephan Tassani-Prell/Cäcilia Schreyer (5:00.13 Std.)

 

Gesamtwertung nach der 6. Etappe

Men

1. Oscar Casal/Marc Casal (21:18.22 Std.)
2. Daniel Jung/Ivan Paulmichl (21:27.20 Std.)
3. Benjamin Sperl/Lukas Nägele (22:20.59 Std.)

Women

1. Helen Bonsor/Claire Gordon (25:18.20 Std.)
2. Caroline Freslon-Bette (26:53.57 Std.)
3. Brigitte Eggerling/Séverine Murk-Lendi (30:11.16 Std.)

Master Men
1. Urs Jenzer/Ruedi Bärtschi (22:24.28 Std.)
2. Tamas Karlowits-Juhasz/Csaba Németh (23:08.47 Std.)
3. Clemens Keller/Armin Friesinger (24:16.12 Std.

Senior Master Men

1. Jörg Schreiber/Thomas Miksch (24:47.13 Std.)
2. Oswald Wenin/Richard Wenin (25:34.18 Std.)
3. Urs Salzmann/Beat Schertenleib (28:42.11 Std.)

Mixed

1. Ragna Debats/Pere Bove Aurell (23:37.34 Std.)
2. Landie Greyling/Christiaan Greyling (24:46.07 Std.)
3. Jasmin Paris/Konrad Rawlik (25:32.40 Std.)

Master Mixed

1. Annemarie Gross/Franz Kröss (25:25.30 Std.)
2. Petru Muntenasu/ Andre Feuerstein-Rauch (26:16.52 Std.)
3. Stephan Tassani-Prell/Cäcilia Schreyer (26:23.30 Std.)

 

Informationen: Transalpine Run
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