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Mauritius Marathon: „Bonne chance for the run“

15.07.13
Quelle: Pressemitteilung/Uwe Martin

Das Projekt M&M im Indischen Ozean - 
zwischen Charme und Exklusivität

 

Zu diesem Marathon reist man nicht einfach mal so kurz entschlossen an. Mehr als 10.000 Flugkilometer liegen zwischen Mauritius und Deutschland, Österreich oder der Schweiz - und so wird das Label klein, fein und exklusiv wohl noch eine Zeitlang Bestand haben. Anders gesagt: Mauritius ist ein touristisch orientierter Marathon; eine Veranstaltung, die für Laufbegeisterte interessant ist, die auch vorher und nachher auf der Insel im Indischen Ozean verweilen wollen.

Es ist nicht unbedingt ein gewagtes Abenteuer, aber eben doch ein besonderes Erlebnis, im Morgengrauen um 6.30 Uhr auf nicht abgesperrten Straßen loszulaufen, von Autos und Motorrädern rechts überholt und von (friedlichen) Vierbeinern belauert zu werden.

Ein Pilotprojekt M&M - Marathon und Mauritius - gab es bereits Ende der 1990er Jahre. Der erste Versuch dauerte von 1997 bis 1999 und endete abrupt, als die mauritianischen Partner auf Golf und Hochseeangeln statt auf Laufsport setzten. An dem Neustart waren und sind neben einigen Sponsoren das Fremdenverkehrsamt (MTPA) maßgeblich beteiligt. Doch auch im vierten Jahr nach dem Neustart basiert der Event auf der 1,2-Millionen-Einwohner-Insel überwiegend auf Mund-zu-Mund-Propaganda. Wer einmal hier gelaufen ist, gibt eine Sterne-Empfehlung im Freundes- und Bekanntenkreis, zudem wird Kundenakquisition auf den Messen einiger renommierter Marathonrennen betrieben. Etwa in Frankfurt, Salzburg, Athen, Jerusalem und Stockholm.

Die Finisherzahlen der Veranstaltung 2013 lesen sich wie folgt: 65 (Marathon), 93 (Halbmarathon), 61 (10 Kilometer) - macht in der Summe 219. Im Angebot ist zudem ein 4,2-Kilometer-Charitylauf für die Organisation „link to life“, die sich dem Kampf gegen Krebs verschrieben hat. Im Boot sind auch die SOS-Kinderdörfer. Dass sich der Mauritius-Marathon selbst refinanziert, ist derzeit nicht absehbar, mehr Teilnehmer sollen es in den nächsten Jahren aber schon werden.  Doch zu groß sein will man auch nicht, dann stünde die Exklusivität zur Disposition.   

„Bonne chance for the run“, sagt Wolfgang Slawisch. Französisch und Englisch gehen im technischen Meeting am Vorabend des Rennens im Marathon-Hotel Tamassa im Süden des Landes fließend ineinander. Wer noch nicht Bescheid weiß über Streckenführung, die Verpflegungsstellen alle fünf Kilometer und ähnliches, dem wird hier geholfen.

Der Wahl-Berliner Slawisch ist hauptberuflich für Air Berlin tätig, und einen Großteil seiner Jahresfreizeit verbringt er damit, dem Mauritius-Marathon auf die Beine zu helfen. Slawisch kennt die Insel seit zwei Jahrzehnten und hat deren Bewohner, Nachfahren von Einwanderern aus Indien, Afrika, China und Europa, kennen und lieben gelernt. Er ist für die Kommunikation in Europa zuständig und gemeinsam mit Renndirektor Jean-Marie Grall, der grauhaarige Herr war unter anderem Mitglied des Marathon-Organisationskomitees für die Olympischen Spiele 2004 in Athen, sowie Frédéric Robert vom Veranstalter Incentive Partners Mauritius Ltd. für die Organisation verantwortlich. Diese sechs Schultern stemmen das Rennen.

 
© Christiane Mader

Knapp 100 Marathonis sind an diesem ungewöhnlich regnerischen Morgen am Start, Männer und Frauen aus Hongkong, Indien, Brasilien, Panama, Südafrika, Frankreich, Finnland, La Réunion, Deutschland und Österreich. Vor sich haben sie 42,195 Kilometer in Sichtweite des Berges Le Morne Brabant. Der Asphalt der leicht hügeligen Küstenstraße führt von der Halbinsel Lux Le Morne, die zum Unesco-Weltnaturerbe gehört, zum Strand von St. Felix. Vorneweg fährt ein Motorrad und sorgt für klare Verhältnisse - ganz hinten läuft der Arzt Paul Rödel aus Berlin. Der 67-jährige bildet die Nachhut, schon vor dem Start hat er sich wegen einer Knieverletzung erkundigt, ob er beim Überschreiten des Zeitlimits von sechs Stunden aus dem Rennen genommen wird. Was natürlich nicht der Fall ist. Und so läuft, besser geht, der rüstige Senior bis zum Schluss. Nach 6:47:10 Stunden hat auch er es geschafft.

Als Rödel nicht einmal die Hälfte der Strecke hinter sich hatte, war der Sieger längst im Ziel: Der Mauritianer Vishal Ittoo wird schnellster Mann in 2:51:44 Stunden. Eva Offermann aus Simmerath in der Eifel schnellste Frau (3:14:14.) „Ich habe kaum auf meine Uhr und die Kilometrierung geschaut“, sagt sie. „Die Landschaft war einfach unglaublich.“ 30 Jahre alt ist die Sozialpädagogin und Geschäftsführerin, das Rennen auf Mauritius war die Gewinnprämie des vorjährigen BMW Frankfurt Marathon. In der Banken- und Börsenmetropole hatte Offermann im Oktober 2012 die Sonderwertung Marathon Manager gewonnen.

 
Eva Offermann
© Christiane Mader

Wie Carola Bendl-Tschiedel aus Wien ein Jahr zuvor, doch deren zweiter Start beim Mauritius-Marathon verlief nicht wie erhofft. Schon nach vier Kilometern stieg sie wegen starker Kopfschmerzen aus. Acht Tage zuvor, bei der Ultratrail-WM in Llanrwst (Nordwales) war die Bankerin über 75 Kilometer als 23. eingekommen. Glücklicherweise verflüchtigten sich später ihre Kopfschmerzen und die Österreicherin schloss den 10-Kilometer-Lauf als Frauensiegerin nach 44:18 Minuten ab.

 
© Christiane Mader

Der Halbmarathon war eine klare Sache für den 27-jährigen Kenianer Andrew Kimanzi. Nachdem Marathon-Weltrekordhalter Patrick Makau seine Teilnahme über 10 Kilometer kurzfristig abgesagt hatte, wurde sein Landsmann über die doppelt so lange Distanz zum prominenten Star-Gast auf Mauritius. Kimanzi traf nach einigem Hin und Her erst am Vorabend der Veranstaltung ein, lief nach einer kurzen Nacht aber ein couragiertes Rennen und gewann in 1:10:46 Stunden.

Die Frauenwertung sicherte sich Friederike Feil aus Tübingen (1:29:00). Die 27-Jährige hatte wenige Tage zuvor auf Mauritius noch am 25 Kilometer langen Dodo-Trail mit 1.600 Höhenmetern teilgenommen und sich anschließend von Slawisch überzeugen lassen, ein wenig länger zu verweilen. „Es hat sich gelohnt, hier zu bleiben“, sagt die Ernährungsspezialistin. Dass sie ebenso wie Marathonsiegerin Offermann den 93 Kindern im SOS-Kinderdorf noch jede Menge Spielzeug übergab, gehört auf Mauritius längst zum guten Ton. „Für die vielen glücklichen Gesichter macht man dies alles“, sagte Slawisch. Der 51-Jährige wird das Projekt M&M fortsetzen, noch mehr auf Networking bauen und den Völker- und Glauben verbindenden Gedanken der Veranstaltung weiter transportieren. Das Mystische der Insel erschließt sich von selbst und muss nicht besonders betont werden.

 


 
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