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DLV will Blutprofile einführen

06.12.06
Quelle: PM/DLV

Projekt startet ab 2007

 

Bei einer Pressekonferenz in Berlin teilte DLV-Präsident Dr. Clemens Prokop mit, dass der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) in einem Projekt für das Top-Team Peking ab 2007 Blutprofile einführen will. Betroffen davon sind zunächst die Lauf- und Geherdisziplinen. „Dies passiert in Kooperation mit der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA). Die Kosten von möglicherweise mehreren 10 000 Euro werden von uns übernommen“, sagte Prokop. Ferner kündigte er an, dass beim IAAF-Kongress 2007 in Osaka ein Antrag gestellt werden soll, auch international Blutprofile einzuführen, um einen einheitlichen Standard zu bekommen.

 

Bei der Pressekonferenz, an der auch die bayerische Justizministerin Dr. Beate Merk sowie Dr. Peter Danckert in seiner Eigenschaft als SPD-Fraktionsmitglied und DLV-Athletensprecherin Andrea Ziercke teilnahmen, machte Prokop noch einmal deutlich, dass auch der dopende Sportler zum Gegenstand strafrechtlicher Ermittlungen gemacht werden muss. „Nach meinem Gespräch mit Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble stelle ich fest, dass es inhaltlich bisher keine Festlegung von Seiten des Bundesinnenministeriums gibt und der Prüfungsprozess weiter läuft. Allerdings muss ich auch erkennen, dass es derzeit keine ausreichende Mehrheit im Sport für die angestrebten Regelungen gibt.“

 

Die bayerische Justizministerin Dr. Beate Merk verwies noch einmal auf den im Rechtsausschuss des Bundesrates vorgelegten bayerischen Gesetzentwurf, der zunächst einmal vertagt wurde. „Das heißt für mich allerdings nicht, dass nicht weiter daran gearbeitet wird.“ Inhaltlich sieht der Entwurf unter anderem Aufklärung und Beratung, Abhören von Kommunikationsmitteln, Sanktionen sowie Kronzeugenregelungen vor. „Es ist nicht einzusehen, weshalb die Hintermänner des Dopings belangt werden, der dopende Sportler hingegen nicht. Mit den bisherigen Gesetzen ist es schwierig, dem Vergehen nachzugehen, da kein Straftatbestand vorliegt. Dies zeigt deutlich, dass wir ein Defizit haben und die Öffentlichkeit verlangt, dass der Staat dem entgegentritt.“ Ein Anti-Doping-Gesetz würde die Sportgerichtsbarkeit nicht schwächen, sondern eher stärken.

 

Dr. Peter Danckert räumte zum jetzigen Zeitpunkt der Diskussionen nicht unerhebliche Differenzen zwischen SPD und CDU ein. „Wir bohren dicke Bretter, doch aus meiner Sicht muss der bayerische Entwurf zur Diskussionsgrundlage in allen Bereichen werden.“ Auch wenn der Vorschlag einer Telefonüberwachung durchaus kritisch zu bewerten sei. „Wenn wir Doping ernsthaft bekämpfen wollen, dann reichen nicht nur Lippenbekenntnisse. Wenn es der Sport nicht schafft, dann muss der Staat handeln. Das ist es, was ich fordere.“

 

Für DLV-Athletensprecherin Andrea Ziercke gibt es keinen Zweifel, dass die Athleten inzwischen sehr engagiert mit der Thematik umgehen. „Unsere Aktion ,true athletes` zeigt, dass die Athleten einen sauberen Sport wollen, denn letztlich fordern sie eine Anerkennung ihrer Leistung, ohne das ständig das Ergebnis hinterfragt wird. Deshalb muss der Kampf gegen Doping mit aller Entschiedenheit geführt werden.“ Bei der DLV-Anti-Doping-Kampagne „true athletes“ tragen Athleten/innen ein weißes Armband und bekennen sich dabei explizit zu einem sauberen und fairen Sport.

 


 

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