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Kiprono und Fadeeva triumphieren in Linz

19.04.04
Quelle: Franz Sperrer

 
© marathon4you.de 3 Bilder

John Kiprono/KEN und Elena Fadeeva/UKR holten sich die Gesamtsiege beim 3. OMV Linz-Marathon.

 

Überzeugen konnten aber auch die beiden neuen Marathon-Staatsmeister Roman Weger und Ingrid Eichberger, die sich in Abwesenheit der beiden Titelverteidiger Michael Buchleitner (startet am 16. Mai in Wien) und Eva Maria Gradwohl überlegen durchsetzten

 

Schon vor zwei Jahren, bei seinem ersten Linz-Marathon-Sieg hatte der nun 37-jährige John Kiprono in 2:13:20 die aktuelle Streckenrekordmarke fixiert. Zusammen mit „Hase“ Vincent Krop (zuletzt 1:04:24 beim Halbmarathon in Paderborn) und Simon Lopuyet (pB 2:08:19, allerdings bereits 1998) war eine Zeit von an die 2:10 ins Auge gefasst worden. Dies sollte sich letztlich als Wunschdenken herausstellen. Besonders Lopuyet verlor schnell den Anschluss an die Spitze, die lange Zeit nur aus Krop und Said Regragui/SWE bestand. Erst bei km 18 (John Kiprono) und 20 (Andrej Naumov/UKR) entstand kurzfristig ein Führungsquartett (bis km 22).

 

Bei Halbzeit und zunehmend ansteigenden Temperaturen in 1:05:48 war klar, dass die 2:10 ein ambitionierter Wunsch der Veranstalter, eine 2:13-2:15 dagegen die realistischen Möglichkeiten der Favorits darstellen würden. Regragui und Naumov mussten kurz nach Halbzeit die beiden führenden Kenianer ziehen lassen. Nach dem Ausstieg von Krop bei km 28 war Kiprono auf dem letzten Drittel solo unterwegs. In 2:13:43 fixierte Kiprono nach 2002 seinen zweiten Linz-Sieg. Kiprono: „Es war nicht leicht – als Vincent bei km 28 ausstieg, fehlte ein starker Gegner.“ Andrej Naumov finishte in 2:16:28 zum drittenmal in Folge auf Rang 2.

 

Starkes Rennen von Roman Weger

 

Die positive Überraschung des Rennens war der knapp 30-jährige Roman Weger (LC Villach), der in 2:18:54 auf dem 3. Gesamtrang finishte. Er kam damit bis auf 33 Sekunden, an seine bei ungleich besseren Bedingungen (kühles Wetter und beste Konkurrenz) am 29. September 2002 in Berlin erzielte Bestzeit von 2:18:21 heran. Obwohl er fast das gesamte Rennen alleine laufen mußte, gelangen ihm, als einer von wenigen, mit 1:08:59 und 1:09:54 zwei sehr gleichmäßige Hälften. Damit holte sich Weger mit fast sechs Minuten Vorsprung den Marathon- Staatsmeistertitel 2004. Weger: „Es war nicht leicht – die Wärme, etwas Wind und Krämpfe am Schluß erschwerten meinen Sololauf. So gesehen bin ich mit der Zeit sehr zufrieden.“ Silber ging an den ebenfalls routiniert und clever laufenden Niki Salinger (SU RLV Sparkasse Aspang) in 2:24:34. Salinger bildete anfangs mit dem 21-jährigen Dua-Aus- und Lauf-Einsteiger Florian Prüller (SIG Eisenwurzen) ein gutes Tandem. Prüller setzte sich allerdings bereits bei km 10 (33:40) von Salinger ab – und mußte dies bei seinem Marathondebüt teuer bezahlen. Für Prüller, der drei Wochen zuvor in Wels in einem unrhythmischen Rennen gute 1:06:55 lief, war die zwischenzeitliche Attacke (Halbmarathon in 1:11:24) zu ambitioniert. Bei km 27 wurde er von Niki Salinger überholt, nach 32 Kilometern (davon 22 völlig allein) stieg er wegen muskulärer Probleme aus.

 

Der Bronzemedaillengewinner Wolfgang Cramaro (LC Villach) zählt mit 38 Lenzen ebenfalls zu den Routiniers. Bei Temperaturen von bis zu 24 °C spulte er das Rennen „cool“ ab – wohl wissend, dass gerade bei warmen Marathons Gleichmäßigkeit Trumpf ist. Nach 2:26:49 hatte er Staatsmeisterschaftsbronze und zusammen mit Roman Weger und Niklas Kröhn einmal mehr den Öst. Mannschafts-Meistertitel (7:22:18) mit einem Vorsprung von einer halben Stunde auf SV Gallneukirchen (Tanzer, Prungraber, Wimmer) und LGAU Pregarten I (Springer, Puchner – 52 Jahre!, Märzinger) in der Tasche. Beachtlich auch die Siegerleistung von Max Springer (LGAU Pregarten), der sich den Öst. Masterstitel in der M40 in guten 2:30:09 (8. Gesamtrang) holte. Im allgemeinen Trubel im Zielgelände ging vorerst leider so manche österreichische Leistung (Weger, Eichberger) unter. Wäre der Moderator direkt im ausreichend breiten Zielkanal, 150 m vor dem Ziel gestanden, hätte dies vermieden werden können.

 

Fadeeva & Eichberger top

 

Bei den Frauen waren in der internationalen Wertung die Karten ganz klar verteilt. Vom Start weg lag die Vorjahrssiegerin und Streckenrekordhalterin Elena Fadeeva/UKR (2:33:03 – siehe Bild) klar vor Dana Janeckova/SK und Olena Samko/UKR. Das Olympialimit (2:30:00) blieb für Fadeeva außer Reichweite – ihr zweiter Linz-Sieg fiel aber nach 2:34:17 und einem Vorsprung von neun bzw. elf Minuten auf Janeckova und Samko deutlich aus.

 

So wie Weger überraschte auch Ingrid Eichberger vom HSV Marathon Wr. Neustadt positiv. Die 36-jährige Lehrerin holte sich nach Bronze und Silber bei den letzten beiden Marathon-Staatsmeisterschaften in 2:50:08 ihr erstes Staatsmeisterschaftsgold. Eichberger: „Die Strecke ist gar nicht so leicht zu laufen. Ein echter Berg ist zwar nicht drin, bei etlichen welligen Passagen musst du aber erst einmal den richtigen Rhythmus finden. Ich wollte ja bereits heute unter 2:50:00 laufen – das hebe ich mir nun für den Wachau-Marathon am 19. September auf.“ Silber ging an Ellen Förster (ULC Linz Oberbank) in 2:55:16. Nur zwei Wochen nach dem Rotterdam-Marathon (17. Rang in 2:55:37) war die 29-jährige Ärztin (derzeit halbtags in Innsbruck beschäftigt) natürlich alles andere als topfit. Dass es trotzdem Staatsmeisterschaftssilber wurde, kann nach einem schnellen erster Zehner in 39 Minuten (Trainervater Georg: „Ich wollte ihr nach diesem schnellen Beginn fast raten, rauszugehen“), als Optimum unter den gegebenen Umständen (gesund war das Marathon-Doppel sicher nicht) verbucht werden.

 

Noch jung an Laufjahren holte sich die 40-jährige Monika Dambauer (LCAV Doubrava, siehe Bild) in 2:55:58 ihre erste Staatsmeisterschaftsmedaille, das zugleich auch Masters-Gold in der W40 bedeutete. Dabei kam sie trotz Wärme bis auf 1:16 Minuten an ihre persönliche Bestzeit vom Berlin-Marathon ´03 (2:54:42) heran. Der Öst. Mannschaftstitel ging an den LAC Salzburg (Hofer, Zirknitzer, Staggl) in 10:14:51 vor ATSV Ternitz (Fischer, Ritter, Zottl) in 10:38:37 und Cricket Wien (Schurad, Majer, Kühnert – 68 Jahre!) in 11:16:28 Stunden.

 

Das Rennen im Rennen

 

Im Staffelbewerb finishten diesmal 320 Teams (Rekord). Das Unterfangen, die Zeit des bestehenden Marathon-Weltrekords von Paul Tergat (2:04:55) zu unterbieten, misslang aber. In 2:06:45 blieb die Elite-Staffel des LCC Wien (Sawe, Babarika, Sitkovskyy, Bozhko) unter den Erwartungen. Aus sportlichen Gründen ist auch die Frage zu stellen, ob es sinnvoll ist, eine derart starke Staffel zu nominieren und den „echten“ Marathonis – zumindest beim breiten und nicht im Detail informierten Publikum – die Show zu stehlen, wenn mehrere Minuten vor den Spitzenläufern ein Staffelläufer über den Kurs jagt, der kurz darauf von seinem Kollegen abgelöst wird. Aus „gruppendynamischen“ Aspekten und als „Marathon-Einstiegsdroge“ ist der Staffelbewerb für Hobbyläufer bzw. Firmenteams jedoch sehr zu begrüßen. Nicht zuletzt sind auch die Staffel-Meldegebühren für jeden Veranstalter ein „gewichtiges“ Argument.

 

Oberbank-Halbmarathon

 

Die „Halbdistanz“ lockte auch diesmal die größten Läufermassen an. Mit insgesamt 2.290 Finishern etablierte sich der Linzer Halbmarathon weiter. Vorneweg der Kenianer Daniel Kirui, der nach einem 21,1 km langen Sololauf und einem immens schnellem Beginn (km 5 in 14:32) in 1:03:30 mehr als sechs Minuten Vorsprung auf Massimilano Ronca/ITA (1:09:43) und den besten Österreicher Wolfgang Maurer (LC Villach) in 1:10:04 herauslief. Viola Bor/KEN siegte so wie im Vorjahr bei den Damen in 1:17:13 vor der immer stärker werdenden, frisch gebackenen OÖ. Halbmarathon-Landesmeisterin ´04 Anita Pichler (LGAU Pregarten), die in 1:19:39 eine neue persönliche Bestzeit fixierte. Andrea Springer (Union Rohrbach/Berg) folgte in 1:22:42 auf Rang 3.


Neu - der Viertelmarathon

 

Im erstmals durchgeführten Viertelmarathon (10,9 km) siegten Berglauf- und Treppenspezialist Rudi Reitberger (LCC Wien) in 36:26 und Irmi Kubicka (LGAU Pregarten) in 43:52 Minuten. Mit 470 Finishern konnte ein beachtliches Starterfeld beim Debüt erzielt werden. Erfreulich hoch auch die Beteiligung, bei den am Vortag durchgeführten Nachwuchsbewerben. Mit 767 Youngsters im Ziel konnte das Ergebnis des Vorjahres noch einmal gesteigert werden.

 

Resümee

 

Mit 7.644 gemeldeten Teilnehmern, rund 6.400 Startern und 6.062 Finishern konnte im Gegensatz zu vielen anderen Laufevents eine Steigerung von rund 10% gegenüber 2003 verzeichnet werden, was für das OK-Team der LIVA rund um LIVA-Vorstandsdirektor Wolfgang Lehner und dem sportlichen Leiter Ewald Tröbinger (ASKÖ Tri Linz) spricht. Lehner: „Es war ein großes Fest für Linz. Wir sind mehr als zufrieden – auf ein Neues beim 4. OMV Linz Marathon am 17. 4. 2005.“ Zweifellos – der Linz-Marathon befindet sich eindeutig auf der Überholspur. Perfekt liefen auch die Kooperationen zwischen ORF Oberösterreich, dem Mitveranstalter OÖNachrichten und der Stadt Linz (Dr. Christiana Dolezal), die in den Monaten zuvor ein mediales Feuerwerk entfachten, von dem andere Lauf-Veranstalter nur träumen können. Auf diese Weise wurden vor allem am Halbmarathon und im Staffelbewerb Massen von Läuferinnen und Läufern mobilisiert, die bei sonstigen Volksläufen nicht anzutreffen sind. Die Zahl der reinen „Marathonfinisher“ stieg gegenüber 2003 nur moderat von 1.180 auf 1.255 – dies vor allem aufgrund der Staatsmeisterschaft. Österreich wird wohl auch in absehbarer Zukunft keinen zweiten großen Frühjahrsmarathon vertragen. Trotzdem zählt Linz schon nach drei Jahren zusammen mit der Wachau zu den Top-3-Events in Österreich. Zudem lief auch, so wie 2003 die Organisation sehr rund – die Meldestelle im Brucknerhaus und der großzügig bemessene Start- und Zielbereich erfüllten alle Ansprüche.

 

In Interviews mit dem LAUFSPORT-Magazin war das Feedback der Teilnehmer im Ziel durch die Bank positiv. War es im Vorjahr die Kälte, verhinderte diesmal das zu warme Wetter (nach zwei Stunden wurde es richtig warm mit Temperaturen bis zu 24 °C) so manche Bestzeit. Auf dem leicht modifizierten Kurs (der Anstieg bei km 28 entfiel) sind ansprechende Zeiten möglich. Absoluten Knüllerzeiten stehen wellige Passagen, etliches Winkelwerk am Schluß und wohl auch eine (noch?) zu dünne budgetäre Decke entgegen. Beeindruckend waren diesmal die Zusehermassen am Linzer Hauptplatz – gerade Volksläufer behalten den stimmungsvollen Zieleinlauf im Gedächtnis – und kommen gern wieder…

 

ZAHLEN – FAKTEN

 

3. OMV Linz-Marathon

Termin: 18. 4. 2004

 

Marathon Männer

1. John Kiprono/KEN 2:13:43
2. Andrej Naumov/UKR 2:16:28
3. Roman Weger 2:18:54

 

Marathon Frauen

1. Elena Fadeeva/UKR 2:34:17
2. Dana Janeckova/SK 2:43:46
3. Olena Samko/UKR 2:45:45


Öst. Staatsmeisterschaften

 

Männer

1. Roman Weger 2:18:54
2. Nicolas Salinger 2:24:34
3. Wolfgang Cramaro 2:26:49

 

Mannschaft

LC Villach (Weger, Cramaro, Kröhn) 7:22:18

 

Frauen

1. Ingrid Eichberger 2:50:08
2. Ellen Förster 2:55:16
3. Monika Dambauer 2:55:58

 

Mannschaft

LAC Salzburg (Zirknitzer, Staggl, Hofer) 10:14:51

 

Marathon-Staffel

LCC Wien 1 (Sawe, Babarika, Sitkovskyy, Bozhko) 2:06:45

 

Informationen: Linz Donau Marathon
Veranstalter-WebsiteE-MailErgebnislisteHotelangeboteOnlinewetterGoogle/Routenplaner

 

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