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''hella'' Wahnsinn in Rostock

02.08.15
Quelle: Pressemitteilung/Olaf Jenjahn

Paul Schmidt ist immer für Überraschungen gut. In Rostock sowieso. Auch bei der 13. hella marathon nacht rostock sorgte er für erhöhten Puls beim Veranstalter. Nachdem Schmidt vor zwei Jahren als Sieger zur Siegerehrung nicht auffindbar war, ließ er sich in diesem Jahr viel Zeit bei der Anreise aus Berlin. Unfreiwillig. Sein Fernbus hatte in Rostock zwei Stunden Verspätung. Für den noch 29-Jährigen kein Problem. "Ich habe mich im Bus gedehnt und intensive Telefonate geführt. So hat wohl jeder Reisende mitbekommen, wo ich am Ende hin wollte", sagte Schmidt. Am Ende lief der gebürtige Dresdner mit 2:19:35 Stunden einen neuen Streckenrekord über die Marathondistanz.

Vorab war bekannt, dass auf der Autobahn drei oder vier Baustellen waren, der Bus fuhr "geschätzte 80 Prozent auf der Landstraße", sagte der laufende Arzt. Zugute kam ihm auch noch, dass einem kleinen Jungen unterwegs noch schlecht wurde und eine zusätzliche Pause eingelegt werden musste. So stieg Paul Schmidt auch noch umgezogen aus dem Reisebus, wurde am Rostocker Hauptbahnhof abgeholt und fuhr mit dem Auto zum Startort.

Natürlich durfte dies noch nicht alles sein, denn "wenn in Rostock eine Ampel rot ist, sind auch alle anderen Ampeln rot", meinte Schmidt, der sich dann entschloss, die letzten knapp 500 Meter zu Fuß zu laufen. "Eine gute Erwärmung. Mir wurde die Startnummer an das Trikot geheftet und schon war ich startklar. Keine zwei Minuten vor dem Startschuss stand ich an der Startlinie", sagte Schmidt und lachte. Zeit für ein Interview mit dem NDRFernsehen war im Übrigen auch noch...

 
Paul Schmidt (im schwarzen Trikot) beim Start
© Veranstalter

Bei so einer Anreise sollte es natürlich nicht machbar sein, den Streckenrekord zu brechen. Sollte man meinen. Nicht aber so bei Paul Schmidt. Der hatte seine Ankündigung, eine neue Bestzeit zu laufen keinesfalls durch die etwas hinderliche Anreise aus den Augen verloren. "Ich konnte ja nicht anders als ruhig bleiben", meinte dieser. Er war fest davon überzeugt, dass er den rechtzeitigen Start schaffen würde. Ansonsten war "alles geplant, aber es hätte über den Haufen geworfen werden müssen. Am Ende wäre der Lauf über die Uhrzeit - back to the roots - gelaufen, ohne die technischen Hilfsmittel, die einem Läufer heute zur Verfügung stehen". Schmidt war sich sicher, dass er seinen eigenen Rekord in Rostock (2:30:33 aus dem Vorjahr) "knacken" würde. "Ich habe gut trainiert, das Wetter war nahezu optimal, ich bin gesund geblieben. Ich bin am Dienstag 36 Kilometer in einem 2:27-er Schnitt gelaufen, da wusste ich, dass das klappen könnte. Vor zwei Wochen bin ich in Füssen 2:27 Stunden gelaufen. Die beste Vorbereitung auf einen Marathon ist eben immer noch, einen Marathon zu laufen", plauderte Schmidt im Ziel und fügte hinzu: "Das Gefühl ist wichtiger als das, was die Geräte messen". Für den Veranstalter der 13. hella marathon nacht rostock hatte Paul Schmidt nur Lob übrig: "Die Unterstützung ist großartig gewesen. Ich laufe ich da, wo ich mich wohlfühle. Und das ist hier der Fall".

Die nächsten Aufgaben stehen bereits an. Am 23. August hat er den Halbmarathon am Wörthersee im Visier, rund fünf Wochen später will er Berlin "aufmischen". Beim Berlin Marathon am 27. September soll eine (vielleicht) noch bessere Zeit erlaufen werden. Mit der Rostocker Zeit nimmt Paul Schmidt aktuell die sechstbeste Jahresposition ein. "Ich werde alle Erfahrungen aus 20 Jahren Leistungssport in das Rennen einbringen. Das wird ein spannender Sommer", sagt der Rostocker Sieger. Doch beim Stichwort "Olympia" schüttelt er dann doch mit dem Kopf: "2:12 für Rio? Das ist nicht zu schaffen".

Größten Respekt vor dieser Leistung hat auch die Rostocker Damen-Siegerin Laura Michel. "Paul ist ein Vorbild für mich. Wir gehen beiden den gleichen Weg. Wir laufen und studieren Medizin. Was er heute geleistet hat, war außerirdisch", schwärmte die 22-Jährige nach der Siegerehrung. Für die angehende Medizinerin, die an der Uni Rostock studiert, war es nach einigen Halbmarathonstarts, der erste Marathon. "Die 3:09 Stunden sind für die Strecke in Ordnung. Nun möchte ich unter drei Stunden bleiben", blickt sie bereits voraus. Gerade der Tunnel ist für das Rostocker Lauftalent sehr reizvoll, das in den vergangenen Jahren nach eigenen Angaben die Teilnahme an "jedem Lauf in der Gegend wahrgenommen hat". Die Stimmung in Gehlsdorf und auf dem Neuen Markt hatten es der Rostockerin besonders angetan, die aber auch mit dem Triathlon auf der langen Distanz liebäugelt.

Lob heimste Marathon-Sieger Paul Schmidt auch vom Staffel-Primus Gesundschuh-Fiko-Team ein: "Das ist eine Wahnsinnsleistung, der hat riesig was drauf", meinte Matthias Weippert im Ziel. Die schnelle Fiko-Staffel musste es sogar hinnehmen, dass Schmidt wenige Kilometer vor dem Ziel die eigentlich schnelleren Staffelläufer ein- und überholte und so sein irres Rennen komplett machte.

Den Gästen der 13. hella marathon nacht rostock wurde auch in diesem Jahr wieder viel geboten. Neben sportlichen Top-Leistungen auf der Strecke gab es auch jede Menge Unterhaltung und gute Laune neben dem Laufweg. Die Stimmung am Neuen Markt war große Klasse, ebenso wie am Uniplatz oder in Gehlsdorf, wo die Bewohner kleine "Marathon-Parties" steigen ließen. Auf dem Neuen Markt spielten "Mügget" und Olaf Straube, Schlagersänger aus Rostock promotete ebenfalls in allerbester Manier. Unter dem Motto "Mein Rostock schlagert" warb er in der Staffel laufend für den Auftakt seiner Konzerttour am 5. September in der Rostocker Stadthalle. "Ich bin gleich zweimal gelaufen, am Start und ins Ziel", sagte der Künstler, der am späten Abend die Zuschauer auf dem Neuen Markt zum Tanzen brachte. Mit dem Schlagertaxi ließ er "seine" Staffelmitglieder zuvor zu den "Einsatzorten" bringen. Nach eigenen Angaben läuft Straube bis zu 120 Kilometer im Monat, um sich für seine Auftritte fitzuhalten.

Die hella marathon nacht rostock kann auch in diesem Jahr auf beeindruckende Zahlen verweisen. 1887 Anmeldungen lagen vor, 1651 Finisher konnten gezählt werden. 242 Marathonläufer kamen ins Ziel, 767 Halbmarathonis ebenfalls. Die sieben Kilometer Rostock, erstmals stand die Rostocker 7 auf dem Programm, schafften 181 Teilnehmer und 56 Staffeln teilten sich die 42,195 Marathon-Kilometer. 100 Sanitäter hatten bei 20 Einsätzen relativ wenig zu tun (niemand musste stationär behandelt werden, außerdem mussten nur Erschöpfungszustände und kleine Blessuren verarztet werden), 300 Helfer waren an der Strecke aktiv sowie weitere 100 am Neuen Markt. "Auf das Wetter schaue ich hier schon lange nicht mehr, wir haben hier schon alles gehabt", sagte Karsten Schölermann von der BMS Laufgesellschaft aus Hamburg, die diese Veranstaltung organisiert. Als kurz vor 23:30 Uhr der letzte Läufer das Ziel passiert hatte, antwortete Schölermann auf die Frage, wie sein Fazit ausfalle mit dem Wort "Fett" und schob ein breites Lachen nach.

Äußerst zufrieden mit der Veranstaltung zeigte sich auch Rostocks Senator für Soziales,Jugend, Gesundheit, Schule und Sport Steffen Bockhahn (Die Linke), der diesmal nicht aktiv war, aber die Ehrungen vornahm: "Ich weiß genau, wie es ist, sich auf dieser Strecke zu quälen. Die Marathonstrecke ist einzigartig und schön und ich freue mich, dass auch in diesem Jahr wieder viele Läuferinnen und Läufer an der Rostocker Marathonnacht teilgenommen haben". Bockhahn freute sich nicht nur über die tolle Stimmung am Neuen Markt und an der Strecke, sondern auch darüber, dass sich der Namenssponsor "hella" auch sozial engagiert. Marketingleiterin Nicole Freudenberger hatte angekündigt, dass die Erlöse aus dem Verkauf der hella-Erfrischungsgetränke auf dem Veranstaltungsgelände zu 100 Prozent an die Rostocker Tafel fließen würden. "Keine einzige Flasche der 5000 Liter-Lieferung wird wieder mit nach Hamburg genommen", sagte Nicole Freudenberger und konnte zudem am Ende der Veranstaltung einen Scheck von 600 Euro an die Tafel überreichen.

Ergebnisse

Warnowtunnel Marathon
Männer:
1. Platz: Paul Schmidt, Fitness First 2:19:35 h Streckenrekord
2. Platz: Carsten Tautorat, Team City-Sport Rostock 2:48:23 h
3. Platz: Uwe Laenger, 1. FC Union Berlin 2:54:32 h
Frauen:
1. Platz: Laura Michel, Postbank Immobilien Rostock 3:09:46 h
2. Platz: Sarah Stuckenbrock, Triathlon Team Hamburg 3:30:52 h
3. Platz: Denise van Elk (NED), Vegan Runners BBI 3:39:47 h

Marathonstaffeln
1. Platz: Gesundschuh-FIKO-Team 2:21:06 h
2. Platz: WARNOWTUNNEL / TriZack 2:37:29 h
3. Platz: Team Buktu Rostock 2:54:44 h

 

Informationen: hella marathon nacht rostock
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