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Ulrike Maisch muss um WM-Teilnahme bangen

26.04.09
Quelle: Pressemitteilung

Solomon Tside (ETH) gewinnt in Bestzeit / Bester Deutscher wird 12 - Ulrike Maisch verpasst WM-Norm / erster spanischer Sieg durch Alessandra Aguilar
 
Pünktlich um 9:00 Uhr schickte Kultursenatorin Prof. Dr. Karin von Welck die 15.741 Marathonis mit einem kräftigen Glockenschlag auf die 42,195 Kilometer durch die Hamburger Innenstadt. „Es war das erste Mal, dass ich den Marathon offiziell miterlebe. Es ist viel spannender, als ich es mir vorgestellt habe. Bei perfekten Wetterbedingungen gehen tolle Bilder von der schönsten Strecke der Welt um den Globus“, sagte der Präsis der Behörde für Kultur, Sport und Medien nach dem Start. Insgesamt versammelten sich 850.000 begeisterte Zuschauer an der Marathonstrecke – ein neuer Rekord! Auf dem Heiligengeistfeld bei der Runner’s Party feierten 60.000 Besucher.

Bereits von Beginn an setzte sich bei den Eliteläufern eine sechsköpfige Spitzengruppe ab, die bis Kilometer 26 zusammen lief. In der Nähe des Stadtparks zog Marathon-Debütant Charles Ngolepus (KEN), der eigentlich als „Hase“ bis Kilometer 30 für die Pace sorgen sollte, das Tempo an und sprengte die Gruppe. Lediglich der Äthiopier Solomon Tside (ETH) konnte noch mithalten. Kurz vor der 40-Kilometer-Marke hängte Tside seinen Konkurrenten ab und lief einem ungefährdeten Sieg entgegen.

 
Start am Millerntorplatz
© marathon4you.de 31 Bilder

In seinem dritten Marathonlauf stellte der 24-Jährige mit 2:11:47 Stunden eine neue persönliche Bestzeit auf und gewann seinen ersten Marathon. „Ich bin hochzufrieden. Ich hatte zwar leichte Probleme am Fuß, die mich aber nicht behindert haben. Auch die Temperaturen haben mich nicht gehindert. Zwei Kilometer vor dem Ziel konnte ich noch Kraft mobilisieren um anzutreten“, sagte Solomon Tside nach dem Sieg.

Als bester Deutscher bei den Männern kam Manuel Meyer von der TV Wattenscheid auf Platz zwölf ins Ziel. Der 28-Jährige unterbot in seinem zweiten Marathon seine persönliche Bestzeit um 20 Sekunden und schraubte seine Bestmarke von 2:21:11 auf 2:20:51. Hamburger Meister wurde Mourad Beckakcha von der LG Wedel-Pinnerberg in 2:34:15.

Bei den Frauen ruhten die Hoffnungen aus deutscher Sicht auf Ulrike Maisch (1. LAV Rostock), die beim Möbel Kraft Marathon Hamburg die WM-Norm von 2:32:00 Stunden unterbieten wollte. Bei Kilometer 20 lag die 32-Jährige noch auf Kurs. Die Zwischenzeit deutete auf eine Endzeit von 2:33:00 Stunden hin. Spätestens bei der 30-Kilometer-Durchgangszeit (1:49:38 Stunden) schien die angestrebte WM-Norm außer Reichweite. „Sie liegt nicht mehr im Zeitplan. Dafür müssten ihr jetzt Flügel wachsen“, sagte Maischs Trainer Klaus-Peter Weippert und ergänzte: „Die Zwischenzeiten deuten auf eine Zeit von 2:34:30 Stunden hin. Und der schwierigste Streckenabschnitt steht ihr noch bevor.“ Im Ziel belegte Ulrike Maisch hinter Tigist Abdi Sheni aus Äthiopien den dritten Platz.

Trotz verpasster WM-Norm war Ulrike Maisch mit ihrer Zeit von 2:34:28 und dem dritten Platz im Ziel zufrieden. Schließlich kam sie nach dem Marathon in Frankfurt 2007, ihrer Hamburg-Absage im gleichen Jahr und der Aufgabe 2008 erstmals wieder ins Ziel. „Ich kann mit meinem Rennen zufrieden sein. Die Voraussetzungen waren gut, aber ich war mir nie sicher, dass ich die Norm unterbieten kann“, sagte Ulrike Maisch nach dem Möbel Kraft Marathon Hamburg.

In der nächsten Woche starten ihre Konkurrentinnen um einen Platz im Nationalteam für die Heim-WM im August in Berlin. „Ich weiß nicht, ob ich mir das Rennen anschaue. Aber ich gebe die Hoffnung auf einen der fünf WM-Plätze im deutschen Team nicht auf“, ergänzte Maisch. Nach der Absage von Sabrina Mockenhaupt gilt es noch zwei Plätze zu vergeben. „Die Stimmung an der Strecke war super. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Menschen mich kennen und meinen Namen rufen“, freute sich Maisch.

Im Rennen bildete sich zunächst eine Spitzengruppe mit fünf Läuferinnen, aus der sich die  Spanierin Alessandra Aguilar frühzeitig absetzen und schnell einen Zwei-Minuten-Vorsprung herauslaufen konnte. Auch die Siegerin von 2004, Emily Kimurya aus Keina, konnte dem Tempo nicht folgen und lief gemeinsam mit Ulrike Maisch in einer größeren Gruppe. Aguilars Marschroute, in Hamburg eine neue Bestzeit laufen zu wollen, ging auf. Nach 2:29:01 Stunden sicherte sich Alessandra Aguilar den ersten spanischen Hamburg-Sieg und unterbot ihre bisherige Bestmarke um zwei Sekunden. „Ich bin gut ins Rennen gekommen und konnte mein Tempo halten. Mit der Strecke und den Temperaturen bin ich gut zurecht gekommen. Ich hätte es viel härter erwartet. Mit dem Ergebnis bin ich sehr glücklich“, sagte die Siegerin im Anschluss.

Kirsten Nachtigall (Hamburger SV) sicherte sich in 3:00:47 den Hamburger Titel bei den Damen. Von Seiten des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) mussten trotz der sommerlichen Temperaturen erfreulich wenige Hilfeleistungen geleistet werden. Die Summe liegt unter den Zahlen des vergangnen Jahres. Die Veranstaltung verlief erstaunlich ruhig. Auch die Polizei hatte keine außergewöhnlichen Vorfälle zu vermelden.

 

Informationen: haspa Marathon Hamburg
Veranstalter-WebsiteE-MailErgebnislisteOnlinewetterGoogle/Routenplaner

 
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