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"Gondo soll wieder leben"

17.08.05
Quelle: Franz Eyer/Gondo Event

"no limits": 2 Tage, 2 Pässe, 2 Schluchten, 3 Täler und eine Goldmine.

 

Streckenlänge demnächst 2 x 42 Kilometer?

 

Beim Gondo Event am letzten Wochenende im Juli wurden auf zwei Tagesetappen von Gondo - Bistinenpass - Ried-Brig und Ried-Brig - Simplonpass - Furggu - Gondo insgesamt 76 Kilometer und  4000 Höhenmeter überwunden.

 

Gondo, das Grenzdorf auf der Südseite des Simplons, wurde am 14. Oktober 2000 von einem gewaltigen Erdrutsch verschüttet und zweigeteilt. Dabei verloren 13 Menschen ihr Leben. "Gondo soll wieder leben" hiess deshalb das Motto des 1. Gondo Events. Tatsächlich brachte der zweitägige Lauf Anfang August 2002 für die Einwohner das erste Dorffest seit der Katastrophe! 50 Läuferinnen und Läufer trugen mit ihrem sportlichen Einsatz, ihrer Begeisterung und ihrem Durchhaltewillen Leben zurück ins Dorf.

 

 
Start in Gondo
© Veranstalter

"No limits" stand auf den T-Shirts von Läufern und Helfern. Diese beiden Wörtchen sind den Einwohnern von Gondo im Gedächtnis geblieben und sie wurden zum Motto für den Wiederaufbau ihres Dorfes. "No limits" galt auch für das 4. Internationale Gondo Event! Der zweitägige Crosstrail mit seiner einzigartigen Atmosphäre in der wundervollen Bergwelt des Simplongebiets bot alles, was sich ein Sportlerherz wünscht.

 

Auf den Etappen Gondo - Bistinenpass - Ried-Brig und Ried-Brig - Simplonpass - Furggu - Gondo wurden annähernd Marathondistanzen und insgesamt 4000 Höhenmeter überwunden. Auch die (Nordic-)WalkerInnen kamen auf der Eintagestour von Ried-Brig nach Gondo voll auf ihre Kosten.

Neben dem zweitägigen Gondo Event und dem eintägigen Gondo Walking steht seit 2004 auch das eintägige Gondo Running auf dem Programm, das neu durch die Godoschlucht führte.

 

Hauptveranstaltung ist und bleibt aber das Gondo Event unter dem Motto "no limits": 2 Tage, 2 Pässe, 2 Schluchten, 3 Täler und eine Goldmine.

 

Schon jetzt vormerken: Termin für die 5. Auflage ist der  29. und 30. Juli 2006!

 

Wie aus Veranstalterkreisen verlautet, denkt man darüber nach, die Laufstrecken auf die  Marathon-Distanz von 2 x 42 km zu erweitern.

 

Initiator Sepp Schnyder stellt „seinen“ Lauf vor

 

Wie kam Sepp Schnyder auf die Idee, das Gondo-Event, dieses „einzigartige“ Lauferlebnis zu lancieren?

 

 
Sepp Schnyder, Extremsportler und Initiator des Gondo Events
© Veranstalter

„Als Extremsportler, der viel in den Bergen unterwegs ist und dem die Natur sehr viel bedeutet, habe ich mich schon immer mit dem Gedanken beschäftigt, eines Tages etwas „einzigartiges“ anbieten zu können. Das Gondo Event darf man wirklich als „einzigartig“ bezeichnen. Allein die grossartige Landschaft diesseits und jenseits des Simplons entschädigt für die grossen Strapazen.“

 

1. Tag: Gondoschlucht – Gabi – Simplon-Dorf – Engeloch – Altes Hospiz – Bistinenpass – Nanztal – Schratt – Saltinatraversierung – Ried-Brig

 

„Nach dem Start in Gondo warten sechs Kilometer leichter Aufstieg durch die Gondoschlucht auf mich. Mein Puls steigt schnell mal auf 130. Die „Betriebstemperatur“ ist in Gabi, wo ein weiterer kurzer, aber steiler Aufstieg wartet, erreicht. Simplon-Dorf ist nach zehn Laufkilometern erreicht. Die erste Verpflegung nutze ich, um meine Getränkeflasche aufzufüllen. Vorbei an saftigen Wiesen und entlang an wunderschönem Bruchsteinmauerwerk führt der Stockalperweg in nördlicher Richtung hinüber nach den Weilern „Eggen“ und „Maschihüs“. Vorbei an der alten Suste bei „Engi“ und beim Schutzhaus von Napoleon im „Engeloch“ erreiche ich den Weiler „Niederalp“. Bei Kilometer achtzehn, beim so genannten „Barralhaus“, unterhalb dem  „Alten Spittel“ verpflege ich  mich ein zweites Mal.

 

 
In Egga
© Veranstalter

Jetzt folgt eine drei Kilometer lange und steile Rampe hinauf zum Bistinenpass, dem „Dach“ des Gondo Events (2417 Meter über Meer). Während ich mich verpflege, geniesse ich den einzigartigen Panoramablick. Und mir wird bewusst: Sepp, du hast bereits die Hälfte der ersten Etappe hinter dir!

 

Weiter laufe ich über Weiden, vorbei an Alphütten und Viehherden steil hinunter ins Nanztal. Etwas weniger steil ist dann der Übergang nach „Schratt“, wo ein weiterer Verpflegungsposten eingerichtet ist. 33 Kilometer habe ich hinter mir; sieben lange Kilometer liegen aber noch vor mir…

 

 
Saltina-Querung
© marathon4you.de

Es geht weiter talwärts, bevor eine kurze Gegensteigung  und ein wiederum kurzer Abstieg mich ans Ufer der „Saltina“ führt. Vier Kilometer vor dem Ziel stelle ich mich für heute der letzten Herausforderung. Wo ist hier die Brücke? Weggeschwemmt! An der seichtesten Stelle durchwate ich den Bergbach, von Seilen gesichert. Die nassen Schuhe und Socken beflügeln mich zusätzlich. Das Ziel in Ried-Brig ist erreicht.“

 

2. Tag: Ried-Brig – Simplonpass – Furggu – Zwischbergental – Gondo.

 

„Von Ried-Brig führt die zweite Etappe über den Stockalperweg Richtung Simplonpass (2006 Meter über Meer). Nach einem dreieinhalb Kilometer steilen Aufstieg zum Schallberg fühle ich mich bereits wieder im Element. Es geht hinunter in den „Grund“. Hier betrieb Stockalper ein Eisenbergwerk.

 

Entlang des tosenden Bergbaches führt der Stockalperweg über viele Holzbrücken zur „Taferna“. Hier gibt’s Verpflegung, ehe der Weg weiter steil hinauf zum Simplonpass (2006) führt. Dieser landschaftlich einmalige Streckenabschnitt wird auf dem Simplonpass, einem der eindrücklichsten Alpenpässe, noch „gekrönt“. Es ist ein einmaliges Erlebnis, von der Nordseite auf die Südseite zu wechseln. Südlicher Charme kommt mir entgegen. Geblieben ist  aber die liebliche Landschaft und in mir die Vorfreude auf das, was jetzt noch auf mich wartet…

 

 
Am Simplon-Pass
© Veranstalter 2 Bilder

Am mächtigen Steinadler, dem Wahrzeichen des Simplons vorbei geht es nun hinunter zum „Alten Spittel“, dann am  „Engeloch“, „Maschihüs“ und „Eggen“ vorbei nach Simplon-Dorf. Hier wird mir bewusst, dass ich noch sechzehn lange und  beschwerliche Kilometer bis ins Ziel zu laufen habe!
Gestärkt und von den Einheimischen aufgemuntert und angefeuert, raffe ich mich noch einmal auf. Hinunter nach dem „Gabi“, auf der andern Seite wieder hoch nach „Furggu“, hinunter ins Zwischbergental und dann die letzten Kilometer talauswärts nach Gondo.

 

Es war einzigartig. Aber auch eine grosse Herausforderung. Auf die Frage der Journalisten, was denn am Gondo Event „einzigartig“ ist, läuft in meinem geistigen Auge der Film noch einmal ab. Einzigartig ist: zwei Pässe, drei Täler, eine Goldmine, zwei Schluchten. Aber auch das familiäre Ambiente.“

 

Mehr zum Thema

 

Informationen: Gondo Marathon
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