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Pacemaker als Unterstützung

21.06.17
Quelle: Pressemitteilung

Der Fränkische Schweiz-Marathon zieht alljährlich fast 2000 Sportler aus über zwanzig Nationen an. Im Mittelpunkt steht die Paradedisziplin über 42,195 Kilometer. Für die Marathon-Wertung sind seit Anfang an - und seit 2 Jahren auch für den Halbmarathon - sogenannte Pacemaker, also Zug- und Bremsläufer im Einsatz, die den Teilnehmern bei der Realisierung ihrer angestrebten Zielzeiten helfen sollen.

Das Organisationsteam stellt für 2017 wieder ein erfahrenes Zugläufer-Team zusammen. Es werden die Positionen für 3:30h, 3:45h, 4:00h, 4:15h und 4:30h beim Marathon und die 1:30h/1:45h/2:00h beim Halbmarathon besetzt sein. Bis auf 3:30h, für die man eine Marathonzeit zwischen 3:00h und 3:15h laufen sollte, konnten bereits alle Positionen besetzt werden.

Dies wurde zum Anlass genommen, mit dem Leichtathleten Alexander Ditter (35) zu sprechen, der seit drei Jahren in Forchheim lebt und im letzten Jahr erstmals als Zug- und Bremsläufer durch das Wiesenttal gelaufen ist. Er erklärt, wie er vielen anderen Läufern hilft, die anstrengende Strecke zu bewältigen.

Was ist denn der Unterschied zwischen einem Zugläufer und einem Bremsläufer?

Eigentlich keiner. Ich bin ja beides in einer Person. Für die jeweiligen Läufer macht es aber einen Unterschied. Die einen haben Angst zu schnell zu starten, ein zu hohes Tempo zu gehen und später keine Reserven mehr zu haben. Für die bin ich der Bremsläufer. Die anderen möchten unter einer bestimmten Zeit bleiben und brauchen jemanden, der sie mitzieht. Für die bin ich der Zugläufer.

Wie wird man denn Zug- oder Bremsläufer?

Bei mir war es Zufall. Ich habe durch Mundpropaganda erfahren, dass Marion Rossa-Schuster und das übrige Orga-Team noch jemanden suchen. Beim Fränkische Schweiz-Marathon waren wir ein zehnköpfiges Team für fünf Zielzeiten, so dass wir uns um möglichst viele Amateure kümmern konnten. Die Pulks um uns herum waren nicht so riesig, man trat sich nicht auf die Füße und konnte sich auch mit den Mitläufern unterhalten. Höchste Achtung habe ich dabei auch vor den langsameren Finishern, denn die geben alles und sind teilweise fünf Stunden und länger auf den Beinen.

 

 
Zugläufer im Wiesenttal
© Klupp

 

Woher wissen Sie denn, ob Sie ihre geplante Laufzeit von 4:15 Stunden einhalten?

An der Strecke gibt es für jeden Kilometer eine Markierungen, so dass ich immer weiß wie weit ich schon bin. Da ich stets mit möglichst konstanter Geschwindigkeit unterwegs bin, weiß ich, dass ich für eine Zielzeit von 4:15 Stunden mit rund sechs Minuten pro Kilometer laufen muss. Außerdem trage ich eine Sportuhr am Handgelenk, die mir dabei hilft, die Zeit im Auge zu behalten.

Warum ausgerechnet 4:15 Stunden?

Für mich ist das eine Laufzeit, die ich locker laufen kann, ohne an meine eigenen Grenzen zu kommen. Ich könnte auch eine schnellere Zielzeit laufen, aber mir geht es um den Spaß an der Sache. Auch noch etwas links und rechts der landschaftlich malerischen Strecke wahrzunehmen. Ich genieße es ohne Druck unterwegs zu sein und den anderen Läufern dabei zu helfen, ihre Ziele zu erreichen. Wenn man als Zug- und Bremsläufer an seine eigenen Grenzen kommt, hat man etwas falsch gemacht.

Warum laufen Sie denn nicht um Platzierungen mit?

Mir fehlt neben meinem Beruf als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Erlangen-Nürnberg und meiner Familie mit zwei kleinen Kindern einfach die Zeit. Um ambitioniert mitmachen zu können, braucht es gewissenhafte und umfangreiche Vorbereitung. Da reicht ein wöchentlicher 30 Kilometer-Lauf nicht aus. Mitunter schaffe ich es sonntags gerade noch, den Braten in den Ofen zu schieben, dann drei Stunden auf der Strecke zu sein und bei meiner Rückkehr die Klöße ins Wasser zu geben.

Was kommt nach dem Fränkische Schweiz-Marathon?

Ich nehme den Fränkische Schweiz-Marathon mit seiner angenehmen Atmosphäre als Trainingslauf für den Berlin-Marathon. Dort starte ich dieses Jahr zum ersten Mal, wie immer für den Ausdauersportverein Kulmbach, bei dem ich als Triathlet angefangen habe. Zur Vorbereitung habe ich meine Laufschuhe bei jeder Dienstreise im Koffer. Ich genieße dann die Auszeit vom Büroalltag. Ich mag Laufen unter anderem deswegen, weil es für mich ein ehrlicher und unkomplizierter Sport ist, dem man überall nachgehen kann.

Herr Ditter, vielen Dank für das Gespräch.

 

Informationen: Fränkische Schweiz Marathon
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