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''Die Welt ein klein wenig besser machen''

17.04.13
Quelle: Jürgen Nowy

Stündlich erreichen uns zig Mails, in denen uns Leserinnen und Leser ihre Meinung zu den Anschlägen beim Boston Marathon sagen. Die Mail von Jürgen Nowy aus Österreich haben wir herausgegriffen. Jürgen hat am Marathon in Boston selbst teilgenommen und ist zurzeit noch dort (Red. M4Y)

 

Ich bin immer noch in Boston und habe auch am Boston Marathon teilgenommen. Ich war zwar schon länger im Ziel, als es passiert ist, aber als Zuschauer relativ knapp dran, allerdings zum Glück in einer Parallelgasse der Boylston Street.  Wie auch immer. Was man wahrscheinlich zuhause nicht so mitbekommt ist, dass hier nicht Chaos oder Krieg herrschen. Klar wurde und wird überall darüber geredet und die News sind voll damit. Aber die Stadt funktioniert  normal weiter. An der U-Bahn und am Flughafen sind Polizei und Armee, aber nicht erdrückend.  Bereits Montagabend konnte man in Bars sitzen, ein Bier trinken.  Dabei liefen in Endlosschleifen immer wieder die gleichen Videosequenzen ab, die zeigten, was sich wenige Stunden zuvor ganz nahe abgespielt hat.

 
Jürgen Nowy
© Privat

Das Wichtigste dabei ist dass die Einheimischen sehr schnell in den Alltag zurückgefunden haben. Voller Respekt und Trauer für die Opfer und Angehörigen und konzentriert darauf, die Täter zu finden, sich von ihnen aber vor allem nicht unterkriegen zu lassen.

Und das ist, was ich daraus lerne. Ich will nie wieder einer Bombe so nahe kommen. Aber wer will das schon? Und wer kann es verhindern? Wer dachte daran, als er in Madrid in einen Zug oder in London in die Subway stieg? Es ist ja nicht so, dass ein Marathon per se ein logisches terroristisches Ziel ist. Es gibt unglaublich viele potentielle Ziele und es ist unmöglich, jeder eventuellen Bedrohung auszuweichen. Auch würde das bedeuten, die Bösen gewinnen zu lassen, indem wir aus Angst auf Dinge verzichten, die wir gerne tun. 

Also plädiere ich dafür, die Kirche im Dorf zu lassen, kein sinnloses Risiko einzugehen, aber sich auch nicht durch eine ominöse Furcht von allem abhalten zu lassen. Life is worth living it. Behalten wir die Opfer in Erinnerung. Ehren wir sie, indem wir weiter das tun, was ihnen zumindest an diesem Tag wichtig war. Und anstatt uns zu fürchten und Schuldzuweisungen abzugeben und uns abzuriegeln, sollten wir versuchen, unseren Mitmenschen und Kindern ein Vorbild an Toleranz und Mitgefühl zu sein, damit wir unseren kleinen Beitrag dazu leisten, die Welt ein klein wenig zu machen. 

Und welche Veranstaltungen sind besser dafür geeignet, als große Marathons, wo immer Tausende Menschen diese unglaublich  positive Stimmung kreieren. Wo sich wildfremde Menschen gegenseitig aufbauen, mit Kleinigkeiten aushelfen und im Kleinen gezeigt wird, wie es im Großen funktionieren kann. Ich will mir das nicht nehmen lassen. 

An unserer Umfrage haben bereits am ersten Tag fast 400 Läuferinnen und Läufer teilgenommen. Nicht ein einziger hat unsere Frage damit beantwortet, dass er künftig auf große Citymarathons verzichten will (Red. M4Y)

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