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Ein „Becherreicher“ erzählt

08.03.15
Quelle: Pressemitteilung

Lange Jahre durfte ich beim Kandler Bienwaldmarathon am Versorgungsstand V6 (Km27) den Läufern Getränke und Obst anbieten. Eine schöne Tätigkeit, bei der man richtig viel vom Laufgeschehen mitbekommt. Nach und nach kommen in verschiedenen Wellen das komplette Läuferspektrum vorbei;jede Welle hat seine eigenen Charakteristika. Aus meiner Erfahrung heraus unterscheide ich fünf Läuferklassen:

 

Der Spitzenläufer

 

Läufer sind ja bekanntlich einsame Individualisten. Unter den Einsamen ist der Spitzenläufer vermutlich der Einsamste. Meist allein an der Spitze, dem Führungsfahrzeug folgend, das gut gemeinte Musik abstrahlt, kämpft er einen einsamen Kampf. Nur von Blicken auf die Uhr und kleinen Kopfdrehungen Richtung Verfolger unterbrochen, spult er hochkonzentriert sein sich selbst auferlegtes Programm ab. Aus Sicht der Helfer ist er der einfachste Kunde, denn er benötigt nichts. Selbst wenn Miss Germany persönlich oben ohne Getränke reichen würde, er würde es nicht wahrnehmen.

 
Becherreicher beim 40. Bienwald Marathon
© marathon4you.de

 

Der ambitionierte Läufer

 

Für die Helfer die größte Herausforderung. Dieser Läufertyp agiert nach dem Min-Max-Prinzip. Er versucht, maximale Getränkeaufnahme bei minimalem Zeiteinsatz zu realisieren, was eigentlich nie gelingt. Eingeleitet wird die geplante Getränkeaufnahme durch eine verbale Vorbestellung 200 Meter vor der Station. Diese wird dann ohne Temporeduktion   die Bestzeit könnte ja gefährdet werde   versucht zu greifen, was nur suboptimal gelingt und oft genug in einer ausgewachsenen Sauerei auf dem Tisch endet. Immerhin bleibt ihm das Gefühl, etwas genommen zu haben, was ihm Kraft gibt, zum Spitzenläufer aufzuschließen.

 

Der Standardläufer

 

Der Standardläufer, zahlenmäßig das stärkste Feld, ist einfach zu bedienen. Dieser Läufertyp ist komplett stressfrei unterwegs, reduziert vor der Station das Tempo, sichtet kurz das Angebot, greift beherzt zu und verlässt zufrieden beschleunigenden Schrittes die Verpflegungsstation. Vollkommen unspektakulär, effektiv und angenehm.

 

Der Genussläufer


Ihm geht es nur sekundär um die Zeit. Er genießt den Lauf als Event und als solches spielt die Verpflegung eine wichtige Rolle. Gemütlichen Schrittes nähert er sich der Station, sichtet ausgiebig das Angebot, erkundigt sich nach der Herkunft der Äpfel und beginnt auch schon mal von der heimischen Apfelplantage zu erzählen. Es gibt Exemplare, die erst nach dem Hinweis, dass noch mehr Versorgungsstationen kommen, wieder bereit sind, den Lauf fortzusetzten. Natürlich nicht ohne abzuklären, was an den restlichen Stationen noch angeboten wird, schließlich will so ein Lauf ja auch eingeteilt sein.

Dieses Jahr wurde von mir zum „Genussläufer des Jahres“ ein Läufer mit Hund gewählt. Beide wurden natürlich rundum versorgt. Gestärkt und frohen Mutes ging es weiter. Leider musste ich später hören, dass der kleine vierbeinige Nummernträger an der letzten Station alles nochmal reziprok verdaut hat. Merke: Nicht alles, was dem Läufer gut tut, bekommt auch dem Vierbeiner!

Solche Läufer sind für uns eine Wohltat, weil sie den gebotenen Service zu schätzen wissen und sich auch für ihn bedanken.

 

Der Schlussläufer

 

Der Schlussläufer ist ein stoisch vor dem Besenwagen laufender, zeitweise auch walkender Zeitgenosse, der sich durch nichts aus der Ruhe bringen lässt. Diese Position im Feld wechselt wesentlich öfter, als am anderen Ende des Felds. Steigt ein Schlussläufer in den Wagen, gibt es sofort einen neuen Schlussläufer    ohne dass er sich dessen sofort bewusst ist. An den Versorgungsstationen ist der Schlussläufer ein gern gesehener Gast, weil nach ihm abgebaut werden kann. Sehr oft habe ich erlebt, dass sich der Schlussläufer höflich bedankt, dass man so lange auf ihn gewartet hat.

 

 

Informationen: Bienwald-Marathon
Veranstalter-WebsiteE-MailErgebnislisteHotelangeboteOnlinewetterGoogle/Routenplaner

 

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