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Alles was Recht ist

15.10.09
Autor: Klaus Duwe

Manche denken wohl, es sei ein Scherz. Da soll es bei einem Marathon zu einer Disqualifikation gekommen sein, weil eine Läuferin mit iPod gelaufen sei.

Tatsächlich ist folgendes passiert: Milwaukee/USA, Lakefront Marathon. Die beiden erstplatzierten Frauen des Lakefront Marathon werden disqualifiziert. Die Eine, weil sie sich außerhalb der offiziellen Verpflegungsbereiche eine Wasserflasche reichen ließ, die Andere, weil sie sich über einen iPod von der „langweiligen Lauferei“, wie sie es nannte, ablenken wollte.

Auch wenn sich das unsinnig anhört, die Aufregung ist nicht angebracht. Es gibt in den USA tatsächlich entsprechende Vorschriften, die beides verbieten. Diese Vorschriften wurden angewendet. So einfach ist das.

Und wie ist das bei uns? m4y hat verschiedene Stellen befragt. Der Pressesprecher des DLV hat das „heikle Thema“ an den Bundesausschuss für Wettkampforganisation weitergeleitet. Eine Stellungnahme steht noch aus. Die DUV und die Race-Direktoren der Marathons in Berlin, Hamburg und Frankfurt halten ein Verbot von Musikhören während des Laufes, weil das einen Vorteil bringen könnte, für überzogen. Alle weisen jedoch ausdrücklich darauf hin, dass es aus einem ganz anderen Grund bedenklich ist. Die Aufnahmefähigkeit für Signale von außen ist bei Läuferinnen und Läufern mit Ohrstöpsel nachgewiesenermaßen sehr beeinträchtigt, was insbesondere bei Straßenläufen nicht ungefährlich sein kann. Zurufe oder Alarm- und Warnsignale (z.B. von Polizei-, Feuerwehr- und Krankenwagen) könnten zu spät oder überhaupt nicht gehört werden. Deshalb ist ja auch das Benutzen von Ohrhörern und Headsets im Straßenverkehr bei Strafe verboten.

 
iPod - erlaubt, aber bedenklich
© marathon4you.de

Musikhören beim Marathon aber deshalb verbieten und bestrafen? Die Befragten sind da einer Meinung und würden statt eines Verbotes viel lieber an die Vernunft der Läuferinnen und Läufer appellieren, die die Musikgeräte vernünftig, das heißt in gemäßigter Lautstärke und nur in gefahrlosen Bereichen einsetzen sollen.

Ganz klar ist dagegen die Sache mit der Verpflegung geregelt. Sie darf nur an den dafür eingerichteten und gekennzeichneten Stellen aufgenommen werden. Unterschiede zwischen Elite- und Hobbyläufern gibt es nicht. Die Einhaltung der Regel wird allerdings nur bei Eliteläufern und bei Teilnehmern an Meisterschaften überwacht und Verstöße auch geahndet.

Ganz anders ist es allerdings mit der immer mehr um sich greifenden Begleitung durch Radfahrer. Wer kennt nicht Bruder, Schwester, Vater, Mutter, die fürsorglich ihren Schützling auf dem Rad begleiten und Getränk und Riegel, Ersatzklamotten und motivierende Sprüche bereit halten? Außer beim 100er in Biel, wo an Biker sogar (kostenpflichtige) Startnummern ausgegeben werden, ist bei allen Laufveranstaltungen ein solcher „Service“ verboten. Und hier wollen sich auch alle Veranstalter unnachsichtig zeigen, wenn Verstöße bekannt und belegt werden und Disqualifikationen aussprechen. 

 
Verboten: Begleitung auf dem Fahrrad
© marathon4you.de

Und das ist gut so. Anders als bei der Musik (einer mag sie, einer nicht), verschafft sich derjenige,  der sich von einem Fahrrad begleiten lässt, gegenüber anderen Teilnehmern einen Vorteil. Ist doch logisch, wenn er sich nichts davon verspricht, macht er es ja nicht. Das ist grob unsportlich. Darüber hinaus sind Radfahrer auf der Laufstrecke oft eine Behinderung und teilweise sogar Gefährdung der anderen Läuferinnen und Läufer.

Viel besser als das Verbot und die Disqualifikation bei Verstößen wäre es, die Läuferinnen und Läufer würden sich an den Grundsatz halten: „Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die des Anderen beginnt“.

 
 

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