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Absagen erregen die Gemüter

13.12.10
Quelle: Klaus Duwe

Der Jubiläums-Advent-Waldmarathon in Bad Arolsen und der Siebengebirgsmarathon fanden nicht statt. Die Gründe sind unterschiedlich. 

 

Die Kosten – nichts wird aus dem Advent Waldmarathon-Jubiläum


29 Jahre hat Heinrich Kuhaupt mit einer unermüdlichen Helferschar den Advent-Waldmarathon organisiert  und zu einem Urgestein in der Marathon-Szene geformt. Immer am Samstag vor dem ersten Advent trafen sich die Härtesten der Harten am Twistesee zum Marathon. Vor dem Start hörten sie sich Heinrich’s kultige Adventsrede an und meinten dann: „So, jetzt kann Weihnachten kommen“.  Überliefert ist auch folgender Wortwechsel im Ziel des New York Marathon: „Ein wirklich schöner Saisonabschluss!“ „Ein schöner Lauf, ja. Aber Saisonabschluss ist in Arolsen.“

 
Impressionen vom Advent Waldmarathon
© marathon4you.de 41 Bilder

Damit ist jetzt Schluss. Heinrich Kuhaupt hat den Jubiläumslauf abgesagt. Der Grund? Die Kosten. Der neue Bürgermeister will die Gemeindefinanzen sanieren. Sämtliche Ausgaben sind auf dem Prüfstand. Das ist gut. Gleichzeitig versucht man, die Preise und Gebühren für Dienstleistungen kräftig anzuheben.  Das hätte man gezielt schon früher machen sollen.  Ziemlich gründlich, dafür unsensibel ist die Vorgehensweise. Wer keine Lobby hat, bleibt auf der Strecke. Der Advent Waldmarathon hat keine Lobby. Was sind schon 500 oder 600 Laufverrückte, die mit fast ebenso vielen Angehörigen seit 29 Jahren bei allen Wettern in die Nordhessische Provinz kommen?

Also rauf mit der Miete für die Halle und für das Inventar. „Ich will ja nichts geschenkt“, beteuert Heinrich Kuhaupt. „Aber was die Gemeinde jetzt verlangt, kann ich nicht bezahlen“, fügt er hinzu. Nach reiflicher Überlegung verlegt er den Lauf auf Pfingsten und verzichtet auf die Hallennutzung. „Das kleinste Entgegenkommen hätte mir genügt“, hadert Heinrich. Nichts zu machen. Jetzt hat die Gemeinde statt der erhofften Mehreinnahmen gar nichts. Das kennt man aber von den Politikern. Hauptsache, alles ist in eine Richtung gebürstet.

Jetzt hofft der gebeutelte Veranstalter, dass die Läuferinnen und Läufer ihm die Treue halten und die Gelegenheit nutzen, die herrliche Gegend um den Twistesee einmal zu einer anderen Jahreszeit kennenzulernen. Vielleicht funktioniert das ja in diesem Jahr einigermaßen. Man braucht aber kein Prophet zu sein um vorherzusagen, dass  516 Marathon-Finisher wie im letzten Jahr nicht erreicht werden. Und auf Dauer ist zu fürchten, dass  bei der Terminfülle im Juni (derzeit 34 Marathon- und Ultraläufe!) die Traditionsveranstaltung ganz unter die Räder kommt.

Gibt es ein Zurück auf den angestammten Termin? Heinrich Kuhaupt: „2011 definitiv nicht. Danach hoffe ich, dass sich die Gemeinde doch noch auf uns zu bewegt.“


Der Schnee – nichts geht im Siebengebirge


Kaum hatten die Veranstalter die ersten Mails verschickt, war es auf Marathon4you.de zu lesen: „Der Siebengebirgsmarathon ist abgesagt“. Grund: Der Schnee. Die Versorgung der Läuferinnen und Läufer und deren Sicherheit sei en nicht gewährleistet. Richtig, Sicherheit hat Vorrang. Keinem Veranstalter ist vorzuhalten, dass er vor dem Hintergrund der Diskussionen um die Verantwortlichkeit bei Unfällen nicht das geringste Risiko eingehen will.

 
Winter-Impressionen
© marathon4you.de 10 Bilder

Die 42 Kilometer werden beim Siebengebirgsmarathon auf einer großen Schleife gelaufen. Das ist für die Veranstalter auch bei normalen Witterungsverhältnissen ein Kraftakt und je nach Witterung mit weiteren erheblichen Erschwernissen verbunden oder sogar unmöglich.  Aber Schneefall ist im Dezember im Siebengebirge eher keine Überraschung. 

Überraschend ist es da eher, dass der Veranstalter keinen Plan B in der Schublade hat.  Eine Teilstrecke etwa, die man gut präparieren und auf der man problemlos ein oder zwei Verpflegungsstellen einrichten kann. Je nach Distanz wird die Strecke von den Läuferinnen und Läufer mehrmals durchlaufen. Man denke an Kevelaer, an Rodgau oder an den Teammarathon in Leipzig, die mit solchen Laufstrecken trotz Schnee und Eis durchgeführt werden konnten und darüber hinaus für die Teilnehmer noch ein besonderes Erlebnis waren.

Die Absage wird den Veranstaltern ein tiefes Loch in die Kasse reißen. Die bereits bezahlten Startgebühren will man zurückzahlen, viele Kosten waren aber bereits angefallen. Das ist bitter. Auch deshalb sollte man sich überlegen, wie man ein solches Dilemma künftig verhindern kann. Denn im Dezember ist auch weiterhin mit Schnee und Eis zu rechnen.

 
 

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