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Neue Diagnosemöglichkeiten

04.01.07
Quelle: Klaus Klein

Projekt des Uniklinikums Essen untersucht Fußgelenke von Marathonläufern mittels neuem Magnetresonanztomographen


Bildgebende Verfahren haben in den letzten Jahren in der Medizin eine immer stärkere Bedeutung gewonnen. Sie ermöglichen immer genauere Einblicke in den menschlichen Körper und somit bessere Diagnosemöglichkeiten.

 

Das Universitätsklinikum Essen startet nun ein Projekt, mit dem eine noch bessere Auflösung und demzufolge genauere Diagnose und bessere Therapie ermöglicht wird. Die bisherigen Untersuchungsgeräte zur Magnetresonanztherapie (MRT) haben allgemein eine Feldstärke von 1,5 bis 3 Tesla. Nunmehr wird in Essen ein neuartiger wesentlich leistungsstärkerer Magnetresonanztomograf eingesetzt, der ein 7-Tesla starkes Magnetfeld erzeugt.

 

 
Der Autor (rechts) beim Marathon in Münster 2006
© marathon4you.de

Das neue Gerät ist 6 m lang, 3 m breit und 2,50 m hoch. Die Magnetspule allein wiegt 32 Tonnen, sie ist eingehüllt in mehr als 400 Tonnen Stahl. Wesentliche Bestandteile des Magneten sind Edelstahl, Kupfer und Nickel. Wegen der Größe und des Gewichtes konnte das Gerät nicht am Uniklinikum Essen eingebaut werden. Es wurde im Sommer 2006 in den Leitstand der ehemaligen Zeche Zollverein in Essen eingebaut. Mit einem Spezialkran musste der Magnet von außen in das Gebäude gehoben werden.


Wegen der starken Magnetstrahlung wurde eine besondere Abschirmung des Gerätes notwendig. Um das Gerät herum wurde eine Kabine erbaut. Boden und Decke der magnetischen Abschirmung bestehen aus gegeneinander verschoben angeordneten 0,5 cm starken Stahlplatten in einer Gesamtstärke von 20 cm. Die Flachstahlseitenwände haben eine Mächtigkeit von 50 cm. Das Gerät ist eines der größten Magnetresonanztomografen weltweit. Neben einem Gerät in Magdeburg ist das Essener Gerät erst das zweite seiner Art in Europa. Es erlaubt zukünftig eine Analyse aller menschlichen Organe, Gefäße und Nerven bis auf die Zellebene. Somit lassen sich Krankheiten wie Krebs, Alzheimer, Parkinson oder Schlaganfall frühzeitiger erkennen, die Therapiemöglichkeiten werden verbessert und die Heilungschancen steigen.


Die Kosten für das Projekt betragen rund 10 Millionen Euro. Sie werden getragen von den Projektpartner Universitätsklinikum Essen, Universität Nimwegen/NL und Siemens Medical Solutions. Der Bund und das Land Nordrhein-Westfalen sowie die Stadt Essen fördern das Projekt.


Nach erfolgreicher Installation des Magneten und Abschluss aller Bauarbeiten steigen die Forscher des für das Projekt neugegründeten Internationalen Instituts für Magnetresonanz nunmehr in die Erprobungsphase ein, in der mit verschiedenen Testgruppen Möglichkeiten und Einschränkungen des neuen Gerätes erprobt werden. Es geht darum, optimale Auflösungen der Bildgebung zu erreichen und Störsignale auszuschalten. Hierzu sollen verschiedene Krankheits- bzw. Belastungsbilder des neuen 7-Tesla-MRT mit Aufnahmen des 1,5-Tesla-Routinegeräts in Uniklinikum Essen verglichen werden.


Eine der Testgruppen rekrutiert sich aus den Teilnehmern der Marathon-Herzstudie des Herzzentrums der Uniklinik Essen. Patrick Kokulinsky, Assistenzarzt am Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie des Universitätsklinkums Essen, stellte daher den Teilnehmern der Marathon-Studie das Projekt des 7-Tesla-MRT vor und warb für eine Teilnahme an der Erprobungsphase. In den etwa halbstündigen Untersuchungen sollen insbesondere Gelenkergüsse, Muskelödeme, Sehnenödeme, Knochenmarksödeme und Knorpelveränderungen des Fußes untersucht werden. Die zwei Untersuchungen sind vorgesehen in einem Zeitraum von 1 bis 5 Tagen nach einem Marathonlauf.


Neben der Untersuchung der Fußgelenke von Marathonläufern werden in der Erprobungsphase weitere etwa 30 Studien von Gehirntumor bis Schlaganfall durchgeführt.


Es ist nicht nur für uns Läufer zu hoffen, dass die Tests am neuen Gerät in Essen erfolgreich verlaufen und die leistungsstärkeren MRT Standard werden. Ich bin jedenfalls sehr gespannt darauf, einen Blick in das Innenleben meiner Fußgelenke richten zu können.

 
 

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