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Ist Marathon gesund?

28.12.06
Quelle: Klaus Klein

Studie des Herzzentrums Essen untersucht Auswirkungen des Marathonlaufs auf das Herz

 

Allgemein herrscht die Meinung, dass Ausdauersport die Gesundheit fördert und insbesondere zur Vermeidung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beiträgt. Immer wieder wird jedoch über Todesfälle bei Marathonläufen berichtet. Schon der griechische Bote Pheidippides brach nach Verkündung des Sieges der Griechen über die Perser im Jahr 490 v. Chr. tot zusammen, nachdem er vom Schlachtort Marathon nach Athen gelaufen war. So sagt es jedenfalls die Legende.

 

 
Gehören zusammen: Köln und Marathon
© marathon4you.de

Wird die Gefahr für das Herz durch den Marathonlauf pressewirksam aufgebauscht oder gibt es reelle Risiken über die man sich bewusst sein sollte? Der Fall eines 63-jährigen Läufers der beim Köln-Marathon unbemerkt einen Herzinfarkt erlitt und dennoch den Marathon erfolgreich beendete, veranlasste PD Dr. Stefan Möhlenkamp, Oberarzt der Klinik für Kardiologie im Westdeutschen Herzzentrum Essen, zur Durchführung einer wissenschaftlichen Studie mit Marathonläufern im Alter von 50 Jahren und älter.

 

In der Marathonstudie werden die chronischen Auswirkungen des Marathonlaufs auf das Herz untersucht. Das Team um PD Dr. Möhlenkamp möchte wissen, ob sich bei Marathonläufern aufgrund der extremen Ausdauerbelastung strukturelle Veränderungen der wichtigsten arteriellen Gefäßprovinzen im Sinne einer frühzeitigen Gefäßalterung und Arteriosklerose finden.

 

Ist extremer Ausdauersport wie der Marathonlauf wirklich ungefährlich? Wie wirkt sich das extreme Laufen auf die Herzkranzgefäße aus? Gibt es Risikofaktoren, bei denen schädigende Einflüsse die positiven Effekte des Ausdauersports nicht ausgleichen können?


Wie mehr als 100 Versuchsteilnehmer machte auch ich im Herzzentrum der Uni Essen einen achtstündigen Untersuchungsmarathon mit. Teil 2 der Studie fand am 07. Mai 2006 beim Düsseldorf-Marathon statt. Mit Unterstützung durch den Veranstalter des METRO Group Marathon Düsseldorf wurden unmittelbar vor dem Start und nach Beendigung des Marathonlaufs Untersuchungen der Probanden durchgeführt.

 

Nunmehr liegen erste Zwischenergebnisse der Studie vor, über die PD Dr. Möhlenkamp bereits in einigen Vorträgen referierte und erste Artikel in Fachzeitschriften veröffentlichte (Herz, Heft 6-06, S. 575ff; Window, Heft 3-2005, S. 4ff).

 

Bei 36% der untersuchten Marathonläufer wurden erhöhte Werte zur koronaren Verkalkungen gefunden. In einer Vergleichsgruppe, die keinen Laufsport betrieb, lag der Wert nur bei 22%. Des Weiteren wurde ein starker Anstieg des Troponinspiegels unmittelbar nach dem Marathonlauf in Düsseldorf gemessen, der sich jedoch bei der Kontrolluntersuchung am nächsten Morgen schon wieder normalisiert hatte. Troponin ist ein Marker für den Untergang von Myokardzellen. Für klinische Patienten mit ähnlich hohen Troponin-Werten wie bei den Probanden der Studie nach dem Düsseldorf-Marathon, wäre wohl die Diagnose Herzinfarkt in Betracht gekommen.

 

Die Bedeutung der Befunde der Essener-Herz-Studie wird noch diskutiert. Weitere Erkenntnisse zur Frage, ob und bei welchen Marathonläufern kardiologische Risiken bestehen, verspricht sich das Essener Team durch eine Langzeitbeobachtung der Probanden über 5 Jahre. Dabei werden auch wieder Untersuchungen der Probanden unmittelbar vor einem Marathonlauf und direkt nach dessen Beendigung durchgeführt und verglichen.

 
 

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