
Marathon unter 4 Stunden? Oder in 2:59 Stunden? Wenn man sich im Training erst mal an seine persönlichen Grenzen herangearbeitet hat, sind alle Schallmauern gleichermaßen schwer zu knacken. Und so sieht man hinter den verschiedenen Brems- und Zugläufern einiger Marathonveranstaltungen auf den ersten Kilometern noch große Läufertrauben rennen, die zum Ende des Marathons aber immer dünner werden. Die wenigsten halten das Tempo durch. Damit Du künftig Dein Marathonpotential vollends ausschöpfen kannst, erfährst Du in diesem Beitrag, wie Du Dein Tempotraining effektiv gestalten solltest.
Das Dauerlauftraining ist auch für die Schnelligkeit das wichtigste Training, sorgt es doch wesentlich für eine Optimierung des Energiestoffwechsels. Mehr Bewegungsenergie kann aus der gespeicherten Nahrungsenergie gewonnen werden. Den letzten Kick aber gibt das marathonspezifische Tempotraining.
Beim Tempotraining ist der Puls unerheblich
Beim Dauerlaufen ist das Laufen nach Herzfrequenz die präziseste Trainingssteuerung. Das Streckenprofil, die Windverhältnisse, die Tagesform, all dies macht sich im Belastungspuls bemerkbar. Das Einhalten der empfohlenen Intensitäten SSL, LDL, MDL und ZDL, siehe dazu meine älteren Beiträge, garantieren immer den gewünschten Trainingsreiz, egal, ob Du mal schneller oder mal langsamer unterwegs bist.
Beim Tempotraining ist das anders. Hier zählt alleine die präzise Geschwindigkeit, zumindest dann, wenn Du Dir eine bestimmte Endzeit fest vorgenommen hast. Wer beispielsweise einen Marathon knapp unter 4 Stunden laufen möchte, der muss die Kilometer im Schnitt in 5:41 Minuten laufen. Dies ist sein MRT, darauf muss sich auch das Tempotraining ausrichten, unabhängig davon, wie hoch der Puls ist. Das präzise Einhalten des MRT im Training schult das Tempogefühl und stellt sicher, das Anfängerfehler, wie das zu schnelle Loslaufen in der allgemeinen Starteuphorie, nicht gemacht werden.
Tempotraining nur im MRT ist allerdings uneffektiv. Um die Grundschnelligkeit für einen Marathon zu erlangen, solltest Du auch das Tempo trainieren, welches Du auf den Unterdistanzen Halbmarathon und 10 Kilometer laufen können solltest. Ich spreche hier vom Halbmarathonrenntempo (HMRT) und 10-Kilometer-Renntempo (10RT). Wie Du diese Tempi ermitteln kannst, habe ich im letzten Beitrag „Marathonrenntempo. Errechne Dein Potential“ beschrieben.
Intervalle statt Dauermethode
Im Gegensatz zur Dauermethode beim Ausdauertraining, findet das Tempotraining als Reiztraining statt. Durch kürzere schnelle Läufe erfährt Dein Körper einen Reiz, auf den er mit Anpassung reagiert. Das funktioniert aber nur, wenn das Reiztempo richtig gewählt und die Intervallpausen richtig getimt sind.
Im Marathontraining werden Intervalle zwischen 1000 und 5000 Metern gelaufen. Der Gesamtumfang der Intervalle hängt vom gewählten Renntempo ab. Die Tabelle Laufcampus-Methode Intervalle macht hier konkrete Angaben. Ein Beispiel: Läufst Du 1000 Meter Intervalle im 10RT, dann solltest Du diese maximal achtmal wiederholen. Läufst Du hingegen 3000 Meter Tempoläufe im MRT, so ist nach maximal vierundzwanzig Gesamtkilometern Schluss angeraten.
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Laufcampus-Methode - Intervalle
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Renntempo
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Streckenlängen
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Maximaler
Gesamtumfang
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10-Kilometer-Renntempo
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10RT
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1000 bis 2000
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8000
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Halbmarathonrenntempo
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HMRT
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1600 bis 3000
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14000
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Marathonrenntempo
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MRT
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3000 bis 5000
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24000
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Pausen machen Tempoläufe zum Intervall
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Laucampus-Methode - Intevallpausen
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Streckenlängen
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Pausen
(Faktor Rennzeit) |
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1000
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2/3
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1600
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1/2
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2000
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1/2
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3000
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1/3
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4000
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1/3
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5000
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1/3
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6000
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1/4
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Die Pausen zwischen den Laufeinheiten hängen von der Dauer der Tempoläufe ab. Je länger die Laufzeit ist, umso länger sollte auch die Erholungspause sein. Bewährt haben sich meine in der Laufcampus-Tabelle Intervallpausen angestellten Berechnungen. Wenn Du demnach 1000 Meter-Läufe in 5 Minuten (300 Sekunden) absolvierst, dann solltest Du bis zum nächsten Tempolauf eine Pause von 3:20 Minuten (200 Sekunden) einlegen. Wenn Du jedoch Tempoläufe von 2000 Meter Länge machen, beispielsweise in 11 Minuten, dann ist bis zum nächsten Tempolauf eine Gehpause von 5:30 Minuten richtig.
Maximal 20 Prozent der Wochenumfänge im Renntempo
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Laufcampus-Methode - Grundlagen
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Trainingsbausteine
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Gewichtung
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Dauerlaufen
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80 - 90 %
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Tempotraining
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10 - 20 %
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Regeneration
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täglich
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Laufcampus-Methode - Regeneration
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Tempokilometer/2 = Tempotrainingsfreie Zeit
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Viel Freude beim Laufen,
Andreas Butz