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Alpine Laufgenüsse

19.07.12
Quelle: Andreas Butz

Der Jungfrau-Marathon wirbt mit dem Versprechen „Die schönste Marathonstrecke der Welt“. Der Zermatt-Marathon beschreibt seine Marathonstrecke mit Blick auf das Matterhorn mit „Vom tiefsten Tal der Schweiz zum schönsten Berg der Welt“. Und der Swiss Alpin Marathon K78 gilt als „Größter Berg-Ultramarathon der Welt“.

So oder so, wer noch keinen Alpin-Marathon gelaufen ist, dem fehlt bisher ein Lauferlebnis, das man nur schwer in Worten fassen kann. Man muss es selbst erlebt haben

Ich schreibe diese Zeilen 11 Tage nach dem Zermatt Marathon und 10 Tage vor dem Swiss Alpine. Seit 7 Jahren veranstalten wir im Bergdorf Grächen im Wallis die offizielle Vorbereitungswoche auf den Zermatt Marathon, für mich einer der schönsten Marathonläufe überhaupt. 32 Teilnehmer/innen waren wir in diesem Jahr, die sich eine Woche lang auf der Höhe von 1600 Metern akklimatisiert und mit moderaten Trainingsläufen auf den Marathon und Staffel-Marathon vorbereitet haben. Dieses Jahr mit dabei auch marathon4you.de-Autor Wolfgang Bernath mit seiner Frau. Seinen schönen Bericht zum Marathon hast du vielleicht schon gelesen.

Natürlich bin ich auch immer selbst am Start. Dreimal bin ich bisher den Marathon gelaufen und dieses Jahr zum vierten Mal die Marathonstaffel, heuer zusammen mit meiner Frau.

 
© marathon4you.de

 

Was macht das alpine Berglaufen so besonders?

 

• In der Regel werden Alpinmarathons ohne Druck gelaufen. Während man sich bei flachen Marathons oft an Zeiten oder Platzierungen misst, wollen die meisten Bergläufer einfach nur ankommen und dabei eine Menge Lauffreude haben.

• Die Vorbereitung ist gewissenhafter: Während Stadtläufe immer viele Ausfälle von Läufern zählen, die sich offensichtlich zu schlecht vorbereitet haben, werden Bergläufe in der Regel nur von gut vorbereiteten Teilnehmern angegangen. Der Respekt vor der sportlichen Aufgabe treibt sie zu intensivem Training.

• Die Anerkennung ist höher. Beispielsweise den Liechtenstein-Marathon gelaufen zu sein erntet mehr Lob im Freundeskreis als einen x-beliebigen Flachmarathon.

• Der sportliche Wert ist höher. Auch ein Bergmarathon führt über 42,195 Kilometer. Doch addieren sich hier noch viele Höhenmeter, bei den meisten über 1.800. Diese machen den Marathon vergleichbar mit der Leistung bei einem Ultramarathon über 50 Kilometer.

• Die Erholungsphase ist kürzer: Vorausgesetzt ein Berglauf führt größtenteils hoch, so ist zum Beispiel die Regenerationsphase nach dem Graubünden-Marathon mit seinen fast 2.700 Höhenmetern kürzer, als bei einem Flachmarathon im Rahmen der persönlichen Bestzeit gelaufen. Grund hierfür ist die niedrigere Stoßbelastung beim Berghochlaufen. Bei Alpinläufen wie den Läufen in Davos, die Rundkurse sind und gleich Höhenmeter hoch wie runter führen, ist die Regenerationsphase allerdings länger.

• Harte Arbeit und verdienter Lohn werden beim Berglaufen intensiv erlebbar.

Zunächst muss man sich die Anstiege atemraubend im Lauf- oder Marschierschritt erarbeiten, verdient damit aber atemberaubende Ausblicke. Im Ziel die nach mir ankommenden Läufer/innen beim Zermatt-Marathon zu beobachten, anzufeuern und mit Applaus zu empfangen, dabei den Blick auf die 29 Viertausender rund um den Riffelberg nicht zu verlieren, ist alljährlich mein persönliches Highlight beim Zermatt-Marathon.

Daher gebe ich meinen Teams beim Marathoncamp jedes Jahr die gleiche Empfehlung mit. „Jede Viertelstunde, die ihr zu schnell am Ziel seit, sind verschenkte 15 Minuten Laufgenuss. Nehmt Fotoapparate mit, haltet ab und zu inne und genießt die Landschaft.“

Nun freue ich mich auf Davos. Viele marathon4you.de-Freunde werde ich sicher hier treffen und darauf freue ich mich.

Viele Laufgenüsse wünscht dir,

Andreas Butz
www.laufcampus.com

 
 

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