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7 Kriterien für einen guten Laufschuh

10.12.11
Quelle: Andreas Butz

Wer das natürliche Mittelfußlaufen praktizieren möchte, braucht dazu die richtigen Laufschuhe. Die weit verbreiteten stark gedämpften und mit Pronationsstützen versehenen Laufschuhe erlauben dies nicht.

Früher hat man gedacht, dass eine Pronationsstütze, die das Einknicken im Fußgelenk beim Aufsetzen korrigieren soll, entlastend und damit gut für den Bewegungsablauf ist. Doch weit gefehlt! Denn was geschieht mit Muskeln die nicht mehr gefordert, sprich nicht mehr trainiert werden? Klar, sie verkümmern. „Use it or loose it“ sagt der Amerikaner treffend dazu. Die hohe Dämpfung und Stütze der meisten Laufschuhe, ursprünglich von der Laufschuhindustrie als Entlastung konzipiert, erzeugen Fehlhaltungen. Und diese Fehlhaltungen sind die Hauptursache fast aller läuferspezifischen Verletzungen und Erkrankungen des Bewegungsapparates.

Falls Du zweifelst, dann denke mal darüber nach, warum der Mensch das einzige Lauftier ist, das Achillessehnenbeschwerden kennt, das sogenannte Läuferknie oder durch Laufen ausgelöste Hüftprobleme?

Mit meinen nachfolgenden Tipps kommst Du zu einem guten Laufschuh und mit der Zeit zu einem optimalen Laufstil.

 
Laufschuhe gibt es in allen Preislagen
© marathon4you.de

 

7 Kriterien für einen guten Laufschuh


1. Neutralschuhe

Frag beim nächsten Laufschuhkauf gezielt nach so genannten Neutralschuhen. Neutralschuhe werden alle Laufschuhe genannt, die ohne korrigierende Stütze auskommen. Diese erkennt man in der Regel in der Innenseite der Laufschuhe, durch einen farblich abgehobenen, meist dunkelgrauen Keil. Je größer dieser Keil ist, umso stärker die korrigierende Wirkung. Finger weg davon!

2. Flache Mittelsohle

Je niedriger die Füße auf den Boden ankommen, und so geringer ist die Fallhöhe. Verletzungen nach plötzlichem Abknicken, zum Beispiel, weil Du auf einen Ast oder eine Bordstein Kanten getreten bist, fallen umso glimpflicher aus, je niedriger die Fallhöhe ist. Damit Du Dir dies verdeutlichen kannst, denk mal an die High-Heels der Top-Models. Wenn diese aus 14 cm Höhe umknicken, sind Bänderdehnungen an der Tagesordnung. Achte daher auf eine flache Mittelsohle.

3. Niedrige Sprengung

Achte nicht nur auf eine insgesamt flache Sohlenkonstruktion, sondern auch auf eine niedrige Sprengung. Mit Sprengung meint man die Differenz zwischen der Höhe der kompletten Sohle im Fersenbereich und der im Ballenbereich. Je niedriger die Sprengung ist, umso besser für Dich und einen möglichst natürlichen Laufstil.

4. Hohe Torsionsfähigkeit

Achte auf eine hohe Torsionsfähigkeit. Schuhe mit einer stabilen, festen Sohle, hindern die Fußmuskulatur an ihrer Arbeit. Schwache Fußmuskeln sind dieFolge

5. Richtige Größe

Die richtige Größe für die passenden Laufschuhe können bewegliche Menschen sehr gut alleine herausfinden. Stell Dich dazu mit Deinen angezogenen neuen Laufschuhen gerade hin. Mach nun einen mittleren Ausfallschritt nach vorne. Der hintere Fuß bleibt geknickt auf den Boden stehen. Drück nun mit dem Daumen auf die Schuhspitze. Ist hier noch etwas Platz zwischen dem dicken Zeh und der Schuhspitze? Oder stoßen die Zehen schon vorne an? Mindestens einen halben Zentimeter Platz solltest Du auch in der Abrollbewegung des Fußes haben. Dies beugt blauen Zehennägeln vor. Weniger bewegliche Menschen sollten den Schuhverkäufer um diesen kurzen Hilfsakt der Größenüberprüfung bitten.

6. Richtige Weite

Einige Laufschuhmarken verfügen über unterschiedliche Weiten bei ihren Laufschuh-Modellen. Wer besonders schmale oder besonders breite Füße hat, sollte gezielt nach Schuhmodellen mit unterschiedlichen Weiten fragen. Profis unter den Läufern kaufen ihre Laufschuhe entweder am Abend oder nach einem Lauftraining. Dann sind die Füße gut durchblutet und etwas größer als am frühen Morgen. Zieh zum Laufschuh-Kauf auch Deine Laufsocken an. Diese sind möglicherweise etwas dicker als die üblichen Strümpfe und wirken sich ebenfalls auf die Laufschuhweite aus.

7. Trail- oder Straßenschuhe.

Die ersten sechs genannten Kriterien, die Dich zu einem geeigneten Laufschuh führen, gelten sowohl für Straßen-Laufschuhe als auch für sogenannte Trail-Laufschuhe, die auf unbefestigten Wegen geeignet sind. Unterschiedlich ist hier nur die Beschaffenheit der Außensohle. Während Straßen-Laufschuhe möglichst wenig Profil zeigen, müssen stark profilierte und harte Außensohlen auch auf unebenen, rutschigen und möglicherweise steinigen Geläuf sicheres Laufen ermöglichen.

Diese Art Schuhe, die ich mit den Kriterien 1 bis 7 beschrieben habe, kennen Laufschuh-Fachhändler auch unter den Begriffen „Wettkampfschuhe“ oder „Leight-Weight-Trainer“. Lass Dich davon nicht irritieren. Du brauchst für Wettkämpfe keine anderen Laufschuhe. Es spricht nichts dagegen, diese leichten und dynamischen Schuhe auch im normalen Training anzuziehen. Und Du wirst überrascht sein. Die hier beschriebenen Schuhe sind in der Regel günstiger, als die meisten anderen Laufschuhe. Nicht immer ist das Teurere auch das Bessere.

Zum Abschluss noch einige Tipps zum Umgang mit diesen neuen Laufschuhen:
Wenn Du bisher Laufanfänger bist, d.h. mit dem nächsten Laufschuhkauf das Training beginnst, dann kannst Du von Anfang an mit diesen dynamischen Neutralschuhen trainieren. Denn als Laufanfänger passt sich Dein ganzer Bewegungsapparat allmählich an die gestiegenen Anforderungen an.

Wenn Du jedoch schon erfahrener Läufer bist, mit vielen Monaten Lauferfahrungen als Fersenfußläufer, dann solltest Du die neuen, für Deinen Bewegungsapparat viel fordernderen Laufschuhe, anfänglich nur gelegentlich tragen und die Tragezeiten nach und nach ausbauen. Ziehe dazu beispielsweise bei Deinen langen Läufen am Wochenende zunächst noch die gewohnten alten Laufschuhe an. Bei kurzen Laufeinheiten aber, oder bei Tempotraining zum Beispiel, nutze nun die neuen flexiblen Laufschuhe und gewöhne so Deine Fuß- und Wadenmuskulatur ganz allmählich an die neuen Belastungen.

Bis zu einer kompletten Umstellung, sollten sich erfahrene Läufer vier bis sechs Monate Zeit geben. Wenn Du in Dein künftiges Lauftraining die in meinen anderen Artikel angesprochenen Lauf ABC- Übungen integrierst, sorgst Du für einen perfektes Training und eine aktive Verletzungsprophylaxe.

Viel Freude beim Training 
und ein verletzungsfreies Laufen wünscht Dir

Andreas Butz
www.laufcampus.com

 
 

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