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Laufberichte

Berghelden

21.06.14

Als im Herbst 2010 die Premiere des Zugspitz Ultratrail verkündet wurde, war bestimmt nicht nur ich aus dem Häuschen. Die Nachricht eines Laufes im Format des UTMB – zugegeben ein paar Kilometerchen kürzer – jetzt auch bei uns in Deutschland, schlug ein wie eine Bombe.

Aus Angst, das auf 1.000 Starter limitierte Teilnehmerfeld würde so schnell belegt sein wie in Chamonix, veranlasste mich seinerzeit zu einer schnellen Anmeldung. Ganz so rasant wie befürchtet entwickelte sich die Veranstaltung dann doch nicht, aber immerhin registrierten sich auf Anhieb bereits fast 750 Trailrunner für die beiden Distanzen 70 und 100 km.

Heute, zur 4. Auflage muss man den ZUT sicherlich bereits zu Deutschlands bedeutendsten Trail-Events zählen. Die über 2.000 Trail-Begeisterten, die sich heuer dazu angemeldet haben, sprechen eine deutliche Sprache. „Noch“ kann man sich kurzentschlossen bis einen Tag vorher an-, bzw. nachmelden. Bin gespannt, wie lange es dauert, bis zum ersten Mal das Starterlimit greift.

Das Strecken-Portfolio hat sich seit den Anfangsjahren verdoppelt, deren vier stehen heuer im Angebot. Nach dem Basetrail in Vorjahr ist heuer der Supertrail XL mit 79,3 km Länge und 4150 Höhenmetern im Aufstieg neu hinzugekommen. Dieser wird in Ehrwald gestartet und führt nach ein paar Anlaufkilometern auf die bestehende Runde. Verkürzt wurde dafür die alte Supertrail-Strecke auf 60,7 km, ohne dabei aber viele seiner Höhenmeter abzugeben.

Die begehrteste Strecke ist wie immer der Ultratrail über 100 km und 5420 Hm, zu dem über 700 Teilnehmer gemeldet sind. Als weiterer Strecken-Magnet hat sich aber auch der Basetrail etabliert, der die kürzeste Strecke mit 35,9 km und 1900 Höhenmetern aufweist und somit einen guten Einstieg in die Welt der Ultratrails darstellt, hier sind nur einige weniger als beim UT am Start. Eines haben alle 4 Strecken gemeinsam: Jeder Lauf beginnt an einem anderen Startort, führt auf die bestehende 100er-Runde und am Ende treffen sich alle im Ziel in Grainau. Für das nächste Jahr sind bereits weitere Änderungen geplant und angekündigt. Wenn ich es richtig interpretiere, müsste es sich bei einem Start in Garmisch um eine noch kürzere Variante handeln.

Wer das Ziel erreicht, kann natürlich auch Qualifikationspunkte für die Rennen am Mont-Blanc ergattern. Für den Ultratrail gibt es 3 Punkte, für den Supertrail XL 2 Punkte und Finisher des Supertrail erhalten noch einen Punkt.

Wer hat heuer das Zeug zum Berghelden und wird Nachfolger von Vorjahressieger Philipp Reiter beim 100 km langen Trail rund um das Zugspitzmassiv und das Wettersteingebirge? Das Hauptinteresse richtet sich auf den Marokkaner Mohamad Ahansal, dem dreifachen Gewinner des Marathon des Sables. Dazu kommt noch Michael Wardian aus den USA, beide sind zum ersten Mal beim ZUT am Start. Als Geheimfavorit haben einige Stephan Hugenschmidt vom Bodensee auf der Liste, er kennt hier die Trails und die Anstiege ganz genau und ist zudem Vorjahressieger des Basetrail. Bei den Mädels rechnen viele mit Anne-Marie Flammersfeld, einer Deutschen, wohnhaft in St. Moritz, und der Italienerin Simona Morbelli.


Registrierung und Briefing


Am Ortseingang von Grainau entern bereits ein paar enthusiastische Spanier vom Mallorca Trail ein Begrüßungsschild der Veranstaltung. Sie sind schon aus dem Häuschen, bevor es überhaupt losgeht. Im Kurhaus Grainau können die Startunterlagen empfangen werden. In einem großzügigen Saal im 1. Stock ist jede Menge Platz und selbst bei der Menge an Anmeldungen gibt es hier keine längeren Anstehzeiten. Sehr gut gefallen mir auch die Infostände der einzelnen Distanzen, jede ist abgetrennt von der anderen und man kann nochmals jegliche Information, sei es über Startzeiten, Streckenprofil, Pflichtausrüstung oder was alles im Starterpacket enthalten sein sollte, nachlesen.

Etwa zweihundert Meter vom Kurhaus entfernt, neben dem Eisplatz, ist die Trailrunning-Expo zu finden. Auch sie hat sich seit den Anfangsjahren deutlich entwickelt. Am Dynafit-Stand kann sich jeder Trailer ein Headband aus der aktuellen Trail-Kollektion abholen, der Gutschein hierfür befindet sich im Starterpaket. Ein Alkoholfreies Erdinger dazu gibt es als Draufgabe. Wer seine Stöcke oder Stirnlampe vergessen hat, kann sich Ersatz am Stand von Fizan bzw. Silva ausleihen. Eine ganz besonders clevere Idee hat ein Garmischer Sporthaus, wie ich finde. In jedem Starterpaket befindet sich ein 20 Euro Gutschein für Artikel aus den hervorragend sortierten und eh schon reduzierten Angeboten. Hier wird wirklich nur beste Trailrunning-Ware angeboten. Den Einkauf lassen sich die wenigsten entgehen, habe ich so das Gefühl. Für mich gibt es da natürlich auch ein neues Paar Trailschlappen.

Der Musikpavillon ist proppenvoll. Hier findet vor dem Streckenbriefing auch die Pasta-Party statt. Für jeden Teilnehmer gibt es gratis ein Getränk, Salat und einen Teller Nudeln. Wer sich einen Stempel verpassen lässt, kann nachfassen so oft er will. Mir reicht bereits ein mehr als ausreichend gefüllter Teller. Die Grainauer Goaßlschnalzer peitschen ihre Lederbänder messerscharf über unsere Häupter.

Anschließend ist Race-Director Wolfgang Pohl mit dem Briefing und neuesten Nachrichten von der Strecke an der Reihe. Teilnehmer aus 46 Nationen werden morgen an den Start gehen, da muss man natürlich auch der Internationalität gerecht werden. Alles wird ins Englische übersetzt. Wichtigste News sind eine kleine Streckenänderung vor der Partnachklamm.

 
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Um 7:15 Uhr wird der Ultratrail gestartet, zeitgleich bringen uns Shuttle-Busse ins 40 km entfernte Leutasch in den Ortsteil Weidach zum Start des Supertrail zu unseren Nachbarn nach Tirol. Die Transporte sind hervorragend organisiert. Ist ein Bus voll, rückt der nächste nach, so geht alles vollkommen stressfrei über die Bühne. Auch das Wetter spielt mit, im Gegensatz zum Vortag werden sich die letzten Wolken verziehen und uns ist optimales Laufwetter vorhergesagt. Die Temperaturen bewegen sich am Morgen bereits über der 10-Grad-Marke.

Wärmebekleidung kann bis kurz vor dem Start abgegeben werden und wird zurück ins Kurhaus transportiert. Somit steht vor dem Start nur mehr eine Prüfung an und das ist die Kontrolle der Pflichtausrüstung. Stichprobenartig muss jeder vor dem Einlass in den Startkanal bestimmte, wichtige Ausrüstungsgegenstände, wie Regenjacke, Handy usw. vorzeigen. Mit „Highway to Hell“ werden wir um 9 Uhr losgeschickt.

 
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Informationen: Zugspitz Ultratrail
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