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Laufberichte

Wild und sexy

07.04.13

Normalerweise traben, galoppieren oder springen auf Gut Matheshof vorzugsweise rassige Vollblutpferde über diverse Parcours, an diesem Wochenende müssen sie den Platz mit uns Zweibeinern teilen. Über 350 Trailrunner gastieren auf dieser gewaltigen Anlage, die bei Rieden zwischen Nürnberg und Regensburg in Ostbayern liegt.

12.000 Besucher fasst die Ostbayernhalle, bis zu 3.600 gehen in die Festhalle Rieden daneben, die ist für uns reserviert. Der Größe der hier durchführbaren Veranstaltungen sind kaum Grenzen gesetzt. Neben fast wöchentlichen Reitturnieren finden noch regelmäßig Autotreffen, Konzerte und auch andere Laufveranstaltungen, wie der Extrem-Geländelauf „No Guts no Glory“ statt. Umgeben ist das ganze Areal von Wiesen, Feldern und vieeel Wald.  Der ist wie gemacht für uns Trailer, nicht künstlich erschaffen, sondern schon immer hier – wild und urwüchsig.

Vier unterschiedliche Trailrennen werden von Freitag bis Sonntag angeboten. Als Eröffnungsprolog dient am Freitag ein 3 km Nightsprint mit Stirnlampenpflicht. In 1-Minuten-Intervallen werden knapp 50 Trailer in den Abendstunden in‘s Gehölz gejagt. Nur mit Knicklichtern beleuchtet wird die Strecke so auch zu einem kleinen Orientierungstrail. Spaß macht es allen, verirren tut sich keiner.

Am Samstag sind die Team-Races an der Reihe. Beim DUO gehen Zweier-Teams gemeinsam auf eine zweimal zu durchlaufende 15 km-Runde. Beide müssen auch miteinander nach 30 km ins Ziel kommen, in einer maximalen Zeitdifferenz von 10 Sekunden.

Beim TRIO ist der Parcours drei Mal zu absolvieren. Hier geht aber der Startläufer als Solist die erste 15 km-Runde an, nimmt auf die zweite Runde den zweiten Läufer des Teams mit und der letzte Durchlauf wird zu dritt absolviert. Das komplette Team muss nach der dritten Runde gemeinsam im Ziel ankommen, ebenso innerhalb einer Zeitdifferenz von 10 Sekunden.

Am Sonntag kommen die Sprinter zum Zuge. Beim 12 km UNO gibt es nur eine Trailrunde.

Und wer hat das Ganze jetzt erfunden? Nicht die Schweizer!  Das Team um Trail-Magazin-Herausgeber Denis Wischniewski und Julia Böttger hatten die Idee der Wild Forest Trail Races. Denis hatte schon länger ein Rennen im Sinn, das ausschließlich querfeldein durch die Pampa führt. Für das Streckenlayout rund um Gut Matheshof ist Julia verantwortlich. Wir Trailer kennen sie ja besser als „Trailschnittchen“. Sie gehört zu den besten Ultratrail-Läuferinnen der Welt und ist zweifellos Deutschlands Beste im Gelände, bevorzugt auf Strecken mit dreistelligen Kilometerzahlen. So siegte sie u.a. beim Canadian Death Race (125 km/4.000 hm) und beim Zugspitz Ultratrail (100 km/5.400 hm), wo ich sie schon mal live erleben durfte, wie sie sich den Abhang hinunter stürzte. Das muss man aber nicht jeden so weiterempfehlen. Die berüchtigte Diagonale der Verrückten, den Grand Raid Reunion finishte sie im Oktober auf einem dritten Platz.

Unvergessen für mich: „Ihr Weg nach Chamonix“. Zu ihrer Teilnahme am UTMB 2010 konnte man auf Facebook mit täglichen Fotos und Statements mitverfolgen, wie sie die 814 Kilometer lange Anreise mit über 42.000 Höhenmetern nach Chamonix zu Fuß in insgesamt 21 Lauftagen bewältigte. Der UTMB stand dann leider unter keinem guten Stern, er wurde bereits nach wenigen Kilometern wegen Schlechtwetter abgebrochen. Als Ersatz dafür musste für Julia der „Tor des Geants“ (330 km/25.000 hm) wenige Tage später herhalten, wo sie den 2. Platz erreichte.

Denis ist ebenso ein Laufverrückter, fliegt schon mal auf die Schnelle in die Antarkis zum Yukon Arctic Ultra über 100 Meilen und ist natürlich auch bei vielen weiteren Ultratrails in der ganzen Welt unterwegs. Als Herausgeber des Trail-Magazins ist er für seine Leser immer auf der Suche nach den geilsten Trails. Veranstaltet wird das Rennen von SOG Events, die waren auf Gut Matheshof bereits zwei Mal für den „No Guts No Glory“ zuständig und kennen sich somit hier aus. Beste Voraussetzungen also für uns, eine ganz besondere Strecke und Veranstaltung präsentiert zu bekommen, so dass wir heute viel Spaß haben sollten. „Geh mas an!“

 
© marathon4you.de 5 Bilder

Als Veranstaltungszentrum und auch als aktiver Teil des Rennens dient die Festhalle Rieden. Messe, Startunterlagenabholung und Start, Wechsel und Zieleinlauf finden im Gebäude statt. Eine kluge Entscheidung angesichts der „frühlingshaften“ 3 Grad Plus draußen vor den Toren. So braucht sich heute keiner den Arsch abzufrieren vor dem Start oder beim Warten auf seinen Teamkollegen. Zudem wird uns indoor noch Einiges geboten. Das reicht von den neuesten Trail-Bekleidungs- und Schuh-Trends bis zur Möglichkeit, diverse Schuhtypen auch gleich auszuleihen und damit eine kleine Testrunde, auch außerhalb im Gelände zu drehen. Mario präsentiert seine TRAIL-MANIAK-Serie, während seine Schäfchen in Mallorca auf den Sonnenpfaden flanieren.

Mit Jan und Greppi bilden wir heute Team TRAILRUNNING.DE und gehen für das Portal an den Start, wenn auch nicht in der richtigen Farbe. Hoffentlich können wir unserem Namen wenigstens etwa  Ehre machen. Bunt aufgebrezelt und trendig ausgestattet sehen unsere Kontrahenten doch gefährlich und vor allem deutlich jugendlicher als Jan und ich aus, das gibt uns schon etwas zu denken. Da sind schon einige Kaliber, zumindest rein optisch und körperlich dabei, die uns Respekt einflößen. Mit teilweise martialischen Namen wie Wolff’s Rudel, Runtime Terror, Wolfsman Run&Rock, Iron Mind oder gar Oesis.

Wir werden dennoch alles geben, obwohl hier bereits unsere persönliche Zielvorgabe auf ein „nur nicht Letzter werden“ gesunken ist. Angesichts von nur 21 Teams beim TRIO bestimmt nicht ganz so einfach. Darunter auch ein Team Salomon, oder gar Matthias Dippacher mit seinem Team Allgäu, der auf den Ultratrails zum Besten zählt, was Deutschland zu bieten hat. Auch wenn er angesichts seiner spärlichen und legeren Bekleidung heute eher als Sommerfrischler durchgehen könnte. Julia ist auch im Einsatz und unterstützt das Trio der Trail-Ladies an dritter Position. Natürlich lässt es sich auch Denis nicht nehmen, persönlich über die Piste zu jagen.

 
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Informationen: Wild Forest
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