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Laufberichte

Laufgenuss und Sonne pur an der Elbe

27.04.08

Aus Zwei mach Sechs 

Im April 2007 nahm ich mit Dieter Roth am Zürich Marathon teil. Dabei schwärmte Dieter von seiner Teilnahme am Oberelbe Marathon 2006. So fiel der Beschluss, 2008 gemeinsam nach Dresden zu fahren und von Königsstein entlang der Elbe nach Dresden zu laufen. In kurzer Zeit schlossen sich einer nach dem anderen vier weitere Lauffreunde unseres privaten Lauftreffs an. Per Mail wurde aus einem Doppel- erst ein Dreierzimmer, dann ein Vierer …

Fünf von uns - Dieter, Frank, Jens, Klaus, Peter - fuhren mit dem Nachtzug am Donnerstagabend von Köln nach Dresden, Georg wollte am Freitagabend folgen. Wir wollten den Marathon mit einer Erkundungstour durch Dresden verbinden und etwas von der Stadt sehen und erleben. 

Nach unserer Ankunft am Freitagmorgen gegen 7 Uhr waren wir zwar etwas unausgeschlafen, was der guten Stimmung jedoch keinen Abbruch tat. Wir machten uns erst einmal zu einem Frühstück auf und tranken einen Kaffee zur Aufmunterung. Dann brachten wir im Regen unser Gepäck in unsere Unterkunft. Wir hatten ca. 500m vom Bahnhof Neustadt entfernt ein preiswertes Hostel für 15,00 € gebucht. Dann ging es an die Erkundung der Stadt.

Stadterkundung

In Dresden stand für mich diesmal nicht die sportliche Leistung im Vordergrund. Krankheit und Verletzung ließen einen Angriff auf die Bestzeit nicht zu. Also hatte ich mir vorgenommen, den Marathon als Spaß zu sehen und den Aufenthalt in Dresden zu genießen. Ich hatte vor ohne Zeitdruck gemeinsam mit Dieter und Jens zu laufen. 

 
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Derart „motiviert“ ging ich meinen ersten Aufenthalt in Dresden an. Die Stadt hat viel zu bieten und wir konnten nur einen Bruchteil der Sehenswürdigkeiten auf unserer Tour sehen. Leider lag das weltberühmte Stadtzentrum im Regen. Wir gingen dennoch zu Fuß von der Neustadt über die Augustusbrücke zur Altstadt mit Schloss, Schlosskirche, Zwinger, Frauenkirche, Augustinum, Brühlsche Terrassen, Semperoper u.v.a.m. Besonders angetan hatte es uns die im Zweiten Weltkrieg zerstörte und erst nach der Wende wieder aufgebaute Frauenkirche. Leider gab es die Zeit nicht her auch das weltberühmte Grüne Gewölbe zu besuchen.

Bratwurst-Sachse Lothar

An einer Würstchenbude zwischen Grünem Gewölbe und Frauenkirche kamen wir mit Bratwurst-Sachse Lothar ins Gespräch. Wir erörterten u. a. die West-Ost-Gegensätze der Sperlingspopulation und wurden Zeuge einer interessanten Diskussion über den geplanten Bau der Waldschlösschenbrücke, welche offensichtlich die Dresdner in zwei Lager spaltet. Das Gespräch mit Lothar und seine ausgezeichnete Bratwurst war einer der Höhepunkte des Freitags.

 
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In einem Irish-Pub ruhten wir uns vom Stadtrundgang aus und genossen irisches Bier. Dieter war vom Whisky-Angebot im Pub sehr angetan, hielt sich angesichts der Tageszeit jedoch zurück.

Beim Besuch des Zwingers wurde Frank heimtückisch von einem Sperling attackiert und musste daraufhin seine Jacke reinigen. Vielleicht hatte er in der Diskussion um die Sperlingspopulation die falsche Meinung vertreten.

Marathonmesse

Zum Abschluss unseres Stadtbummels steuerten wir das Dresdner World Trade Center an. Dort gab es ab 15 Uhr die Startunterlagen und man konnte über die Marathonmesse schlendern. 

Am Samstag gab es am Nachmittag ein Symposium mit hochkarätigen Vorträgen. U .a. referierten Extrem-Sportler Stefan Schlett und die 14-malige Deutsche Meisterin im Marathon und Ultralauf Birgit Lennartz. Bei nahmen am Sonntag auch am Marathon teil.

Am Abend erreichte uns per Handy eine Nachricht von Georg. Er konnte leider nicht kommen. So wurden aus Sechs wieder Fünf. Die Fünf gingen zu einem Abendbummel in die Neustadt und besuchten das bekannte Kneipenviertel. Eine optimale Marathon-Vorbereitung war unser dortiger Besuch sicher nicht.

Ausflug in die Sächsische Schweiz

Am Samstag fuhren wir bei sonnigem Wetter mit der Bahn in die Sächsische Schweiz und konnten dabei einen Teil der Strecke entlang der Elbe in Augenschein nehmen. Wir verließen die Bahn kurz vor Königstein in Rathen und querten die Elbe mit einer Fähre um über den berühmten Malerweg die Bastei zu erklimmen. Über 700 Stufen mussten bis zu dem bekannten Aussichtspunkt über das Elbtal und das Elbsandsteingebirges bewältigt werden. Der Ausblick entschädigte aber für alle Mühen. Wie schon der berühmte Maler Caspar David Friedrich im 18. Jahrhundert bewunderten wir das Schluchtenlabyrinth des vor Millionen von Jahren in der Kreidezeit entstandenen Gebirges. 

 
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Immer wieder taten sich neue Ausblicke auf das Elbtal und neue Felsformationen auf. Kurz unterhalb der Bastei gingen wir über die beeindruckende Basteibrücke, die wir am Tag darauf beim Marathon gut vom Elbtal aus sehen konnten. An den Hängen der Felsen konnten wir mehrere Bergsteiger in Aktion beobachten. Das Elbsandsteingebirge ist weltbekannt für seine Klettertouren. Gegen Mittag ließ ein Rettungshubschrauber Unheil ahnen. Am Großen Lorenzstein hatte sich kurz dem Erreichen des Gipfelpunktes ein Bergsteiger aus dem Seil entbunden, war ausgerutscht und zu Tode gestürzt.

Sehenswerter Kurs

Die Marathonstrecke ist wirklich besonders schön und interessant. Entlang vieler Sehenswürdigkeiten geht es inmitten des reizvollen Elbtales von Königstein in die Dresdner Altstadt. Der Start erfolgt zu Füßen der Festung Königstein im Herzen der Sächsischen Schweiz. Auf dem Elbradweg laufend können die Läufer bis KM 15 die faszinierenden Felslandschaften des Elbsandsteingebirges bewundern. 

Bei Pirna, dem Tor in die Sächsische Schweiz, wird die Halbmarathonmarke erreicht. Eine Schleife führt die Läufer durch das historische Stadtzentrum, dann geht es weiter auf dem Elberadweg in Richtung Dresden. Weitere Highlights an der Strecke im Elbtal sind Schloss Pillnitz und Dresdens weltbekannte Hängebrücke Blaues Wunder. Seit 2004 gehört dieser Teil des Elbtales zum Weltkulturerbe. Der Bau der Waldschlösschenbrücke gefährdet jedoch aktuell den Weltkulturerbestatus. 

Die Strecke führt durch die Elbwiesen und passiert die Albrechtsschlösser. Ein absoluter Höhepunkt der an Sehenswürdigkeiten und Schönheiten gewiss nicht armen Strecke ist für alle Läufer das unmittelbare Vorbeilaufen am historischen Stadtzentrum Dresdens mit Frauenkirche, Hofkirche, Schloss und Semperoper. 

Das Ziel ist nahe dem Stadtzentrum im Heinz-Steyer-Stadion gegenüber dem markanten Bau einer ehemaligen Zigarrenfabrik. 

Die Strecke ist insgesamt leicht abfallend und weist nur wenige kleine Steigungen auf. Im oberen Teil verlässt der Elberadweg wenige Male die Elbe und es sind wenige Höhenmeter zu bewältigen. Der Kurs ist verkehrsfrei und der Elberadweg ist am Lauftag für den öffentlichen Verkehr gesperrt.

Start des Halbmarathons ist in Pirna. Die Strecke des Halben ist nahezu identisch mit der Marathonstrecke ab Pirna.

Teilnehmerrekord

Der Oberelbe-Marathon gehört zu den wenigen Marathonläufen in Deutschland mit weiterhin steigender Tendenz. Nicht umsonst wurde er bei der alljährlichen Umfrage von den Lesern von marathon4you zur Nr. 4 in den Neuen Bundesländern gewählt. Eine Auszeichnung, die der Lauf wahrlich verdient hat.

Der Teilnahmerekord von 2007 wurde bei der diesjährigen Veranstaltung erneut überboten. Für den Lauf 2008 hatten sich bis zum Online-Anmeldeschluss am 16. April 2008 bereits 14% mehr Teilnehmer angemeldet als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. Mit den Nachmeldungen konnten die Veranstalter insgesamt mehr als 4.000 Teilnehmer verzeichnen und sich über einen erneuten Rekordzuspruch freuen. 

Wettergott bei guter Laune

Das Wetter meinte es gut mit den Läufern. Am Sonntag strahlte die Sonne vom wolkenlosen Himmel. Wind war kaum vorhanden. Wir fuhren mit einem der extra für die Läufer eingesetzten Sonderzüge die Elbe aufwärts. In Königstein hatten wir nur wenige Meter zum Startbereich mit Blick auf die Festung zu gehen. Wir gaben unsere Kleiderbeutel an den bereitstehenden LKW’s ab und warteten in der Sonne auf den Startschuss. Dabei tranken wir Tee, der vom Veranstalter im Startbereich bereitgestellt wurde. 

Auf dem Fluss wartete ein Dampfschiff auf den Start. Auf dem Schiff konnten Freunde und Bekannte die Läufer auf ihrem Weg nach Dresden begleiten. Ein gut angenommenes Angebot der Veranstalter.

Startschuss mit Dampfersirene

Pünktlich um 09.20 Uhr fiel der Startschuss für die Marathonis. Stimmungsvoll feuerten Schützen Salven und der wartende Dampfer ließ seine Sirene laut hören.

 
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Wir waren nur noch zu Dritt am Start. Dieter, Jens und ich nahmen den Marathon in Angriff. Peter und Frank hatten sich für die Teilnahme am Halben entschieden.

Die Laufstrecke ist recht schmal. Sollte der Oberelbe Marathon sich weiterhin wachsender Beliebtheit erfreuen wäre ein Start in Blöcken sinnvoll. Es herrschte leichtes Gedränge ob der Enge. Das Starterfeld war lang auseinander gezogen und zunächst war die Spitze weit vor dem Feld noch gut zu sehen. 

So schön das Laufen in der Sonne auch war, optimal Bedingungen für schnelle Zeiten waren die Temperaturen von deutlich über 200 Grad leider nicht. Für eine Jagd nach Bestzeiten war es zu heiß. Die Strecke bietet ansonsten gute Bedingungen für einen schnellen Lauf und ist absolut bestzeitenfähig.

Stimmungsnest Pirna

Nach ca. 6 KM kamen wir durch Rathen und konnten auf dem gegenüber liegenden Ufer noch einmal die Felsformationen der Bastei und die Basteibrücke sehen. Nach Rathen ging es ein Stück durch Wald wo es herrlich kühl und schattig war. Danach hatte uns die Sonne wieder und ließ uns nicht mehr los. Im Wald lud uns ein freundlicher Lokführer mit eindeutigen Hand- und Armbewegungen dazu ein, auf den Güterwaggons aufzuspringen und mitzufahren. Wir lehnten dankend ab. Ein netter Scherz.

Wir genossen das Laufen entlang der Elbe. Die Strecke war sehr abwechslungsreich. Ständig boten sich uns neue Eindrücke. Kurz vor Pirna weitete sich das Tal und wir verließen das Elbsandsteingebirge. 

In Pirna liefen wir eine Runde durch die Altstadt. Dabei war auch ein kurzes Stück mit „Gegenverkehr“ zu laufen. Pirna war ein richtiges Stimmungsnest. Cheerleader und eine Musikkapelle feuerten die Läufer an. Wir feuerten die Zuschauer an und machten unsere Späße. Es war purer Laufspass. Die Zeit war uns völlig egal. 

An der Strecke gab es abgesehen von einigen Stellen wie Pirna oder am Blauen Wunder nur wenige Zuschauer. Die Zuschauer die an der Strecke waren gaben jedoch ihr Bestes. Der Oberelbe Marathon ist halt ein Landschaftslauf, wo man anders als bei einem Citymarathon nicht mit Hunderttausenden von Zuschauern rechnen kann.

Dafür kann man abwechslungsreiche Landschaft und den Fluss mit seinen vielen Raddampfern genießen.

Sehenswürdigkeiten ohne Ende

Nach Pirna sahen wir am Ufer gegenüber Schloss Pillnitz, Sommerresidenz von August dem Starken. Es folgte das Blaue Wunder, die Albrechtsschlösser und die Baustelle der umstrittenen Waldschlösschenbrücke. Als ich ein Foto der Baustelle machte rief mir eine Läuferin den Satz zu: „Diese Brücke braucht die Stadt so dringend wie einer das siebte Hemd!“.

 
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Die Sonne hatte zwischenzeitlich auch Jens und mir zugesetzt. Dieter hatte sich nach Pirna von uns abgesetzt und das Ziel in 3.59 h noch unter vier Stunden erreicht. Wir waren trotz aller Schönheiten des Laufes doch froh als das weltberühmte Ensemble der Dresdner Altstadt am Horizont sichtbar wurde. Immer am Elbufer entlang ging es unter den Brücken hindurch vorbei an den Brühlschen Terrassen, Augustinum, Schloss, Schlosskirche, Zwinger, Semperoper. Eine wirklich beeindruckende Laufkulisse!

Nach er Augustusbrücke und Semperoper liefen wir noch vorbei am sächsischen Landtag und genossen den stimmungsvollen Einlauf ins Heinz-Steyer-Stadion. Dieter, Frank und Peter erwarteten uns bereits uns begrüßten uns lautstark von der Tribüne des Stadions. Jens und ich liefen nebeneinander über die Ziellinie und freuten uns über einen gelungenen Lauf.

Flüssigkeitsausgleich

Im Ziel gab eine sehr schöne Medaille und wir widmeten uns der Verpflegung. Insbesondere hatten wir einen enormen Flüssigkeitsbedarf zu decken. Im Stadion gab es verschiedene Getränke. Wir entschieden uns für die bekannte alkoholfreie Variante eines Weizenbieres aus dem Freistaat Bayern. Jeder Läufer konnte sich kostenfrei eine Portion Nudeln holen. Für Kinder war eine Hüpfburg aufgebaut. So kam jeder zu seinem Spaß.

 

 
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Die Gepäckausgabe und die Duschen im Eisstadion waren ca. 500 m vom Stadion entfernt. 

Der Oberelbe Marathon hat zu Recht einen guten Ruf. Die Organisation ist gut, die Helfer sind freundlich und engagiert. Als kleine Kritikpunkte sind zu nennen, dass es am den letzten Verpflegungsständen für uns keine Cola mehr gab und die Verpflegungsstellen durch Wasserstellen ergänzt werden sollten. Gerade bei einem solchen Sonnenwetter wären diese sehr hilfreich gewesen. Nachdenken kann man auch über einen Start in Blöcken um die Läuferschar zu entzerren.
Am Abend nach dem Lauf gingen wir ein tschechisches Restaurant und führten unseren Körpern verlorene Energie in Form gut beladener Teller zu. Daneben setzten wir den Flüssigkeitsausgleich mit schmackhaften Getränken fort.

Fazit

Gelungene Veranstaltung die uneingeschränkt zu empfehlen ist. Dresden und der Oberelbe Marathon sind eine Reise wert!

Für unsere Buschbeller/Königsdofer/Widdersdorfer-Läufergemeinschaft heißt es nun bei unseren Lauftreffs im Königsdorfer Wald weiter an der Form für den nächsten Start Ende Juli 2008 beim Swiss Alpine in Davos zu feilen. Freitags und sonntags geht es weiter mit spezifischem Berg/Hügeltraining bzw. langen ruhigen Dauerläufen. 

Wie sagte doch Jens so aufmunternd zu mir beim Passieren der 40-KM-Marke: „Jetzt sind es für Dich in Davos beim K 78 nur noch weitere 38 KM“.

Die Marathon-Sieger:
Frauen

Birgit Kretzschmar, TSV Dresden  3.06,35 h

Männer

Jaroslav Janicki, Polen  2.25,36 h

 

Informationen: VVO Oberelbe-Marathon
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