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Laufberichte

Das Hochwasser gab den Elberadweg frei

30.04.06

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen


Zum neunten Mal trafen sich am 30. April über 1.000 Marathonis unterhalb der Festung Königstein, um auf dem Elberadweg nach Dresden zu laufen. Die Festung Königstein ist Europas größte Bergfestung und liegt inmitten des Elbsandsteingebirges auf einem Tafelberg oberhalb des Ortes Königstein an der Elbe im Landkreis Sächsische Schweiz (Sachsen). Das 9,5 Hektar große Felsplateau erhebt sich 240 Meter über der Elbe und zeugt mit 30 teilweise 400 Jahre alten Bauten vom militärischen und zivilen Leben auf der Festung. Die Mauer der Festung ist 2200 Meter lang und hat bis zu 40 Meter hohe Sandstein-Steilwände. Im Innenhof befindet sich der mit 152,5 Meter tiefste Brunnen Sachsens.


Aber erst die Arbeit und dann das Vergnügen – bevor ich beim Oberelbemarathon starten durfte, musste ich mich erst einmal einer anderen Herausforderung stellen – es waren die 20. Deutschen 100 km Meisterschaften, die am Samstag, den 29. April in Hanau Rodenbach stattfanden. Ich fuhr bereits am Freitag nach Dresden, aber nur, um mein Auto bei Freunden abzustellen und anschließend nach Frankfurt/Main zu fahren. Dort angekommen, fuhr ich zum Veranstaltungsgelände der Deutschen Meisterschaften und übernachtete mit weiteren 50 Teilnehmern in der Turnhalle.


Der Start erfolgte 7.00 Uhr und war meine erste Teilnahme bei einer Deutschen Meisterschaft – aus diesem Grund war ich sehr aufgeregt und erfreut zugleich, denn für mich folgte nun ein Höhepunkt, auf den ich mich seit langer Zeit sehr gründlich vorbereitet hatte. Die 100 Kilometer waren ein 10 Kilometer Rundkurs, der auf einer asphaltierten Straße in einem Waldgebiet ohne nennenswerte Höhenunterschiede in Hanau-Rodenbach stattfand. Der Start erfolgte zwar bei klarem Himmel und Temperaturen um 10 °C, hielt aber nicht lange an, sodass Regen- und Hagelschauer zwar für Abwechslung sorgten, aber nicht für super gute Bedingungen – kein Problem für Michael Sommer, der die 20. Deutschen 100 Kilometer Meisterschaften in 6:57:19 h gewann und wie im Vorjahr Deutscher Meister wurde. Da ich knapp zwei Stunden nach Michael Sommer finishte, überrundete er mich zweimal auf der Strecke und es war immer sehr beeindruckend mit anzusehen, mit welcher Geschwindigkeit er diese enorme Distanz lief.


Als ich im Ziel ankam war ich super glücklich, dass ich meine Zeitvorstellungen von unter neun Stunden in die Realität umsetzen konnte – zwar merkte ich im Ziel den Lauf in meinen Beinen, hatte aber keine Verletzungen, sodass ich planmäßig am Abend nach Dresden fuhr, um am Sonntag beim Oberelbemarathon zu starten. Der Ein-Tag-danach-Marathon sollte aber nur als Training dienen und um Erfahrungswerte für einen 24 Stunden-Lauf oder einen Mehrtageslauf zu sammeln, aber nicht als ernst gemeinter Wettkampf. 


Die S-Bahnen des Verkehrsbundes Oberelbe GmbH beförderten die Läufer wie in den Vorjahren, von der sächsischen Hauptstadt zum Marathonstart in die Stadt Königstein. Da der Start 9.30 Uhr erfolgen sollte, reichte es, wenn man die S-Bahn nahm, die Punkt 8.00 Uhr vom Dresdner Hauptbahnhof losfuhr. Die Fahrt dauerte ca. 45 Minuten und ermöglichte uns, die Strecke in aller Ruhe aus dem Zug zu beobachten. In Königstein angekommen, bereitete ich mich auf den Start vor, gab meinen Kleiderbeutel beim Gepäcktransport ab und plauderte mit vielen Bekannten.

 

 
Antje, vor ihrem ersten Marathon, mit den Cracks Karlheinz und Alex
© marathon4you.de 2 Bilder

Der Start erfolgte dann etwas verspätet bei bewölktem Himmel und Temperaturen unter 10 °C. Gleich bei meinen ersten Schritten merkte ich, was ich gestern getrieben hatte und musste meine Zähne etwas zusammenbeißen bis sich meine Muskulatur erwärmte. Der menschliche Körper ist schon faszinierend – ich musste zwar sehr moderat laufen, aber nach zwei bis drei Kilometern kam ich immer besser ins Rennen, sodass ich meinen Lauf am Vortag kaum noch spürte und die Landschaft der Sächsischen Schweiz sehr genoss.


Als wir nach fünf Kilometern die Gleise der S-Bahn überquerten, mussten wir erst einmal eine unfreiwillige Zwangspause einlegen, da uns die Schranken eine Überquerung verwehrten. Ich nahm es gelassen, obwohl ich fast fünf Minuten stand – andere Läufer hingegen warteten ungeduldig bis sich die Schranken öffneten. Nachdem die Züge durch waren, konnten wir die Gleise überqueren und weiterlaufen. In Bad Schandau drohte aber die nächste unfreiwillige Wartezeit, da wir dort die Gleise erneut überqueren sollten – dort angekommen, hatten wir aber Glück und liefen ohne Wartezeit über die Schienen.

 

 
Unfreiwillige Laufpause
© marathon4you.de 3 Bilder

Im letzten Jahr kam genau zu dieser Zeit ein Zug, als ich in Bad Schandau ankam. Andernfalls hat man hier aber noch die Möglichkeit, im Bahnhof die Schienen zu unterqueren.


Nachdem wir in Rathen angekommen waren, liefen wir neben der Bastei entlang.  Die Bastei ist eine Felsformation auf dem rechten Ufer der Elbe zwischen dem Kurort Rathen und der Stadt Wehlen. Sie zählt zu den meistbesuchten Touristenattraktionen der Sächsischen Schweiz. Von der Bastei fällt das schmale Felsriff über 194 m steil zur Elbe ab. Sie bietet eine weite Aussicht ins Elbtal und über das Elbsandsteingebirge. Auf der Hochfläche hinter der Bastei befinden sich ein Hotel mit Restaurant und die Basteibrücke, die einen Zugang von Rathen auf das Plato ermöglicht.


Nach 17 Kilometern passierten wir die Stadt Pirna und verließen die Elbe, um eine kurze „Stadtbesichtigung“ zu unternehmen. Besichtigung aus dem Grund, da wir in Pirna kreuz und quer geleitet wurden, sodass wir leicht die Orientierung verloren hätten, wenn nicht an jede Ecke Helfer gestanden hätten, die uns den Weg wiesen. Vorbei am Marktplatz, wo uns Chearleader und Zuschauer anfeuerten, verließen wir nach ca. zwei Kilometern die Stadt Pirna, um weiter entlang der Elbe nach Dresden zu laufen.

 

 
Bastei mit Hotel und Brücke
© marathon4you.de 2 Bilder

Nachdem wir das Blaue Wunder passierten - eine Stahlbrücke, die ihren Namen aufgrund ihres blauen Farbanstriches verliehen bekam – hatten wir nur noch sieben Kilometer bis zum Ziel. Am Himmel verschwanden im Laufe des Tages die Wolken und gewährten der Sonne ein Durchkommen, was die Landschaft noch schöner als zuvor erschienen ließ. Gerade, als wir die Vororte von Dresden und deren Weinberge auf der Elbgegenseite passierten, wurde mir wieder bewusst, welch eine schöne Stadt Dresden ist.

 

 
Endlich in Dresden ...
© marathon4you.de 2 Bilder

Die letzten Kilometer erinnerten sehr an den Dresdener Stadtmarathon, der immer Ende Oktober stattfindet. Nach fünf Stunden und fünf Minuten war es vollbracht und ich bin meinen zweiten Ein-Tag-danach-Marathon nach einem 100 Kilometer-Lauf gefinisht. Im Nachhinein war auch der Marathon eine große Herausforderung, da der Körper noch gewaltig vom Vortag geschwächt war und man durch das wesentlich langsamere Tempo denkt, dass man nicht vorankommt.  


Fazit: Dresden ist immer eine Reise wert! Im Herbst lässt sich dies mit dem Dresdener Stadtmarathon kombinieren und im Frühjahr mit dem Landschaftsmarathon von Königstein nach Dresden. Der Lauf ist landschaftlich sehr attraktiv, besitzt durch Pirna und die letzten Kilometer durch Dresden noch Stadtakzente und ist zudem noch flach.


Marathon-Sieger:

 

Männer:

Tomasz Wilczynski  2:25:09
Jaroslaw Janicki  2:25:56
Martin Kufel   2:27:54

 

Frauen:

Ewa Fliegert   2:57:10
Marlen Günther  3:06:06
Birgit Kretzschmar  3:07:18

 

Teilnehmer:

Marathon: 1.006
Halbmarathon: 384
Teilnehmer aller Wettbewerbe:  ca. 5.500

 

Streckenbeschreibung:

Punkt zu Punktkurs; geringfügig wellig sonst flach und durchgehend Asphalt 

 

Gratifikation:

Urkunde und Ergebnisheft werden zugeschickt, Medaille

 

Drumherum:

Anfahrt nach Königstein wird per S-Bahn empfohlen kostet zusätzlich 5 € und dauert 45 Minuten, Angehörige haben die Möglichkeit die Läufer per Ausflugsdampfer auf der Elbe zu begleiten, Elektronische Zeitmessung – kein Pfand für den Transponder und für die Bearbeitung; Duschen und Umkleidemöglichkeiten in der Nähe des Zielbereiches; Parkmöglichkeiten ausreichend vorhanden

 

Verpflegung:

4 - 5 Kilometer: Tee, Wasser, Iso, Äpfel, Bananen und Riegel – am Ende Red Bull und Cola

 

Informationen: VVO Oberelbe-Marathon
Veranstalter-WebsiteE-MailErgebnislisteFotodienst HotelangeboteOnlinewetterGoogle/Routenplaner

 

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