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Laufberichte

Vulkanuman

 

Vulkan-Marathon: Das klingt explosiv, heraus- und überfordernd, eine Leistung im Grenzbereich. Um es vorwegzunehmen: Das ist der Vulkan-Marathon und Halbmarathon in Mendig nahe Koblenz nicht. Er zeigt eine andere Qualität mit einer sehr schönen, abwechslungsreichen Laufstrecke durch eine interessante Landschaft. Und da er mit einem kräftigen Höhenprofil zwar fordert, aber nicht überfordert, ist er ein idealer Einstieg in den Landschaftslauf. Humane Steigungen und Gefälle in der Vulkaneifel: Daraus wurde bei mir bei Kilometer 16 das Wortspiel vulkan-human – oder „vulkanuman“.

Eigentlich ist „Lohner’s Halbmarathon“ – Lohner ist eine große, regionale Bäckereikette – ja nur ein Halber: 2014 finishten immerhin 279 Halbmarathonis, die nur knapp von den 351 Zehn-Kilometer-Läufern auf teilweise der selben Strecke übertroffen wurden; dazu gab es einen Fünf-Kilometer Lauf mit 235 Finishern und Wettbewerbe für Kinder und Walker. 2015 gibt es dann aber etwas Überraschendes: Dem Wunsch zahlreicher Läufer folgend, wurde erstmalig auch ein Marathon ausgeschrieben.

Was ist das – ein „Gegentrend“? Die Marathonveranstaltungen in ganz Deutschland und darüber hinaus leiden darunter, dass immer weniger Marathoni vom immer größer werdenden Heer der Halbmarathoni „die Schau gestohlen wird“. Ein gutes Beispiel ist das nicht weit entfernte Bonn: Lagen dort die Voll- und Halbmarathoni-Zahlen 2005, vor zehn Jahren,  mit rund 2.500 Finishern noch gleichauf, explodierten bis heute die Zahlen im Halbmarathon auf gut 6.000; die Zahl der Marathoni sank hingegen auf 900, sodass Staffeln das fast schon zu kleine Teilnehmerfeld für einen City-Marathon auffüllen müssen. Hier in der ländlichen Vulkaneifel gibt es nun aber einen neuen Marathon zum schon jetzt großen Angebot mit immerhin auf Anhieb 66 Finishern, elf Frauen und 55 Männern. Wie das?

Wichtigster Grund dürfte die Laufstrecke des Vulkan-Marathons sein: Sie ist auch als Zweirundenkurs mit einer kurzen, zusätzlichen Wendestrecke sehr abwechslungsreich, weil es durch offene Landschaftsbereiche mit tollen Aussichten, aber auch durch ungemein reizvolle Wälder geht. Rund die Hälfte der Strecke – ohne das genau nachgehalten zu haben – verläuft auf Asphalt, die andere Hälfte auf sehr naturnahen, kaum einmal steinigen, aber auch nicht nassen Wirtschaftswegen, die teilweise so gut im Wald „eingewachsen“ sind, dass sie abschnittweise fast schon Trailcharakter haben. Alle Steigungen sind problemlos zu erlaufen und die Gefällstrecken überwiegend so harmlos, dass sie nie „auf die Knochen gehen“. Einen solchen Halbmarathon-Kurs, der selbst auch wieder aus zwei ineinander verschachtelten Runden besteht – Teile der Kilometer 1 bis 3 und 18 bis 20 sind identisch –, kann man auch zweimal hintereinander laufen, ohne dass es langweilig oder demotivierend wird.

 
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Die Streckentypisierung passt auch für einen anderen, ebenfalls beliebten Marathon, den ich vor kurzem gelaufen bin, wenn auch in einer ganz anderen Landschaft: Auf den Thermen-Marathon in Bad Füssing. Vielleicht ein gutes Rezept für eine Marathonstrecke? Wobei der Vulkan-Marathon noch einen weiteren Vorteil für Veranstalter wie Läufer hat: Die gesamte Strecke quert nicht einmal eine vielbefahrene Straße. Zwar läuft man einmal für zwei Kilometer längs der gut ausgebauten B 262, aber die erkennt man fast nur an einer langen Leitplanke zur Rechten der Strecke, weil man erst deutlich ober-, dann unterhalb der Straße läuft.

Interessant ist vielleicht noch ein Blick auf die Altersstruktur der Marathon-Finisher: Die 40- bis 54-jährigen Läuferinnen und Läufer dominieren, nur ein Läufer – der zudem nur gewandert zu sein scheint – war unter 30. Die Zeiten der drei besten Männer – 2:55, 3:09 und 3:18 – und der drei besten Frauen – 3:39 und zweimal 4:01 – zeigen, dass es beim Vulkan-Marathon nicht primär um schnelle Zeiten, sondern um Landschaftserleben und –genießen geht. Und um die Eroberung von immerhin gut 800 Höhenmetern.

Kurios ist, wie ich (nach einer Teilnahme am Halbmarathon 2013) diesmal „auf die Strecke komme“, denn am 1. Mai-Wochenende gibt es an meinem Zweitwohnsitz am Niederrhein eine Fülle konkurrierender Laufwettbewerbe. Ausgerechnet meine junge Bonner Lauffreundin Camille (17), der zwölf Tage zuvor der Halbmarathon in Bonn „irgendwie so kurz“ vorkam, hat jetzt nach der schönen City-Lauf-Atmosphäre in der Bundesstadt Lust auf einen Landschaftslauf – und überzeugt mich, dieses Wochenende doch einmal in Bonn zu verbringen (auch mit dem Auftakt zu „Rhein in Flammen“). Warum also nicht noch einmal in die Vulkaneifel zum dortigen Marathon fahren, auch wenn bei mir trainings- und wettkampfmäßig derzeit nur ein Halbmarathon passt?

Ganz überrascht registriere ich, dass Camille, die im vergangenen Jahr zwar fleißig, aber kaum tempoorientiert trainiert hat, dieses Mal sogar ein wenig der Ehrgeiz gepackt hat: „In meiner Altersklasse ist noch jemand gemeldet, da würde ich gern gewinnen.“ Zumal es für die Altersklassenbesten mit Ein-Jahres-Brötchen-Abos der sponsernden Bäckerei, die Filialen auch in Bonn unterhält, einen sehr hübschen Anlass zum Gewinnen gibt. So „spioniere“ ich ein wenig, wie gut die Chancen für Camille stehen: Ihre „Konkurrentin“ ist eine Handballspielerin, und „die ist entweder superfit, so dass Du eh keine Chance hast, oder sie läuft einfach nur so mit“.

Übrigens kenne ich Camille von einem benachbarten Gymnasium in Bonn, an der es vor anderthalb Jahren eine nicht aktive „AG Marathon“ für die Staffelmarathone in Bonn und Köln gab; tatsächlich kamen dann bis zu sechs junge Leute zum Training. Und so bin ich sozusagen Laufpartner, vielleicht besser „Laufmentor“ einer jungen 17-jährigen Frau – eine schöne Herausforderung, auch wenn man fast 40 Jahre älter ist. Wobei wir beim Lauftempo zumeist sehr gut harmonieren.

Der 1. Mai bringt im nördlichen Rheinland-Pfalz wolken- und hochnebelverhangenes Wetter, Sonnenschein leider erst am Nachmittag, als alle Läufe schon vorbei sind. Und kühl ist es. Im Startbereich in Obermendig mit großer Sporthalle und Sportplatz ist aber schon allerhand los und wir sind fast schon zu spät dran, denn jeder Starter bekommt ein großes Brot der Bäckerei, das man aber besser vor dem Lauf abholen soll. Auf dem Sportplatz, auf dem schon die ersten Jugendläufe stattfinden, kann man sich immerhin auch warm laufen. Und das sollte man auch, nicht nur wegen der frischen Temperaturen von höchstens 5 Grad, wie sich kurz darauf zeigen wird.

Vorab aber geht es bei der Startaufstellung zum Halbmarathon wie bei jedem Landschaftslauf zu: kein hektisches Gedränge, ein paar lockere Gespräche und Gelegenheit für ein Foto. Und dann plötzlich, im hinteren Feld kaum bemerkt, der Start, etwas Stocken noch – immerhin werden aber Brutto- und Nettozeit gemessen – und ein etwas enger Startkanal, ehe es auf eine Dreiviertel-Sportplatzrunde geht. Über Rasen wird der Platz verlassen, eine kurze Steigung, nur wenige Meter Straße, und dann geht es links über den Thürer Weg hinab ins Tal des Segbachs – etwa einen Kilometer zügig nur bergab. Gut, wenn man schon warm ist! Prächtig ist der Blick auf die Rapsfelder, die gerade zu Blühen anfangen. Erste schöne Landschaftseindrücke, auch wenn leider die Sonne fehlt.

 
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Dann, bei einer ersten minimalen Steigung und nach einem weiteren guten Kilometer bei der S-Kurve hinter dem Segbach merke ich, dass das heute kein guter Lauftag für mich zu werden droht: Eine Muskelzerrung in der rechten Wade zwickt so, dass ich gehen muss. Aussteigen – nach gerade einmal drei Kilometern? Das wäre mehr als ärgerlich, denn ich habe Lust auf diesen Landschaftslauf und beschließe deshalb, erst einmal mit Gehen an den Steigungen weiterzumachen. Dafür bleibt dann bei km 3 Zeit für schöne Fotos mit Läufern, Rapsfeldern und im Hintergrund eine stattlich auf dem Höhenrücken von Obermendig thronende Kirche, die unterwegs zur wichtigsten Orientierungsmarke wird.

Kurz nach dem 3-km-Schild zweigt die Strecke rechts in Richtung Ziel ab, während wir nun links abbiegend eher gemütlich den Hang hinauflaufen, bis wir bei 4,3 km in den Wald eintreten. Auf weichem, wenn auch breitem Waldweg geht es vorbei an einem Friedenskreuz aus Basalt und einer Verpflegungsstelle zu einer Wegverzweigung, an der die Helfer etwas Probleme haben, den Halbmarathoni klar zu machen, dass sie nicht wie die 10-Kilometer-Läufer gleich rechts den Weg abwärts wählen dürfen, sondern erst eine Wendestrecke geradeaus weiterlaufen müssen.

Auf schönstem Weg durch den frischgrünen Buchenwald geht es hin und gleich wieder zurück, ist aber beileibe nicht langweilig. Hier bei km 6 und 7 sieht man gleich noch einmal, wie gut die anderen Läufer unterwegs sind. Und ich bin überrascht: Trotz meiner reichlichen Gehpausen scheine ich gar nicht so weit hinten zu liegen. Nur - wo ist Camille? Angesichts der insgesamt 1,4 Kilometer langen Wendestrecke könnte es sein, dass ich sie schon verpasst habe. Und ich hätte ihr gern mitgeteilt, dass sie sich um ihre „Konkurrentin“ keine Sorgen machen muss: Denn die läuft immer in meiner Nähe. Aber erst relativ kurz vor dem Wendepunkt treffen wir uns: Auch Camille plagen ihre Waden, weil für sie als noch nicht sehr erfahrene Läuferin der Aufstieg von immerhin 235 Metern doch schon eine Herausforderung darstellt. Immerhin wird sie, nachdem hier bereits die größte Steigung geschafft ist, in der Folge etliche Minuten auf mich gut machen.

Der Wendepunkt ist, wie mir ein freundlicher Helfer kundtut, der höchste Punkt der Strecke, etwa 445 m hoch. Leider erkennt man nur auf einer topographischen Karte, dass wir uns am Abfall des formschönen Vulkankegels befinden, mit dem sich der 563 m hohe Hochstein noch einmal 100 Meter über uns erhebt. Immer wieder öffnen sich während des gesamten Laufs Blicke auf markante Berge im eigentlich niedrigen,  heute wolkenverhangenen Mittelgebirge: Wir sind inmitten der Vulkaneifel. Weil die Aussicht zu wünschen lässt, kann ich allerdings noch nicht einmal feststellen, ob man von der Strecke aus die größte Attraktion der Vulkaneifel sehen kann: Den Laacher See, den viele mit seinen 3,3 Quadratkilometern für das größte Eifelmaar halten. Das ist er allerdings nicht. Er ist als Caldera, als Einbruchtrichter Zeuge der größten Naturkatastrophe in Mitteleuropa nach der letzten Eiszeit. Vor noch nicht einmal ganz 13.000 Jahren entleerte sich eine riesige, unterirdische Magmakammer mit gewaltigen, wenn auch nur wenige Tage dauernden Explosionen des Laacher-See-Vulkans. Der Ausbruch war dabei etwa anderthalb Mal so stark wie der Ausbruch des Pinatubo im Jahr 1991 und etwa sechs Mal so stark wie der Ausbruch des Mount St. Helens 1980; er übertraf auch deutlich den historischen Ausbruch des Vesuv im Jahre 79 nach Christus. Rund 20 Kubikkilometer Material wurden dabei freigesetzt und eine Fläche von 1300 Quadratkilometern wurde völlig verwüstet. Bei Andernach staute sich der Rhein zeitweise zu einem über 80 Quadratkilometer großen See, und die Eruptionen stiegen 30 bis 40 km in die Atmosphäre auf, so dass sich Laacher-See-Asche in der Schweiz, in Frankreich und in Schweden nachweisen lässt. Rund 225.000 Quadratkilometer, also mehr als die Hälfte der Fläche Deutschlands, waren damals betroffen.

 
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Es lohnt sich nach dem Lauf, das Deutsche Vulkanmuseum Lava Dome in Niedermendig zu besuchen. Dort kann man in einer erlebenswerten Videoinstallation den gewaltigen Ausbruch des Laacher-See-Vulkans nachvollziehen und sich über den Vulkanismus in der Eifel, der sich in der Schüben vollzog, sehr gut informieren.
Hat man die Abzweigung der Wendestrecke nahe dem Basaltkreuz passiert, kann man den Gedanken über den Vulkanismus in der Eifel gut nachhängen – oder sich auf der gemächlich bergab führenden Strecke gut mit anderen Läuferinnen und Läufern über die schöne Strecke austauschen. Tempomäßig haben sich jetzt alle gut einsortiert. Es dauert aber nur gut einen Kilometer für den nächsten Höhepunkt bei km 8,5, noch 150 m über dem Tal. Die Landschaft öffnet sich und gibt den Blick auf das unter uns liegende Mendig und den dahinter liegenden, im Dunst verschwimmenden Talkessel von Koblenz-Neuwied frei. Irgendwie ist das trotz des eher trüben Wetters großes „Landschaftstheater“.

In Obermendig angekommen, durchqueren wir kurz einen Teil des Ortes und bekommen einen Eindruck davon, wie es in einem Eifeldorf aussieht; eine scharfe Kehre und dann geht „In der Hohl“ mit schönem Blick zurück zum Hochstein hinab zur Laufroute, die wir kurz hinter km 3 verlassen haben; wir verlassen sie aber gleich wieder nach links, passieren in den herrlichen Rapsfelder unterhalb des Höhenrückens von Obermendig das Kilometerschild 20 und biegen rechtzeitig vor dem erst in einer Stunde in Angriff zu nehmenden Schlussanstieg rechts ab, um diesmal, vorbei an km 11, auf die Berge südlich von Obermendig zuzulaufen.
Die schon bekannte Strecke wird geradeaus überquert, ein weiteres, diesmal kleineres Basaltkreuz passiert, und es geht wieder – der ersten Runde zum Verwechseln ähnlich – auf einen Wald zu; kurz vorher erkennt man, dass der Feldweg früher wohl sogar einmal mit Basaltsteinen gepflastert war. Im Wald freut sich ein Läuferpaar, dass ich die Zeit habe, sie zu fotografieren. Hier ist das Laubdach schon gut geschlossen und deshalb so dunkel, dass der Fotoapparat sogar schon den Blitz einschaltet.

Die Wegführung und der Wald beidseits des Weges sind kurzweilig – ich passiere trotz meiner mittlerweile gut ertragbaren Wadenschmerzen überraschend schnell ein Kilometerschild nach dem anderen. Aufzugeben ist für mich längst kein Thema mehr. Obwohl das Hauptfeld der Läufer die Verpflegungsstellen hinter sich hat, gibt es dort für die „späten“ Halb- und Vollmarathonis noch sehr gute Stimmung: Die Helferinnen und Helfer sind beim Vulkan-Marathon um alle Teilnehmer sehr bemüht!

Für gut einen Kilometer begleiten wir bei km 16 die eingleisige Bahnstrecke von Koblenz/Andernach nach Mayen, und es ergibt sich sogar ein schönes Foto „Zug mit Läufern und Helfer“. Zur Abwechslung folgt sogar ein Wiesenweg, und dann laufen wir parallel zu einer gut ausgebauten Bundesstraße, die aber erst tief unter, dann über uns liegt und die wir insofern nur durch eine Leitplanke wahrnehmen, welche die Böschung absichert. Zwischendurch ergeben sich, vor allem an einem kurzen, aber heftigen Gefälle noch einmal schöne Ausblicke. Klar wird: Bei Sonnenschein ließen sich die Landschaftseindrücke noch einmal deutlich toppen! Also wiederkommen! Und den Marathon laufen!

 
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Wir erreichen die Stelle, wo die lange Gefällstrecke des Anfangs nach 1,5 km endete, laufen jetzt aber nicht gleich weiter Richtung Ziel, sondern biegen noch einmal links auf die schon bekannte Querstrecke ab. Am Kreuzungspunkt bei km 2,7 – 11,6 und 19,3 veranstalten zwei Helfer für mich eine kleine Showeinlage, ehe es wieder nach rechts durch die Rapsfelder unterhalb Obermendig geht: diesmal aber im Anschluss geradewegs zum letzten steilen Berg hinauf in Richtung Ziel. An ihm leiden viele weniger trainierte Läufer! Und ich freue mich, dass ich es mittlerweile sogar wieder schaffe, den Berg trotz der Wadenschmerzen hinauf zu laufen, ehe ich dann doch das Bein im Gehen schone. Kaum ist der Berg überwunden, geht es nur kurz über die Straße; der Neubau am Sportplatz verkündet aber schon zur Linken das nahe Ziel. Eine Läuferin überholt mich auf der Wiese zur Rechten, aber ich habe die engere Kurve – Schlussspurt! Denn im Ziel erwartet mich Camille schon mit einem Getränk.
In der Sporthalle ist es mächtig voll, die Umkleideräumen und Duschen aber sind angenehm leer: Es ist ganz nett, dass hier alles so nah beieinander liegt. Auch gute, preisgünstige Verpflegung (Erbsensuppe, ein prächtiges Kuchenbufett, heißen Kaffee) gibt es trotz der fortgeschrittenen Zeit für alle Läufer in ausreichender Menge. Während vor allem Camille gespannt auf die Zieleinlaufliste wartet, treffen wir Dirk, der zwölf Tage zuvor in Bonn seinen 100. Marathon gefinisht hat, den ich dort aber im Anschluss verpasst hatte. Auch heute hat er mit einer 3:36 als Elfter im Gesamtfeld eine Superzeit im Marathon hingelegt. Halbmarathoni bekommen keine Medaille. Nur Marathonläufern wird auf diese Weise ihre besondere Leistung – 42 km mit immerhin gut 800 Höhenmetern – gewürdigt. 

Deshalb ist es auch in Ordnung, bei der einstweilen noch geringen Marathon-Finisherzahl auf eine Auszeichnung in den Altersklassen zu verzichten. Eigens geehrt werden also nur die jeweils drei besten Läuferinnen und Läufer. Camille hat inzwischen herausbekommen, dass sie nicht nur eine, sondern gleich zwei Konkurrentinnen um ihren Sieg in der AK weibliche Jugend U20 hatte: Umso größer ihre Freude, dass sie mit einem Vorsprung von gerade Mal acht Sekunden auf die Zweite und 10 Minuten auf die Dritte gewonnen hat!

Ein in Deutschland gut bekannter Lauftrainer schrieb mir einmal, wie enttäuschend er Jugendtraining findet und dass er es deshalb aufgegeben habe. Der Erfolg von Camille, gerade wegen meiner Wadenverletzung heute und meiner ziemlich schwachen Zeit, ist so ein wenig auch mein Erfolg als „Laufmentor“ und zeigt mir, dass es vor allem Geduld, schöne Wettkämpfe und Glück braucht, um junge Menschen für das Laufen zu begeistern.

Camille bekommt wie jede® AK-Gewinner(in) beim Halbmarathon (und beim 10-km-Lauf!) ein Jahresabo für fünf „ofenfrische Lieblinge“ wöchentlich, und auch die Zweiten und Dritten aller Altersklassen bekommen ein solches Abo immerhin noch für sechs bzw. drei Monate. Und der gemeinsame Podiumsauftritt aller Dritt-, Zweit- und schließlich Erstplatzierten aller Altersklassen für ein Gruppenfoto ist sicher auch ein schöner Glanzpunkt nach dem Lauf. Noch wichtiger als ihr AK-Sieg war Camille allerdings später, welch schönen Landschaftslauf wir gemeinsam gemacht hatten und dass auch sie sich trotz anfänglicher Probleme durchgebissen hat.

Wer allerdings im nächsten Jahr auf diese schönen Preise hofft, muss gewarnt werden. Er muss zur Einlösung natürlich im Verbreitungsgebiet der Bäckereikette wohnen. Andererseits sollte angesichts der landschaftlichen Qualitäten dieses Landschaftslaufs das Einzugsgebiet deutlich größer sein. Eine Fahrt in die Vulkaneifel, vielleicht sogar für einige weitere Tage, lohnt sich auch von weither. Weiteren Auflagen des Vulkan-Marathons also viel Erfolg!

Marathon (66 Finisher, davon 11 Frauen = 16,7%)

Sieger Männer: Andreas Knopp, M30, 2:55:45
Siegerin Frauen: Susanne Beisenherz, W40, 3:39:04

Halbmarathon (239 Finisher, davon 64 Frauen = 26,8%)

Sieger Männer: Christian Kaiser, M30, 1:24:34
Siegerin Frauen: Annette Frings, W50, 1:33:01

Außerdem 10- und 5-km Läufe/Walkings und einige Kinderläufe: insgesamt 1460 Teilnehmer – neuer Teilnehmerrekord! Veranstalter ist die LG Laacher See e.V.

 

 

Informationen: Vulkan-Marathon
Veranstalter-WebsiteE-MailErgebnislisteHotelangeboteOnlinewetterGoogle/Routenplaner

 

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