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Laufberichte

Zum Laufen in die Hauptstadt

 

Nein, ich berichte nicht aus Berlin. Als heimatverbundener Westfale reise ich an diesem Wochenende nach Münster, seit mittlerweile 3 Jahren die Hauptstadt in NRW, wenn es um Marathon geht. Gewählt von unseren Lesern.

Dabei wird nur eine Tradition weiter geführt, die politisch vor 200 Jahren begann. Als beim Wiener Kongress die Landkarte Europas und vor allem Deutschlands durcheinandergewirbelt wurde, entstand die preußische Provinz Westfalen. In ihrer Ausdehnung ist sie mit dem heutigen Westfalen noch fast identisch. Neben kleinen Grenzänderungen kamen lediglich die Lipper noch dazu. Im Zuge dieser Neuordnung wurde Münster damals zur Hauptstadt Westfalens erkoren. Damit war zudem der Grundstein für die Entwicklung einer Beamtenstadt gelegt. Als Betroffener laufe ich vielleicht auch deshalb so gerne hier. Jedenfalls geht es am Samstag voller Vorfreude mit meiner Familie ins Herz Westfalens.

 
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Nachdem ich mich mit Silke und Nikita in der Jugendherberge am Aasee einquartiert habe, geht es auf den kurzen Weg zum Paulinum, um die Startunterlagen abzuholen. Schon vorher treffen wir auf Gastläufer Dieter Baumann und ich nutze die Gelegenheit, mich zusammen mit einem echten Olympiasieger ablichten zu lassen. Freundlich bittet er Nikita mit auf das Bild, der aufgrund seines Alters noch nichts von dessen Berühmtheit weiß, sich aber die Gelegenheit, sich mit in Szene zu setzen, nicht entgehen läßt. Anschließend geht es weiter über die Messe zur Startnummernausgabe. Wie gewohnt halte ich meine Unterlagen schnell in den Händen. Damit bleibt genügend Zeit, um schon vorab wieder die Atmosphäre im morgigen Zielbereich am Prinzipalmarkt zu genießen. Geschmückt ist schon alles. Anschließend gibt es noch ein frühes Abendessen, um mich danach frühzeitig in die Falle zu hauen. Für meinen Plan, in diesem Jahr erstmals unter 4 Stunden zu bleiben, will ich die nötige Kraft tanken.

Am Sonntag werden wir um kurz vor 7.00 Uhr von der Sonne wachgeküsst. Die Temperaturen sind allerdings noch frisch und werden in den kommenden Stunden auch nicht mehr signifikant steigen. Ideale Laufbedingen für mich. Mit dem bekannten Jugendherbergsfrühstück aus Brötchen und Rührei gestärkt, schlendern wir gemütlich zum Start. Um 8.30 Uhr ist der Startbereich noch relativ leer. Nur die Brems- und Zugläufer finden sich schon mal ein. Noch ist Zeit, aber die Musik spielt bereits.

 
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Langsam füllt sich das Areal. Dann wird uns „One Moment in time“ life geboten. Ich begebe mich in meinen Startblock und verabschiede mich für die nächsten Stunden von meinen Lieben. Die Sapnnung steigt. Kurz bevor es losgeh,t kommt Frank Pachura zu mir. Er wird heute den Lauf videodokumentieren. Er fragt nach meinen heutigen Ambitionen. Ich stapele etwas tief und gebe mein allgemeines Ziel an: Hauptsache gesund am Prinzipalmarkt ankommen. Und schon ist es wieder einmal soweit. Die letzten Sekunden werden hinuntergezählt. Pünktlich um 9.00 Uhr macht sich der Pulk auf die Strecke.

 

Abwechslungsreiche Innenstadt

 

Bereits auf den ersten Metern stehen die Zuschauer links und rechts der Strecke dicht gedrängt und feuern uns voran. Auf dem Stadtgraben geht es entlang am Paulinum. Die als Ring ausgebaute Straße ist breit genug, um allen Läuferinnen und Läufern ein eigenes Tempo zu ermöglichen. Die schnelleren Staffelläufer starten erst später und behindern uns auch nicht. Nach etwa 500 Metern biege ich nach links zum Aegiditor ab. Ich durchlaufe erstmals den alten Stadtkern.

 
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Die Strecke führt hier direkt auf das LWL-Museum für Kunst und Kultur zu. Der Neubau wurde erst im letzten Jahr wieder eröffnet. An der Fassede stechen die Silberkugeln hervor, die das Museum bereits früher zierten. Am Abend sind diese als Lichtinstallation zu bewundern. Erschaffen wurden sie bereits Anfang der 70er Jahre von Otto Piene, der die Abschlußfeier der Olympischen Spiele in München gestaltete. Eine Sonderausstellung zu seinem Schaffen ist derzeit im Museum noch zu besuchen.

Die Kultur rechts liegen lassend, bewältige ich den nächsten KM in einer weiten Rechtskurve. Das Feld zieht sich schon weit auseinander. Hinein geht es in die Frauenstraße. Vor mir erhebt sich die Überwasserkirche. Ihren Namen hat sie, weil sie vom Dom aus gesehen jenseits der Aa, also über dem Wasser gebaut ist. Der Turm der Kirche wirkt wie abgeschnitten und ist es im Grunde auch, denn als die Wiedertäufer 1534 in der Stadt herrschten, nutzen sie die Spitze als Baumaterial für ihre Schutzwälle an der Stadtmauer. Zwar wurde sie erneuert, fiel aber 1704 einem Sturm zum Opfer. Danach schenkte man sich den Wiederaufbau.

Zu Bauen gibt es in Münster auch so genug, wie ich linksabbiegend umgehend feststellen kann. Die moderne Diözesanbibliothek beherrscht das Sichtfeld. Innen kann man sich in der größten Spezialbibliothek Deutschlands ausführlicher mit der Geschichte des Bistums Münster beschäftigen. Ich umrunde sie heute nur, um anschließend meinen Chef bei der Arbeit zu erwischen. Er wünscht mir noch einen ereignisreichen Lauf, den ich haben werde, wie wir beide wissen. Derzeit bin ich bemüht, nichts zu verpassen, denn schon kann ich links das Denkmal des Kiepenkerls bewundern. Über viele Jahrzehnte prägte er das Bild des Münsterlandes, indem er mit seinem Korb umherwandernd für den notwendigen Warenaustausch zwischen Stadt und Land sorgte. Den neuesten Klatsch gab es als Zugabe obendrein.

 
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Wenige Meter weiter biege ich nach links in die Neubrückenstraße. Linker Hand fällt mir die Apostelkirche in den Blick. Aber fehlt da nicht etwas? Einen richtigen Kirchturm hat sie nicht. Darüber braucht man sich aber nicht zu wundern, wurde sie doch im 13. Jahrhundert von den Franziskanern als Ordenskirche erbaut. Mit ihrem Bekenntnis zur Armut wäre ein pompöser Turm nicht zu vereinbaren gewesen. Einzigartig ist das in Münster nicht, im Gegensatz zur modernen Architektur des Stadttheaters aus den 50er Jahren, das gleich darauf rechts auftaucht.

Ganz schön abwechslungsreiche Strecke bisher. Da bin ich froh, bei KM 3 erstmal auf die Promenade einzubiegen. Im Schatten der Bäume kann ich entspannen. Bis etwa KM 6 führt die Strecke nun durch das Kreuzviertel. Die Architektur ist gefällig, das Publikum begeistert. Aus vielen Fenstern hört man Anfeuerungsrufe, Musik und Applaus. Münster lebt das Laufen, wie das heutige Motto ist und alle wollen daran teilhaben.

Derweil bleiben meine Fotostops nicht unbemerkt. Christoph erkundigt sich, ob ich nicht auch mal selbst Motiv sein möchte. Die Gelegenheit nutze ich natürlich und sage nicht nein. Wie ich erfahre, ist Christoph heute zum ersten Mal in Münster unterwegs. Bei der Kulisse und dem Publikum wird er mit Leichtigkeit finishen. Beim Verlassen des Viertels stehen die Zuschauer wieder Spalier, um uns erneut auf die Promenade zu schicken. Rechts taucht der Zwinger auf. Seine Mauern wirken einschüchternd und das sollen sie auch, denn ursprünglich diente er als Teil der städtischen Befestigungsanlage.

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Informationen: Volksbank Münster-Marathon
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