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Laufberichte

Im Revier läuft es wieder

12.05.13

Im Westen der Republik liegt mit dem Rhein-Ruhr-Gebiet der größte Ballungsraum Deutschlands. Rund 5,1 Millionen Menschen leben hier. Die geläufigsten Bezeichnungen für diesen Raum sind Ruhrgebiet oder auch einfach Revier. Die umgangssprachlichen Begriffe Kohlenpott, Ruhrpott oder einfach Pott sind in der Bevölkerung weit verbreitete Eigenbezeichnungen der Kernregion des Ruhrgebietes.

Der Begriff Ruhrgebiet ist keine offizielle Verwaltungsbezeichnung. Die Grenzen sind nicht exakt festgelegt und interpretationsabhängig.

Für Außenstehende zeichnet sich auf der Landkarte das Ruhrgebiet als eine zusammenhängende Städtelandschaft ab, in der die einzelnen Städte oft nahtlos ineinander übergehen. Wenn man hier wohnt, merkt man jedoch schnell, dass jede der kreisfreien Städte eifersüchtig ihre Selbstständigkeit betont und verteidigt. Nicht nur im Fußball trennen die Fans aus den Nachbarstädten manchmal Welten.

Sportbegeistert ist man hier auf jeden Fall. Der Laufsport und besonders der Marathonlauf genießen bei den vielen hart arbeitenden Menschen höchsten Respekt.  Mit Duisburg, Essen, Bottrop und Herten-Bertlich hat man hier schon lange als Läufer aufs ganze Jahr verteilt schöne Möglichkeiten einen Marathon- oder Ultralauf zu absolvieren.

2003 kam man dann aber auf die Idee, einen Marathonlauf städteübergreifend durch das Ruhrgebiet zu veranstalten. Der Ruhrmarathon war geboren. Diese Idee war zuerst ein großer Erfolg und im ersten Jahr konnte man gleich über 7000 Finisher auf der Marathonstrecke zählen. Mit der Idee eines Twin-Marathons, wurden 2005 sogar noch mehr Städte in den Lauf eingebunden. Jetzt gab es zwei Starts und ein Ziel. Durch sieben Städte führte der Weg und eine ganze Region war in Bewegung und im Blickpunkt. 8500 Finisher waren bei der ersten Auflage dabei.

Damit war dann allerdings leider auch der Zenit  überschritten. Rückläufige Teilnehmerzahlen und der Ausfall des Hauptsponsors besiegelten 2010 das vorläufige Ende des großen Traumes. Doch die Idee lebte weiter.

Nach vierjähriger Pause wagt man jetzt mit dem VIVAWEST-Marathon die Neubelebung einer Marathonveranstaltung im Herzen des Reviers. Mit den Städten Gelsenkirchen, Essen, Bottrop und Gladbeck sind noch vier der sieben Städte dabei. Von der Idee eines Twin-Marathons hat man sich allerdings verabschiedet. Der Organisationsaufwand und damit auch die Kosten sind hierfür einfach zu groß.

Der neue Start- und Zielbereich ist das Musiktheater in Gelsenkirchen. Hier trafen sich früher die Läufer des Twin-Marathons aus Dortmund und Oberhausen um gemeinsam ins Ziel nach Essen zu laufen. Das ist doch jetzt ein schönes Symbol, um Vergangenheit und Gegenwart wieder zu verbinden.

Über 6500 Teilnehmer können auf Anhieb mobilisiert werden. Allerdings verteilen sie sich neben der Marathonstrecke (1.600) auch auf Halbmarathon (3.500) und  Staffelmarathon (1.400). Aber dies ist ja heute allgemein üblich,  um auf die notwendigen  Teilnehmerzahlen zu kommen. Ich war in den Vorjahren viermal beim Ruhrmarathon dabei, und will natürlich auch in diesem Jahr die Neuauflage kennen lernen.

 

Organisation und Marathonmesse

 

Also bin ich bereits am Freitagnachmittag auf den Weg nach Gelsenkirchen, um am Musiktheater meine Startunterlagen abzuholen. Hier fahren die Straßenbahnen mit dem S04 Zeichen und mancher Anwohner zeigt groß vom Balkon, für welchen Verein sein Herz schlägt. In der Nähe entdecke ich übrigens die Straße   „Im Kerkenbusch“. Na so was!

 
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Am Kennedyplatz hat man ein großes Zelt für die Marathonmesse aufgebaut. Wie immer präsentieren zahlreiche Anbieter ihre Produktpalette rund um den Lauf- und Ausdauersport. Jetzt ist es noch sehr ruhig und man kann in Ruhe stöbern, sich informieren oder die letzten wichtigen Anschaffungen vor dem Wettkampf machen. Hier treffe ich auch den nimmermüden Gerd Zachäus, der auch für den 51. Baldeneysee-Marathon verantwortlich ist und für die Traditionsveranstaltung wirbt.

Vorab habe ich schon eine Meldebestätigung des Veranstalters erhalten, mit dessen Hilfe ich jetzt schnell meine Unterlagen in den Händen halte. Die Startgebühren betragen je nach Meldedatum für den Marathonlauf zwischen 39 und 79 Euro.

Dafür erhält man neben einer Finisher-Medaille an 13 Verpflegungsstellen Wasser, Elektrolyt-Getränke, Energy-Traubenzucker, Bananen, Coca Cola, Apfelsaft, Wasser-Schwämme und im Ziel alkoholfreies Bier. Ein Veranstaltungs-Shirt kann noch für 8,50 € erworben werden.

Eine gute Idee finde ich, dass hier mal die ersten Drei in den Altersklassen mit Geldpreisen zwischen 150 und  50 Euro belohnt werden. Es geht sicher nicht um das Geld, sondern um die Anerkennung der Leistungen. Es müssen ja nicht immer nur die afrikanischen Gazellen kassieren.

Natürlich ist die Strecke amtlich vermessen und jeder Kilometer ausgeschildert. Gelaufen wird mit dem Championchip, und wer noch keinen eigenen hat, kann diesen jetzt ausleihen.

Neben den Startunterlagen erhält jeder Teilnehmer auch einen Kleiderbeutel, mit dem er morgen seine Wechselkleidung im nahe liegenden Sportzentrum Schürenkamp abgeben kann. Das Sportzentrum dient den Organisatoren auch gleich als Logistikzentrum während der Veranstaltungswoche. Hier wird dann auch die Gelegenheit zum Duschen und Umkleiden sein.

Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, hat man über 550 Helfer aus den verschiedenen Vereinen der betroffenen Städte gewinnen können. Dadurch konnte man gleich deren wertvolles Knowhow und die vorhandenen Beziehungen zu den örtlichen Behörden nutzen. Nach den traurigen Ereignissen in Boston wurde auch hier das Sicherheitskonzept nochmals überprüft. 600 professionelle Securitykräfte sowie zahlreiche Einsatzkräfte der Polizei und der Malteser Hilfsdienste sorgen für die Sicherheit der Läufer und Zuschauer.

Die örtliche Presse hat im Vorfeld immer wieder die Werbetrommel gerührt und mit ganzseitigen Lauftipps das Interesse hochgehalten. In den letzten zwei Wochen fand ich fast täglich eine Meldung in meiner Tageszeitung, welche übrigens ebenfalls zu den Sponsoren gehört. Auch das WDR-Fernsehen ist aufmerksam geworden und wird Sonntagnachmittag in einer Sondersendung über den Marathon berichten.

 

Der Marathonlauf

 

Am Sonntagmorgen mache ich mich bereits frühzeitig mit meiner Frau Inge und ihrer Freundin Christiane auf den Weg nach Gelsenkirchen. Das Wetter hat sich in den letzten Tagen immer weiter abgekühlt und die Temperaturen werden heute nur knapp über der 10 Gradmarke liegen. Für die Zuschauer nicht gerade einladend, vor allem weil es auch immer wieder Regenschauer gibt.

Der Veranstalter hat empfohlen, die Parkplätze an der Veltins Arena zu nutzen. Hier finden die Heimspiele des FC Schalke 04 statt und die An- und Abfahrten sind für Großveranstaltungen ausgelegt. Da ich kein Fußballfan bin, war ich bisher noch nicht hier und bin beeindruckt von der modernen Arena. Sie wird auch gerne für Konzerte und andere Großveranstaltungen genutzt.

Wir brauchen nur dem Strom der Menge zu folgen und gelangen zur S-Bahnhaltestelle „Willy-Brandt-Allee“ Die Linie 302 soll Läufer und Fans im Fünf-Minuten-Takt kostenlos zum Musiktheater bringen. Leider klappt dies aber noch nicht so gut. Während wir uns noch mit Glück in eine vollbesetzte Bahn quetschen können, müssen viele Läufer später noch lange warten und verpassen teilweise dadurch sogar noch den Start. Hier muss im nächsten Jahr bestimmt deutlich nachgebessert.

 
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Am Musiktheater summt es bereits wie in einem Bienenschwarm und ich bringe meine Wechselkleidung zum Sportzentrum. Danach sehen wir uns ein wenig um und haben auch schon bald meine Vereinsfreunde vom VfL Bergheide entdeckt. Lara, Arne, Reinhard, Helmut, Dieter und Bernd wollen den Halbmarathon laufen. Wir wünschen uns gegenseitig viel Glück und Erfolg. Auch die Borbecker Raketen sind zahlreich erschienen. Betty und Jörg sind dabei und Gerd will heute seinen 50sten Marathon feiern. Brems- und Zugläufer stehen hier für  Zeiten zwischen 3 und 5 Stunden zur Verfügung.

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Informationen: Vivawest-Marathon
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