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Laufberichte

Das Münstertal in den Vogesen

25.05.14

Seit der ersten Auflage 2009 hat sich beim Trail des Marcaires so einiges verändert. Damals war der Lauf mit 46 Kilometer und 2000 Höhenmeter auch schon sehr anspruchsvoll, allerdings deutlich mehr auf breiten Wegen und Asphaltstraßen. Austragungsort war das elsässische Dorf Muhlbach-sur-Munster, weit hinten im Münstertal.

 

Die diesjährige sechste Austragung war auf 52 Kilometer und 2200 Höhenmeter angewachsen, mit Start und Ziel an der Sporthalle von Muhlbach-sur-Munster. Mittlerweile hat der Veranstalter neben dem Trail über 52 km auch zwei kürzere Strecken, den Défi des Marcaires über 31 Km und den Petite Course des Marcaires über 12 km im Angebot. Bei meiner dritten Teilnahme wollte ich auch wieder die Königstrecke mitlaufen. Allerdings hatte sich die Laufrichtung gegenüber meinen ersten beiden Trails in Muhlbach-sur–Munster geändert. Auch waren die ersten und letzten fünf Kilometer noch optimiert worden.

Nach zweistündiger Autofahrt hatten wir unser Auto auf einer noch feuchten Wiese nahe der Sporthalle geparkt und wollten zuerst unsere Startunterlagen abholen. Vor der Halle waren schon viele Trailläufer versammelt, überall hörte ich nur Französisch. Auf dem Weg zum Start hörten wir dann die Durchsage zuerst auf Französisch, dann auch in schlechtem Deutsch, dass der Start um ca. 15 Minuten verschoben wurde. Wir stellten uns trotzdem hinter der Startlinie auf, weil ja die Trailläufer von zwei Strecken gleichzeitig losliefen und schon jetzt ein riesiges Gedränge am Start war. Ein kurzes Briefing zur Strecke mit den geänderten Zeitlimits im Wechsel mit Musik sorgte für eine ausgelassene Stimmung unter den wartenden Läufern. Endlich war der Start freigegeben und ein Läuferstrom schlängelte sich den Berg hinunter über die Bahnlinie und dann in Richtung Metzeral. Nach etwa 4 Kilometer verließen wir das Münstertal, um auf den Hohneck, dem zweithöchsten Berg der Südvogesen, hinaufzusteigen. Ganz unvermittelt erreichten wir mitten im Wald den Lac de Fischbödle (km 6,0), einem der vielen idyllisch gelegenen Karseen der Vogesen.


 
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Ein weiterer, kurzer Anstieg brachte uns zum Lac du Schiessrothried (km 7,0), den wir über die Staumauer passierten. Bereits auf diesen ersten sieben Kilometern mussten wir immer wieder das Tempo herausnehmen, da sich der Läuferstrom an den Engstellen staute. Der Grund hierfür war sicherlich der gemeinsame Start der Läufer der 52 km-Strecke und der 31 km-Strecke. Zur gleichnamigen Ferme-Auberge Schiessroth, ein bewirteter Bauernhof mit Produkten aus eigener Herstellung, ging es dann noch einmal in engen Serpentinen steil bergauf. Gleich hinter der Ferme-Auberge (km 8,0) wartete dann die erste der drei Verpflegungspunkte mit der üblichen Trailverpflegung und mit Alphornmusik im Hintergrund.


 
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Der Pfad hinauf auf den Hohneck mit 1363 m (km 10,0) war sehr steinig und schwer zu laufen. Wir blieben jedoch unterhalb des Gipfelrestaurants. Entlang der Abrisskante blieben wir immer knapp unterhalb des Vogesenkamms bis km 15,0. Hier oben hatte ich einen herrlichen Blick auf die umliegenden Vogesenberge.  Ein Blick zurück konnte ich noch einmal auf die Ferme-Auberge Schiessroth und auf das Gipfelrestaurant werfen.


Zum Lac d´ Altenweiher (920 m) verloren wir dann wieder die hart erkämpften Höhenmeter in steilen engen Serpentinen. Bis dahin hatten wir schon einige schwierige Höhenmeter auf unwegsamen Pfad in unseren Beinen. Am Lac d´ Altenweiher (km 18,0) hatte auch der Veranstalter ein Zeitlimit eingerichtet, vor 11 Uhr 45 sollten alle Trailläufer der 52 km-Strecke durchgekommen sein. Wer zu spät dran sein würde, müsste nun auf die 31 km-Strecke wechseln. Die Stelle der Streckentrennung war für alle sichtbar mit gelben Schildern markiert, so dass keiner in die falsche Richtung laufen konnte. Nachdem die Läufer der 31 km–Strecke abgebogen waren, war ich so gut wie allein auf der Strecke unterwegs. Auf einem steilen Zickzacktrail ging es erneut hinauf auf die Hochfläche der Vogesen, wo sich dann auf einer Wiese die Ferme-Auberge Steinwasen (km 22/zweite Verpflegung) befand.

 

 
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Die nun folgenden acht Kilometer führten uns über die grasbewachsenen Vogesenhochflächen bis zum Col d´ Oberlauchen (km 30). Wir hatten heute Glück mit dem Wetter und die Berge waren nicht in Wolken. Nach weiteren drei Kilometern bergab kamen wir an vereinzelt liegenden Häusern vorbei. An einer Wegkreuzung befand sich dann Raedlé (km 33/ 800 m) eine Getränkestelle, gleichzeitig war hier auch ein Zeitlimit um 14 Uhr 30 vorgesehen. Nun begann die Schleife zum Fuß des Petit Ballons in weiteren neun Kilometern mit einem bunten Wechsel durch den Wald und über Lichtungen oder über kahle Hochflächen. An der Ferme-Auberge Rothenbrunnen (km 42/1140 m) konnte ich mich dann das letzte Mal mit Getränken und Essen versorgen.


 
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Gleich hinter dem Bauernhof war dann noch ein kurzer Anstieg bis zum Parkplatz unterhalb des Petit Ballons. Den Gipfel des Petit Ballons ließen wir rechts von uns liegen und bog in einen Wiesenpfad zurück ins Münstertal ein. Bevor ich den Abstieg begann, genoss ich noch einmal das Panorama auf den Petit Ballon und auf das vor mir liegende Münstertal, aber auch in die Rheinebene. Die letzten 10 Kilometer lief ich auf einem Grat zwischen riesigen Felsen hindurch, bevor die Strecke sich langsam bergab ins Münstertal schlängelte. Mal war der Weg breit, dann wieder ein schmaler Pfad, mal steil mal angenehm flach abfallend. So waren die letzten Kilometer recht kurzweilig! Als ich mich dem Ziel näherte, hörte ich bereits Stimmen und Musik unterhalb von mir, so hatte ich es wohl bald geschafft. Der Waldtrail endete auch direkt oberhalb des Zielportals, nur noch wenige Meter auf Asphalt.


 
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Auch meine dritte Teilnahme an diesem Trail hat mir super gefallen. Die Strecke führte aus dem Münstertal hinauf auf den Vogesenkamm, an einigen Vogesengipfel wie den Honneck oder den Petit Ballon vorbei und wieder hinunter ins Münstertal. Unterwegs gab es immer wieder Panoramablicke, die für die schweren Auf- und Abstiege belohnten. Startnummernausgabe, Briefing, Streckenmarkierung, Streckenbetreuung und Verpflegungspunkte waren sorgfältig vorbereitet, so dass der Lauf ein tolles Abenteuer geworden ist.

Auf der Internetseite des Veranstalters finden Trailläufer eine mehr oder minder umfangreiche Übersetzung, so dass einige Deutsche mehr als 2009 beim Trail teilnahmen. Mit der anspruchsvollen Trailstrecke und nur drei Verpflegungspunkten hatte der Veranstalter die Anforderungen für einen Qualifikationspunkt des UTMB erfüllt. Vor allem der Anstieg auf den Vogesenkamm war sehr kräftezehrend, allerdings auf den ersten Kilometern des Trails gut zu meistern.

Im Gegensatz zu meinen ersten beiden Teilnahmen am Trail des Marcaires, als dieser Streckenteil zum Schluss nach knapp 40 Kilometer im Abstieg zu bewältigen war. Ich denke, dass die diesjährige Streckenführung 2014 sehr viel Vorteile für den Genuss der Vogesen bot. Die Ergebnisse sind auf der Internetseite des Veranstalters verlinkt, gleichzeitig findet man auch einen Link zu den Teilnehmerfotos.

 

 

 

Informationen: Trail des Marcaires
Veranstalter-WebsiteE-MailHotelangeboteOnlinewetterGoogle/Routenplaner

 

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