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Laufberichte

Der Härteste im Norden

 

Wer es nicht glaubt, kriegt‘s schriftlich. Hinten auf der Medaille und auf dem Finishershirt. Und ist man im Ziel, glaubt man’s auch. Der Tollenseseelauf ist ein Hammer. Eigentlich geht es nur rund um den See, Berge sind hier ja nicht. Von wegen. Aus der Eiszeit sind noch genug übrig...

Neubrandenburg ist schön. Viel Historie, in über 900 Jahren war hier reichlich was los. So wie heute, ein Lauffest im Norden, für alt und jung. Der Startort ist gleichzeitig hochkarätiger Olympiastützpunkt. Infotafeln geben über die Leistungsbilanz reichlich Auskunft. Und auch die Innenstadt ist nur 500m entfernt. Nicht verpassen sollte man einen Rundgang an der alten Stadtmauer mit den 4 Toren. Großartig, die Backsteingotik.

 

 
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Um 10 der erste Start. Das Gewühl nimmt zu. Zuschauer, Teilnehmer, alles wuselt durcheinander. Immer wieder Ansagen. Kaum Gelegenheit für Unterhaltungen. Alle sind nervös. Der Kamerad aus Paris ist komplett aufgerödelt, wie zum UTMB. Andere haben nur das Allernötigste mit. Ein Böller knallt, und alles trabt unter heftigem Applaus davon. Zum See hin, dann am Ufer längs. Das Feld sortiert sich allmählich, zieht sich in die Länge. Es ist genug Platz und es geht ohne Gedränge ab.

Der Uferweg ist die ersten paar km eher flach. Weicher Waldboden macht das Laufen recht angenehm. Den Rhythmus finden. Ein paar Buckel stören nicht weiter. So kann‘s man bleiben. Tut‘s aber nicht. Ist ja der Härteste. Nach dem ersten Staffelwechsel geht‘s rund, die Berge sind erreicht. Und jeder wird mitgenommen. Auf und nieder, immer wieder. Die Sonne kommt immer besser durch und Schatten wird selten. Der Weg führt uns hoch, bis an die B96, und auf dem Radweg ein Stück daran längs. Ab und an ein paar Häusergruppen, und schon wieder in die Natur zurück. Auch abwärts, zum Ausgleich. Tolle Ausblicke ergeben sich fast überall.

Überraschend dicht ist das Versorgungsnetz. Getränke, Obst, Knabbereien. Alle paar km oder an sehr anstrengenden Stellen. Bestimmt kommen so an die 10 Stationen zusammen, die Übersicht geht da  schnell verloren. Posten achten auf die richtige Richtung, haken unsere Nummern ab. Besonders ist, das Nummernschild soll vorn und hinten getragen werden. Meine Nummer, die 1, ist was ganz Besonderes. Jubel und Trubel bei den Fans, an den VP; dabei stehe ich nur im Alphabet ganz vorn - im Rennen dagegen (wie immer) ganz hinten...

 

 
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Hohenzieritz.  Schloss und Park. Auf einem Berg, wohl der höchste der Strecke. Da hoch, das zieht sich. In Scharen kommen sie mir entgegen, all die Schnelleren, die frisch eingewechselten Staffeln, manche breit grinsend, manche verbissen. Mein Trost ist es, dass ich auch gleich hier runterflitzen werde...  Der Park ist nett, oben ist eine Siedlung, das Schloss entgeht mir irgendwie. Es liegt links, aber ich bin mit der Orientierung beschäftigt. Schleife laufen und den Berg wieder runter. Ich bin mal wieder so platt, dass auch bergab verflixt anstrengend wird. Unten gibt‘s Cola, die Rettung.

Bisher wurde jeder km auf den Tafeln angezeigt, aber seit dem Schloss wird rückwärts gezählt. Noch xx km. Das wirkt motivierend. Vom Tollensesee sind wir aber noch weit entfernt. Unten in Prillwitz kommen wir in die Nähe der Lieps, ein kleiner See neben dem großen. Nun haben wir Gelegenheit, auch die Berge westlich kennenzulernen. Und gleich der wichtigste Unterschied: es gibt keinen Schatten, bis wir auf Höhe sind. Steil sind sie, wie die Kollegen am anderen Ufer. Und im Wald ist es wieder richtig schön.

 

 
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Alt Rhese. Letzter Staffelwechsel. Vollversorgung mit Ansage. Alle sind optimal drauf. Und wir oben auf dem letzten Berg. Ebenso ein Religionszentrum, jedenfalls den Tafeln am Gebäude nach, so für jeden etwas. Sehr farbenfroh und heiter. Mit bester Stimmung geht‘s auf‘s letzte Stück. Zum großen See herunter, in den Wald, in den Schatten. Und flach, endlich. Baden könnte man hier, es gibt viele geeignete Stellen dazu. Nach 3 km der Waldkiosk bei Gatscheck mit Campingplatz am See. Auf weichem Radweg neben der Zufahrt laufen wir zum Ziel. Nur noch durchhalten, es gibt noch zwei VP, alles voll bestückt.

Unmerklich steigt der Weg an, es gibt ein Steilufer hier. In den Bergen oberhalb sind so manche Ausflugsziele, wir bleiben aber unten, bis zum Kulturpark. Hier ist der Bär los. Alle wissen Bescheid über die Verrückten mit den Nummernschildern, und ich die Nr.1...

 

 

Eine fiese Brücke überspannt einen der Seeabflüsse, dahinter kann man schon die Wiese mit der Siegerehrung sehen. Ein weiter Bogen noch und ...Zieel!!! Endlich, Medaille und Finishershirt. Glückwünsche, Freunde. Was trinken, was knabbern...und sich freuen, es überstanden zu haben. Nun lockt der See, ich lasse mich nicht lange bitten!


Fazit

Der Härteste - das stimmt schon. Ewig auf und ab. Knackige Anstiege. Aber überall gute Wege, einfach zu laufen, hervorragend versorgt. In toller Landschaft, mit einem der saubersten Seen Norddeutschlands, ideal für einen Kurzurlaub. Am Sonntag drauf kann man sich dann alles ansehen. Noch kennen nur wenige Dauerläufer diesen Geheimtipp, das könnte anders werden; es lohnt sich in jedem Fall, dieser Lauf gehört in jede Marathonsammlung!

 

Informationen: Tollenseseelauf
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